Feiertag, 03.10.2022

von Gerd Felder, Aachen

32 Jahre Deutsche Einheit: Ein Meilenstein …der Säkularisierung?

 

 

© Ingo Joseph / Pexels

Deutschland wird protestantischer werden. Das war eine Vorhersage und auch eine Erwartungshaltung, die weit verbreitet war, als Deutschland 1990 wiedervereint wurde.

Aus der Sicht von heute hat sich diese Vorhersage nicht erfüllt: Deutschland ist keineswegs protestantischer geworden, sondern, um es krass mit einem alten Begriff zu formulieren: Deutschland ist heidnischer geworden oder besser gesagt: säkularer.

Der 3. Oktober 1990 war – von heute, 32 Jahre später, aus betrachtet – ein Meilenstein der Säkularisierung Deutschlands. Dieser Prozess des abnehmenden Einflusses der Kirchen auf die Gesellschaft ist scheinbar unaufhaltsam.

Manche mögen das bejubeln, doch unter dem Strich ist das zu bedauern – schon alleine im Hinblick auf das, was die Kirchen zur Kultur und zum sozialen Leben beitragen, besonders an Hilfen für Schwache und am Rande der Gesellschaft Stehende, Alte, Kranke und Sterbende.

Dass die eingangs erwähnte Vorhersage nicht ganz daneben lag, zeigt folgende Tatsache: Es waren Protestanten, die das politische Leben in Deutschland maßgeblich prägten und es teilweise immer noch tun: Noch vor wenigen Jahren standen der ehemalige Pfarrer Joachim Gauck als Bundespräsident und die Pastorentochter Angela Merkel, beide aus dem Osten Deutschlands stammend, an der Spitze der Bundesrepublik Deutschland.

Es war die Zeit, in der die Tageszeitung „Die Welt“ sogar schreiben konnte:

„Die Protestanten übernehmen die Republik.“

In Angela Merkels Kabinett hatten die engagierten und überzeugten Protestanten jahrelang die Mehrheit. Heute ist der Protestant Frank-Walter Steinmeier, ein bekennendes Mitglied der Reformierten Kirche, Bundespräsident.

Aber der Eindruck täuscht: Die auffallende Präsenz von Protestanten in wichtigen öffentlichen Ämtern spiegelt schon lange nicht mehr die Situation in der Gesellschaft wider.

Die evangelische Kirche verliert dramatisch an Rückhalt, die 22 Landeskirchen schrumpfen noch schneller als die katholische Kirche. Nur noch weniger als ein Drittel der Bevölkerung bekennt sich im Mutterland der Reformation zum Protestantismus. 

Doch blicken wir anlässlich des Tags der Deutschen Einheit noch einmal zurück auf die Zeiten des Mauerfalls und der Wiedervereinigung und betrachten die Rolle der Kirchen damals.

Für viele Historiker liegt der Beginn der Veränderungen im Ostblock, die im Fall des Eisernen Vorhangs mündeten, in der Papstwahl im Oktober 1978.

Der Pole Karol Wojtyla wurde zu Papst Johannes Paul II.: Er war der erste Slawe an der Spitze der katholischen Kirche. Vor allem der „Antrittsbesuch“ als Papst in seiner polnischen Heimat, ein halbes Jahr nach der Wahl, hatte große Auswirkungen.

Nachdem der Pontifex seinen Landsleuten Mut gemacht hatte, einen Aufbruch zu wagen, entwickelte sich daraus eine Bewegung, die in Polen zur Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc führte. In der DDR entstand zur gleichen Zeit die Ökumenische Friedensbewegung. Ohne die vielen Schritte durch die Impulse der Kirchen wären der Mauerfall und die Wiedervereinigung unmöglich gewesen.

Doch war der 3. Oktober deshalb sogar „ein kirchlicher Feiertag“, wie der langjährige Bundestagsabgeordnete und evangelische Pfarrer Steffen Reiche meint?

Die Montagsdemonstrationen, die eine entscheidende Rolle bei der friedlichen Revolution in der damaligen DDR spielten, hatten ihren Ausgangspunkt vielfach in Kirchen. Speziell in Leipzig schlossen sich Friedensgebete an, die in der Nikolaikirche abgehalten wurden.

Am 9. Oktober 1989, bei der ersten und vielleicht wichtigsten Massendemonstration in Leipzig, sorgten nicht zuletzt evangelische Pfarrer wie Christoph Wonneberger und Christian Führer sowie Landesbischof Johannes Hempel für einen friedlichen Verlauf der Proteste.

Als Zeichen ihrer friedlichen Gesinnung verließen die Demonstranten den Gottesdienst in der Nikolaikirche mit brennenden Kerzen in der Hand und begaben sich zusammen mit all denen, die vor der Kirche auf sie gewartet hatten, zum Leipziger Innenstadtring.

Das Beispiel unterstreicht, welch große Rolle Gotteshäuser als Zufluchtsorte, engagierte Christen und vor allem evangelische Pfarrer beim Sturz des SED-Regimes spielten.

Bereits Jahre vor der Wende hatte die evangelische Kirche systemkritische Impulse gesetzt, zum Beispiel in Verfahren gegen Kriegsdienstverweigerer, und sich kritisch an Diskussionen über die Verfassung der DDR beteiligt.

Weil es in der übrigen Gesellschaft keine offenen Debatten gab, wurden kirchliche Gremien zu so etwas wie „Übungsfeldern der Demokratie“. Die langjährige Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Ellen Überschär, beschreibt diese Zeit so:

„Die evangelische Kirche in der DDR der Achtzigerjahre war für viele, die in ihr aufwuchsen und am Gemeindeleben teilnahmen, ein Sprachraum der Freiheit. Am Ende der Achtzigerjahre geriet der Sprachraum immer mehr zum Resonanzraum. Menschen kamen in die Kirchen, die vorher nicht da waren, und die Menschen, die vorher schon da waren, veränderten sich. Eine neue Generation von kirchlichen Mitarbeitern lockte nicht nur die aufmüpfigen Teile der Gesellschaft in die Kirchen, sondern auch Diskussionen und Debatten über den Frieden, ….über die Gerechtigkeit im eigenen Land….und die Bewahrung der Schöpfung. Jenseits staatlicher Strukturen organisierte sich ein landesweiter kirchlicher Prozess, offen für die Gesellschaft.“

Die Kirche wurde ganz im Sinne Dietrich Bonhoeffers zu einer „Kirche für Andere“, zu denen oppositionelle Gruppen, Dissidenten, Ausreisewillige und neugierige SED-Mitglieder gehörten.

Doch das lässt auch erkennen, was Lothar de Maiziere, der erste und letzte demokratisch gewählte Ministerpräsident der DDR, erläutert hat: Die Revolution kam zur Kirche und nicht die Kirche zur Revolution.

Hintergrund war, dass sie den aufständischen Bürgern einen Schutzraum bieten konnte, den keine andere Institution zu bieten und den sie sich in Jahrzehnten erarbeitet hatte.

Durch ihre zentrale Forderung der Gewaltlosigkeit beeinflusste die evangelische Kirche die Demonstranten entscheidend. Die katholische Kirche in der DDR, ohnehin in einer klaren Minderheitenposition, blieb sehr viel zurückhaltender.

Doch die Wende als „protestantische Revolution“ zu bezeichnen, wie manche es getan haben, wäre weit übertrieben und wird von Beobachtern, die nicht aus den Reihen der Kirchen kommen, in Frage gestellt.

Die Hoffnungen, dass weite Teile der Bevölkerung, beeindruckt vom politischen Engagement der Kirche und ihrer Repräsentanten, nach dem Wiederlangen von Freiheit und Einheit in Scharen wieder in die Kirche eintreten und in die Gotteshäuser strömen würden, erfüllte sich jedenfalls nicht. Sobald der Schutzraum nicht mehr gebraucht wurde, kam es zu mehr Austritten als Eintritten.

Das Interesse am christlichen Glauben und an der Kirche als Glaubensvermittlerin war also offenbar immer gering gewesen, worüber die großen Versammlungen in Kirchen zeitweise hinwegtäuschen konnten.

Waren in Westdeutschland 1989 noch fast 85 Prozent Mitglieder in einer der beiden großen Kirchen, so waren es in der DDR damals nur gut 30 Prozent. Als zentralen Grund für die bereits 1989 weit vorangeschrittene Säkularisierung, ja Entkirchlichung im Osten sehen Soziologen die aggressive antikirchliche Politik der DDR-Führung, einen staatlich organisierten Kampf gegen die Kirchen als anfangs noch gesellschaftlich bedeutende Institution.

Doch sie sehen auch noch weitere Gründe, unter anderem das mangelnde Nationalbewusstsein, auf das die Kirche in der DDR im Gegensatz zu Ländern wie Polen nicht als Ressource zurückgreifen konnte, und nicht zuletzt die schwächere Kirchenbindung von Protestanten, die im Gebiet der DDR gegenüber den Katholiken traditionell die deutliche Mehrheit stellten.

Nach der Vereinigung Deutschlands hat sich die „Kultur der Konfessionslosigkeit“ als kontinuierliche Normalität in Ostdeutschland zementiert. Die Zahl der Konfessionslosen liegt dort heute bei über 80 Prozent.

In manchen Regionen muss bereits von Konfessionslosigkeit in der zweiten oder dritten Generation gesprochen werden, Zeitungsartikel sprechen gern reißerisch von der „ungläubigsten“ oder „gottlosesten“ Region der Welt. Religion ist nach Auffassung vieler eine Privatsache, über die man nicht in der Öffentlichkeit redet.

Der Religionssoziologe Gert Pickel spricht daher von einer „säkularen Schweigespirale“ im Osten. Sie sorge mit dafür, dass sich bei konfessionslosen Ostdeutschen eine areligiöse Sozialisation verbreitet, mit der man sich häufig auch von den Westdeutschen abgrenzt, die in dieser Hinsicht als „weniger modern“ betrachtet werden.

 

 

„Wenn sie über die eigene Blase hinaus gehört werden wollen, müssen sich die Kirchen wie auch die Christen ja gerade öffentlich äußern – und das sollten sie meiner Ansicht nach auch unbedingt tun, damit der Glaube überhaupt im Gespräch bleibt. Interessant ist: Sobald das soziale Engagement der Kirchen zum Tragen kommt, löst das auch im Osten sehr positive Reaktionen aus.“ 

 

In den Jahrzehnten seit der Wiedervereinigung sind die Kirchen und ihre Gläubigen in Ost und West weitgehend geräuschlos zusammengewachsen. Allerdings ist dieses Zusammenwachsen nicht so geschehen, wie die Kirchen selbst, aber auch viele Soziologen das 1990 noch erwartet hatten: Eine Wiederbelebung des Glaubenslebens, ein Wiedererstarken der lange Zeit unterdrückten Religion oder gar eine Rückkehr zum Christentum auf breiter Front hat in Ostdeutschland nicht stattgefunden.

Nach Meinung des Religionssoziologen Gert Pickel gab es für eine „Renaissance“ des Glaubens damals aber auch kaum Anschlussmöglichkeiten.

„Die Menschen in Ostdeutschland haben über Jahrzehnte gelernt, dass sie gut ohne Kirche und Glaube leben können; ihnen fehlt in dieser Hinsicht nichts. Untersuchungen zeigen sehr deutlich, dass konfessionslose Menschen genauso glücklich sind wie gläubige Menschen.“ 

Ein anderer Religionssoziologe, Detlef Pollack, sieht eine der Ursachen für den fehlenden kirchlichen Aufschwung darin, dass die Ostdeutschen wegen der damaligen Umstellungsprobleme, die alle Lebensbereiche erfassten, keine Zeit für Fragen des Glaubens aufzubringen vermochten.

Auch sei die Kirche schon bald nach der Wende nicht mehr als Vertreterin der Interessen der Bevölkerung, sondern als westliche Institution und Siegerinstitution wahrgenommen worden.

„Gerade die evangelische Kirche Ostdeutschlands, die die Nähe zum Volk gesucht hatte und dem Staat so kritisch gegenübergestanden hatte wie keine andere Kirche in der deutschen Geschichte zuvor, wurde nun wieder als Herrschaftskirche und nicht als Kirche des Volkes wahrgenommen. So verlor sie all jene Sympathien, die sie sich vorher durch ihr unangepasstes Verhalten erworben hatte.“

Auch im Westen hat die zunehmende Säkularisierung sich vor allem in den letzten Jahren in eine Richtung entwickelt, die sich in Ostdeutschland schon lange abzeichnet.

Pünktlich zum diesjährigen Osterfest wurden Zahlen veröffentlicht, die eine tiefe historische Zäsur in der deutschen Geschichte darstellen: Wie Experten hochgerechnet hatten, ist erstmals weniger als die Hälfte der Bevölkerung, genauer gesagt: 49,7 Prozent, Mitglied in einer der beiden großen Kirchen.

Ostern als wichtigstes christliches Fest wurde 2022 erstmals in einem mehrheitlich nicht mehr katholisch und evangelisch gebundenen Deutschland gefeiert.

Trotzdem ist die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland noch christlich, weil es neben der katholischen und evangelischen Kirche eine Reihe von Freikirchen und einige Tausend orthodoxe Christen aus verschiedenen Ländern gibt, die in Deutschland leben.

Der Trend ist dennoch unübersehbar und für die großen Kirchen niederschmetternd, denn laut einer Studie der Universität Freiburg wird sich die Zahl der Kirchenmitglieder in Deutschland bis 2060 auf dann 22,7 Millionen halbieren. Dann werden nur noch 30 Prozent der Bevölkerung katholisch oder evangelisch sein.

Das Niveau, das die Kirchenaustritte 2021 bundesweit erreicht haben, war und ist ein Schock. Insgesamt verließen 280 000 Menschen die evangelische und 359 000 Menschen die katholische Kirche. Eine Zahl, die zumindest die katholische Kirche so hoch noch nie zu beklagen hatte.

Einerseits spielt die aktuelle kirchenpolitische Lage eine maßgebliche Rolle für die erdrutschartige Zunahme der Austritte. Andererseits gibt es den einen ausschlaggebenden Grund für einen Austritt laut Studien nicht. Eine kürzlich erschienene Untersuchung stellt fest:

„85 Prozent der befragten ausgetretenen Katholiken machten die Unglaubwürdigkeit der katholischen Kirche für ihren Schritt verantwortlich. 79 Prozent nennen die fehlende Gleichberechtigung von Frauen als Grund. Allerdings erklärten auch 30 Prozent, ihnen biedere sich die Kirche zu sehr dem Zeitgeist an. Und nur für 37 Prozent war ein konkreter Anlass wie zum Beispiel der Missbrauchsskandal entscheidend für ihren Schritt.“

Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie vielfältig die Ursachen dafür sind, dass Menschen sich von den Kirchen abwenden. Die sozio-kulturellen Veränderungen sind gewaltig, denn der oder die Durchschnittsdeutsche, egal ob in West oder Ost, definiert sich heute nicht mehr durch die Zugehörigkeit zu einer Partei, Gewerkschaft oder Kirche.

Der Individualismus ist weit vorangeschritten. Bequemlichkeit, „Gleichgültigkeit gegenüber den zentralen kirchlichen Anliegen“ und religiöse Indifferenz spielen eine große Rolle. Ganz entscheidend ist aber auch, ob jemand in einer religiösen oder zumindest religiös offenen Familie aufgewachsen ist.

Da dies aber in Deutschland und überhaupt in fast allen westlichen Industrieländern schon seit Jahrzehnten immer seltener der Fall ist, nimmt die Entfremdung von der Kirche und vom christlichen Glauben von Generation zu Generation immer mehr zu. Das Christentum, in dessen Mittelpunkt die Botschaft von Leid und Auferstehung steht, ist für zahlreiche Zeitgenossen nicht „cool“ genug.

Damit soll nicht im Geringsten beschönigt werden, dass vor allem die katholische Kirche sich durch den Missbrauchsskandal selbst auf Jahre oder sogar Jahrzehnte hinaus um ihre Glaubwürdigkeit gebracht hat und insofern die Schuld für die unverkennbare Erosion erst einmal und radikal bei sich selbst suchen muss.

Am Ende dieses Beitrags soll kein Missverständnis entstehen: Die Wiedervereinigung Deutschlands war ein großes Geschenk, ein Glücksfall der Geschichte, für den wir Deutschen, egal ob aus Ost oder West, zutiefst dankbar sein können.

Viele tapfere und mutige Menschen aus Ostdeutschland haben mit Kerzen, Gebeten und friedlichem Protest entscheidend dazu beigetragen, dass dieses Wunder Wirklichkeit wurde; dass die Mauer fiel und Deutschland wieder eins wurde. Das soll auf keinen Fall auch nur im Geringsten relativiert werden.

In diesem Beitrag ging es allerdings darum, die Einheit unter dem Aspekt der Säkularisierung zu betrachten, die 1989/90 in der damaligen DDR bereits weit fortgeschritten war und inzwischen auch in Westdeutschland nicht mehr zu übersehen ist.

Aufzuhalten ist dieser Prozess kaum noch. Ein Patentrezept gegen den Schwund der Kirchen gibt es nicht; Reformen sind unerlässlich, aber sie werden nicht für deutlich steigende Mitgliedszahlen sorgen.

Der Bedeutungsverlust der Kirchen schreitet also weiter voran, ihre gesellschaftliche Relevanz nimmt stetig ab. Der Sozialwissenschaftler der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid), Carsten Frerk, geht davon aus, dass die Entkirchlichung in den nächsten Jahren sogar noch schneller vorankommen wird als erwartet.

Kein Zweifel: Die Pandemie hat einen zusätzlichen Säkularismus-Schub mit sich gebracht, weil jetzt auch viele der vormals treuen Kirchenbesucher dem Gottesdiensten fern bleiben. Corona sorgt nach Meinung des katholischen Aachener Bischofs Helmut Dieser für einen Zeitsprung von zehn Jahren und nicht nur von einem Jahr.

„Ganz viele in unserem Land leben in dem Bewusstsein, das Gott nicht nötig ist, um ein anständiger Mensch zu sein und gut leben zu können“,

sagte Dieser kürzlich in einem Interview.

Das darf aus kirchlicher Sicht aber nicht nur ein Anlass zum Jammern sein. Darin liegt auch eine Chance: Während der Glaube in früheren Jahrzehnten in Westdeutschland selbstverständlich war und man unter sozialem Druck stand, wenn man beispielsweise nicht zur Kirche ging, ist es heute ein Akt der Freiwilligkeit und Überzeugung, wenn man sich für die Kirche engagiert.

Nach Ansicht von Detlef Pollack können nur die Gläubigen die Kirchen noch aus ihrem Tief herausholen. Oder, wie Bischof Dieser es formuliert: 

„Die Beweislast hat sich völlig auf unsere Seite verschoben, und diese Entwicklung wird durch Corona beschleunigt und bestätigt: Wir müssen Zeugnis geben können, dass ein Leben mit Gott ein größeres, tiefes, menschlicheres Menschenleben ist!“

Die Kirchen können von Ostdeutschland vor 1989/90 lernen, welche Ausstrahlung Christen auch als Minderheit in einem säkularen Staat haben und was sie alles bewirken können. Dafür ist es nötig, sich eben nicht in ein kirchliches Ghetto oder in den Schmollwinkel zurückzuziehen.

Sondern – um biblische Bilder zu benutzen – Salz der Erde, der Sauerteig der Gesellschaft, die Stadt auf dem Berge zu sein. Darin könnte die Zukunft der Kirchen und der Christen im säkularisierten, vereinigten Deutschland bestehen.

Die redaktionelle Verantwortung für die Sendung hat Martin Korden.

Musik:

Philip Glass – String Quartet No. 2 Company IV.

Philip Glass – The Hours. Morning Passages

Glass – Metamorphosis Four

Glass – Opening

Hope – Wild Swans Suite


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Dieser Beitrag wurde am 03.10.2022 gesendet.


Über den Autor Gerd Felder

Gerd Felder, Diplom-Theologe, geboren 1957 in Jülich (Rheinland), arbeitet als Freier Journalist und Publizist in Aachen. Er schreibt vor allem über kirchliche Themen für Zeitungen, Zeitschriften und Nachrichtenagenturen im ganzen deutschsprachigen Raum und betreut Schulprojekte zu sozial und gesellschaftspolitisch relevanten Themen wie „Sterben und Tod“ oder „Flucht, Migration und Integration“.     Kontakt: gerd@felder-redaktionsservice.de

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