Wort zum Tage, 30.11.2015

von Beate Hirt aus Frankfurt am Main

Klimaschutz und Advent

Der erste Montag im Advent ist heute. Und ich könnte Ihnen jetzt natürlich etwas erzählen zu Kerzenschein und Sternenglanz, könnte aufrufen zu besinnlichen Momenten am Adventskranz. Mach ich auch diese Woche noch. Aber heute, da beschäftigt mich etwas anderes. Etwas, was tatsächlich für mich sogar den Adventsbeginn etwas in den Schatten stellt. Heute, am 30. November, startet in Paris der Weltklimagipfel. Seit Monaten sagen viele: Diese Konferenz wird ganz entscheidend sein für den Klimaschutz und die Rettung ganzer Landstriche und vieler Menschen. Die Politiker müssen dort unbedingt eine gute neue Vereinbarung finden für den Klimaschutz weltweit.

Auch für mich als Christin ist diese Konferenz von riesiger Bedeutung. Der Klimaschutz: Er gehört für mich mittlerweile einfach zu meinem Glauben dazu. Denn immer mehr wird ja klar: Wer das Klima schützt, der schützt auch Gottes Schöpfung - und die Menschen, die ein Teil von ihr sind und in ihr leben. Die Temperaturen auf unserer Erde steigen immer mehr – und darunter leiden vor allem die Menschen auf der südlichen Halbkugel. Dürren, Wirbelstürme, Flutkatastrophen – all das nimmt zu und raubt den Menschen ihre Lebensgrundlage. Und schuld daran sind nicht zuletzt wir hier auf der nördlichen Halbkugel, durch unseren Lebensstil, unseren enormen Energieverbrauch und CO 2-Ausstoß. Wenn ich als Christin heute meinen Nächsten lieben will – dann muss ich das im Blick haben, ich muss mir Gedanken machen, wie ich das Klima und die Menschen weltweit besser schützen kann.

Auch Papst Franziskus hat das diesen Sommer ganz stark in den Mittelpunkt gerückt, mit seiner Enzyklika „Laudato si“. Auch er ruft darin zu einem umweltfreundlichen Lebensstil auf. Ich fand das bemerkenswert: ein hochoffizielles päpstliches Schreiben, das die Menschen dazu einlädt, mehr öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder die Heizung im Winter ein, zwei Grad runterzudrehen. Aber die Enzyklika richtet sich auch an die Politiker: Papst Franziskus ruft eindringlich dazu auf, bei den internationalen Verhandlungen zum Klima klare Vereinbarungen zu treffen. Es war zu hören: Die Politiker vieler Länder haben sich von diesem Papstwort beeindrucken lassen.

Ich hoffe und ich bete wirklich sehr dafür, dass dieser Klimagipfel in den nächsten Tagen in Paris gute Ergebnisse bringen wird. Dass sich die Länder darauf einigen werden, so bald wie möglich aus den fossilen Energien auszusteigen und auf klimafreundliche Energien umzusteigen. Und dass sie gemeinsame Ziele und Grenzwerte festlegen werden.

Und ich werde in diesen Tagen natürlich auch meinen persönlichen Klimaschutz wieder besonders in den Blick nehmen. Das ist jetzt im Advent gar nicht immer so einfach – denn natürlich genieße ich gerade jetzt im Dezember Licht und Wärme. Aber ich werde trotzdem ab und zu die Heizung – wie es der Papst empfiehlt – ein wenig herunterdrehen. Und mir dann meine dicke, gemütliche Strickjacke überziehen und die kuscheligen Socken dazu. Damit ich etwas weniger Öl verbrauche und das Klima schone. Und dann hab ich damit auch ein wenig das Gefühl, ihn von zuhause aus zu unterstützen: den Klimagipfel in Paris.


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Dieser Beitrag wurde am 30.11.2015 gesendet.


Über die Autorin Beate Hirt

Beate Hirt ist Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt. Sie studierte katholische Theologie und Germanistik in Mainz und Paris. Danach war sie als Persönliche Referentin beim Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann tätig. Seit 2003 ist sie Rundfunkbeauftragte des HR. Sie schreibt und liest gern, am liebsten über Gott. Inspiration und Entspannung findet sie beim Joggen, Wandern und Singen. Kontakt: info@kirche-im-hr.de www.kirche-im-hr.de

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