Feiertag, 13.03.2022

von Andreas Brauns, Schellerten

„Weniger ist mehr – Mit Charles de Foucauld einfach leben lernen“

Ein französischer Adliger, ein Offizier, ein Eremit in der Wüste Algeriens und ein Mönch, den Papst Franziskus feierlich ins Register der Heiligen eintragen möchte: Die Lebensgeschichte von Charles de Foucauld ist so ungewöhnlich wie beeindruckend. Als junger Mann zog er sich in die Sahara zurück. Unter dem Nomadenvolk der Tuareg und anderen Muslimen bekehrte er sich zu seinem eigenen, christlichen Glauben. Charles de Foucauld richtete sein Leben in der Wüste nach dem Evangelium, lebte den interreligiösen Dialog und bekehrte viele zum Christentum – ohne direkt zu missionieren.

© Albert Backer / CC BY-SA 3.0

„Weniger ist mehr“,

das sagt sich so einfach. Aber es fällt schwer, Dinge loszulassen oder auf sie zu verzichten. Manche üben das Jahr für Jahr in den Wochen vor Ostern: der Fastenzeit. Sie essen und trinken weniger, um ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Konsumieren weniger, um sich klar zu werden, was wirklich wichtig ist.

Wer einfacher leben will, sollte sich darin üben, damit auch die Hände frei werden. Leere Hände verändern alles. Ich habe nichts, an dem ich mich festhalten könnte. Es fällt nicht leicht, anderen Menschen mit leeren Händen zu begegnen.

Erst recht nicht, wenn jemand aus einer sehr reichen Familie stammt wie Charles Eugéne Vicomte de Foucauld de Pontbriand. Besser bekannt als Charles des Foucauld.

Eremit in der Wüste Algeriens

Geboren 1858 in Straßburg. Schon als Kind verliert er seine Eltern. Als junger Mann gilt er als launenhaft, egoistisch, undiszipliniert und ungemein faul.

Doch aus dem ungläubigen Genussmenschen mit vollen Händen wird gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein Mönch. Er lebt einsam als Eremit mit leeren Händen in der Wüste Algeriens.

Gemeinfrei

Bis heute gilt er, der allen ein Bruder sein wollte, Juden, Muslimen und Christen als leiser und leidenschaftlicher Prophet, dem sich zu Lebzeiten nie jemand angeschlossen hat. Jetzt berufen sich etliche geistliche Gemeinschaften auf ihn.

Laufbahn im Militär

Darunter die „Kleinen Schwestern Jesu“ und die „Kleinen Brüder Jesu“. Zu ihnen gehört Andreas Knapp. Der Priester und Dichter lebt mit zwei anderen „Kleinen Brüdern“ in Leipzig und hat sich viel beschäftigt mit dem aus dem Adel stammenden Wüstenvater.

„Charles de Foucauld hatte genügend Geld, konnte es mit beiden Händen aus dem Fenster werfen. Er hat viele Partys gefeiert und ein sehr auffälliges Leben geführt, war dann auch durch seine wissenschaftliche Arbeit als Geograph mit jungen Jahren schon berühmt geworden.

Und ihm ging dann auf, als er auf der Suche nach Gott war, dass man Gott eben nicht in diesen Hierarchien suchen darf, die für sein Leben bisher wichtig waren. Die Hierarchie von Status, Geld, von Adligem oder von Ehre und Karriere.

Und er merkt: Gott ist ganz anders. Wenn ich Gott suchen will, dann muss ich heraus aus diesen Vorstellungen, was wichtig ist, wer oben ist, was entscheidend ist. Gott stellt diese Maßstäbe auf den Kopf. Das ging ihm beim Lesen des Evangeliums auf.“

Nach dem Abitur absolviert Charles de Foucauld nur mit Mühe die Militärschule. Sein ausschweifender Lebenswandel verträgt sich nicht mit dem militärischen Drill. Trotzdem wird er Offizier und 1880 mit seinem Regiment in die französische Kolonie Algerien geschickt. 

Wegen einer Geliebten wird er jedoch schon nach wenigen Monaten unehrenhaft aus der Armee entlassen. Nachdem er sich von der Frau getrennt hat, kehrt er für kurze Zeit zum Militär zurück und wird zu einem angesehenen Soldaten.

Die Frage nach Gott

Die arabische Welt und auch der Islam faszinieren ihn. Er will Algeriens Nachbarland Marokko erforschen, ein Land, das für Christen verboten ist. Darum lernt er Hebräisch und macht sich mit einem Rabbiner auf zur Grenze.

Getarnt als Jude zeichnet er die ersten Karten des Altas-Gebirges. Damit kehrt er im Mai 1884 nach Paris zurück. Der junge Forscher wird zum Star der Geografie.

Doch seitdem er in Algerien Muslime erlebt hat, die ganz selbstverständlich in der Gegenwart Gottes leben und darum häufig am Tag beten, beschäftigt ihn eine Frage, die er lange nicht kannte: die Frage nach Gott.

In Paris geht er immer wieder in die Kirche Saint Augustin. Innerlich aufgewühlt, auf der Suche nach der Wahrheit, wiederholt er dort oft einen Satz:

„Mein Gott, wenn es dich gibt, dann lass mich dich erkennen.“

Leben wie Jesus selbst

Im Oktober 1886 ist Charles de Foucauld entschlossen, den Priester von Saint Augustin, Abbé Henri Huvelin, zu bitten, ihn in Religion zu unterrichten. Er möchte sein Leben neu ausrichten – auf Gott.

Doch der Abbé gibt dem 28-jährigen Mann keinen Unterricht. Er nimmt ihm die Beichte ab, reicht ihm die Kommunion, den Leib Christi. Dem jungen Mann wird immer klarer: Ich will leben wie Jesus selbst gelebt hat.

„Charles de Foucauld hat sich von dieser Liebe Gottes so treffen lassen, dass für ihn sein ganzes Leben neu gestaltet werden konnte. So radikal bin ich nicht. Aber die Grundidee, mein Leben gestalten zu lassen von meinem Glauben, das hat mich sehr fasziniert. Und da hoffe ich, dass ich von Charles de Foucauld auch immer wieder so ´n bissel Inspiration bekomme.“

Gut drei Jahre später wird Charles de Foucauld Mönch. Einem Freund schreibt er:

„Ich liebe unseren Herrn Jesus Christus und kann es nicht ertragen, ein angenehmes und ehrenvolles Leben zu führen; war doch das seine das härteste und verachtetste, das es jemals gegeben hat.“

(nach Aufz. und Briefe, 30)

Der Weg führt nach Nazareth

Charles tritt in den strengen Orden der Trappisten ein, bleibt einige Monate in Frankreich, bevor er in ein Kloster nach Syrien wechselt. Von dort geht er nach Algerien. Aber das Leben im Kloster schenkt ihm keine Ruhe.

Und so verlässt er die Gemeinschaft, reist nach Israel und arbeitet in Nazaret als Knecht für ein Frauenkloster. So will er Jesus nachfolgen, der auch in dem kleinen Ort Nazaret viele Jahre unerkannt gelebt hat, bevor er öffentlich aufgetreten ist. Für Charles de Foucauld ist Nazareth allerdings mehr als nur ein Ort.

„Nazareth ist ´ne Chiffre, ´n Bild dafür, dass Gott an Orten ist, wo man ihn sonst eben nicht vermutet. Und dass im Unscheinbaren und im Gewöhnlichen des Alltags oft das Entscheidende schon geschieht.“                     

In Nazareth wurden die Weichen gestellt für das Leben Jesu. Dort wurde er erzogen, auch zu einem gottesfürchtigen Juden, der Gott als Vater anspricht. In Nazaret hat Jesus auch gearbeitet.

„Wir kennen von Jesus vor allem, wie er gepredigt hat und wichtige Dinge gesagt hat, wie er Gleichnisse erzählt hat und Geschichten, oder wie er Menschen begegnet ist und sie geheilt hat. Aber das Ganze wurde ja irgendwie vorbereitet in einer stillen Zeit. Und ich würde das gern die Schule von Nazareth nennen.

Vielleicht ist es ja gerade deswegen so wichtig, in diese Schule zu gehen, damit man in einen ähnlichen Lebensstil hineinwachsen kann. Und die Schule von Nazaret, die kennen wir nur indirekt, sozusagen an dem, was dabei herausgekommen ist. Was er gelebt hat, muss er ja vorher irgendwann gelernt haben.

Und das zeigt sich in den Gleichnissen. Wenn er über Gott redet, redet er nicht in den Bildern des Tempels und des Kultes, sondern in den kleinen Geschichten des Alltags. Und wenn er Menschen begegnet, dann achtet er besonders auf die, die so am Rand stehen. Und darin spiegelt sich seine eigene Lebenserfahrung wider.

Nazareth war´n Dorf, auf das man mit etwas Verachtung herabgeblickt hat. Und vielleicht hat Jesus dadurch gelernt, wie es ist, wenn man verächtlich behandelt wird, und hat eine Sensibilität gerade für die Menschen entwickelt, die an den Rand gedrängt wurden. Und genau ihnen gilt die frohe Botschaft, dass Gott für alle da ist!“                             

In Nazareth lebt Charles de Foucauld wie Jesus: Arm, arbeitet mit seinen Händen, dient Menschen. Als Klosterknecht steht er ganz unten in der Gesellschaft, auf dem letzten Platz.

Tief in seinem Innersten spürt er: Ich bin endlich angekommen, denn in Jesus hat Gott auch diesen letzten Platz eingenommen, um zu lieben, nicht zu herrschen.

„Ich glaube, dass da eine Dynamik drin ist in unserem Glauben. Das ist die Dynamik der Nähe, des Kleiner-Werdens, des Sich-selber-Loslassens. Dass Gott eben nicht jemand ist, der oben auf ´nem Thron sitzt und uns kontrolliert und mächtig uns klein macht, sondern dass Gott jemand ist, der uns entgegenkommt, der uns sucht, der sich bis ins Kleinste hineinbegibt, um uns nahe zu sein.

Und das ist ja so ´ne Dynamik von Annäherung, von Begegnung, von Liebe, wo ich ja immer ´n Stück abrüsten muss und kleiner werden, mich öffnen muss, mich wehrlos machen muss, damit ich einem anderen Menschen überhaupt offen begegnen kann.“

Ganz unten leben

Das einfache Leben ihres Knechtes berührt die Ordensfrauen. Sie möchten Charles de Foucauld gern als Hausgeistlichen haben, als Begleiter ihrer Seelen. Aber zunächst lehnt der einfache Mönch dies ab. Er will seinen letzten Platz nicht gefährden. Sein Leben, das für ihn einen unvergleichlichen Glanz hat: Den der Nachfolge Jesu.

Doch schließlich verlässt Foucauld Israel. Er geht zurück nach Europa und wird im Jahr 1901, mit 42 Jahren, zum Priester geweiht. Kurze Zeit später zieht es ihn zurück nach Algerien.

Zunächst in eine Oase im Westen des Landes, dann nach Tamanrasset, wo er in der Steinwüste eine Einsiedelei errichtet, sich um französische Soldaten kümmert und Kontakte pflegt zu den eher misstrauischen Einheimischen.

Er will vermitteln, nicht missionieren, nur gastfreundlich sein, sich als Bruder erweisen und so das Evangelium verkünden – in einem Leben ganz unten.

Gott ist einfach             

„nazaret:

im graubunten galiläer allerlei

monotones hinundher

treppauftreppab jahrausjahrein

das leben pulsiert

im rhythmus von hammer und säge

die hobelspäne der zeit

fallen auf den boden der normalität

inmitten dieser symphonie aus eintönigkeiten

völlig unspektakulär

das göttliche präsent

Das Wort ‚Präsent‘ hat ja diese doppelte Bedeutung: Das Gegenwärtig sein, es heißt aber auch: Es ist ein Geschenk, ein Präsent wird überreicht.“

Mit wenigen Worten beschreibt Andreas Knapp das Lebensmodell des Charles de Foucauld. In einem einfachen Leben scheint Gott auf. Es braucht dafür keine Kathedralen, keinen Gottesdienst, keine hohe Bildung, keine Liste von guten Werken.

Freund der Tuareg

Weniger ist mehr. Es braucht Tag für Tag Vertrauen ins Leben und offene Augen für Menschen und Gott. Das Lebensmodel überzeugt auch die Tuareg, das muslimische Volk, dem Foucauld in der Wüste begegnet.

Bald sehen manche von ihnen in ihm einen heiligen Mann, der leider kein Muslim ist. Er lernt ihre Sprache, sammelt ihre Wörter, ihre Fabeln und Gedichte. Er lebt wie sie, teilt mit ihnen, was er hat. Sie sind ihm ebenso wichtig wie die hochgestellten französischen Militärs oder einfache Soldaten.

Von Tamanrasset zieht Foucauld schließlich auf einen Gipfel des Ahaggar-Gebirges, wo er in 2700 m Höhe eine neue Einsiedelei baut. Er will sich in der Einsamkeit radikal hinwenden zu Gott.

Dabei die Menschen nicht aus den Augen verlieren. Doch schon bald verlässt er den Berggipfel wieder, kehrt zurück nach Tamanrasset, lebt in Nachbarschaft der Tuareg.

Lernen von Foucauld

Das irritiert nicht nur manche französischen Soldaten. Für Andreas Knapp hat Charles de Foucauld damit etwas deutlich gemacht:

„Das ist auch ein Aspekt, wie ich ganz konkret Nazareth leben kann: Hab´ ich auch Beziehungen zu Menschen, die eher am Rand stehen? Interessiert mich das Schicksal von Nachbarn oder Nachbarinnen, denen es nicht gut geht? Pflege ich Beziehungen zu Menschen, die mir nicht zu Ansehen verhelfen, die keine Lobby haben, mit denen ich nicht einmal irgendwie glänzen kann, sondern die in Not sind, die in Schwierigkeiten sind. Oder mit Geflüchteten und Vertriebenen. Habe ich Kontakt zu solchen Menschen, die in den Augen der Gesellschaft zunächst einmal nicht interessant sind?“

Charles de Foucauld hat sie gesehen, sich von ihrer Not berühren lassen. Er war einer von ihnen, ganz unten. Auf dem letzten Platz, den Gott in Jesus selbst eingenommen hat, um niemanden zu übersehen.

Wie aber schauen Christinnen und Christen heute?

„Haben sie ´nen Blick für Menschen, die am Rand stehen, sind ihnen die wichtig, und sind sie auch zufrieden mit den gewöhnlichen Dingen des Alltags? Wir leben ja in einer Gesellschaft, in der Optimierung, Karriere, immer schneller, immer mehr ´ne Spirale ist, die auch viele Menschen oft an den Rand ihrer Kräfte bringt.

Natürlich ist es wichtig, dass wir funktionieren, dass wir unseren Job gut machen, dass wir auch innerhalb der Gesellschaft unseren Platz einnehmen. Aber das ist nicht das Wichtigste.

Das Wichtigste ist, dass ich aus Liebe lebe, dass ich in Beziehung lebe, dass ich Vertrauen habe ins Leben, dass ich mit Gott in Beziehung stehe. Kann ich glauben, dass Gott mich kennt und sieht, und gibt mir das so ´ne gewisse Gelassenheit gegenüber all den Anforderungen, die täglich auf mich einstürmen?“

So muss ich mich selbst nicht überfordern. Ich muss nicht alles machen. Und: Ich muss auch nicht immer geben. Ich darf Menschen auch mit leeren Händen begegnen. Dann lenkt nichts ab von einem Blick in die Augen, von einem Wort, das das Herz erreicht.  

„Das war auch ´n Lernprozess für Charles de Foucauld. Der hat ja auch aus seiner adligen Familie manchmal noch Geld abgeschöpft, um irgendwelche guten Werke zu tun. Da ist natürlich immer die Gefahr: Ich bin der Gebende, der andere ist der Empfangende. Ich – von oben nach unten. Aber die Maßstäbe Gottes sind ja gerade umgekehrt. Dass ich eben immer auch der Empfangende bin und dass von unten her das Gute geschenkt wird.

Und da hat Charles de Foucauld gelernt, dass er von diesen Menschen mehr empfängt als er eigentlich gibt. Es gab ´ne dramatische Situation in seinem Leben, wo seine Gesundheit so bedroht war, dass er dem Tod nah war, und da haben ihm diese Beduinen der Tuareg das Leben gerettet.

Und da hat er gelernt: Beziehung ist immer ein Geben und Nehmen. Wir empfangen immer und wir geben. Und ich meine, dass die Bekehrung da beginnt, wo ich lerne, ich bin bedürftig, ich habe leere Hände und ich empfange.“

Der erste Weltkrieg verschont auch Algerien nicht. Da aber die Einsiedelei in Tamanrasset nicht ausreicht, um seine Freunde, die Tuareg, zu schützen, baut er mit ihnen ein Fort.

Nazareth ist überall

Das wird am 1. Dezember 1916 von Aufständischen überfallen und geplündert. Dabei wird Charles de Foucauld ermordet, seine Leiche wird im Boden verscharrt. Doch er wird nicht vergessen. 1933 treten die ersten Männer und später auch Frauen in seine Fußstapfen.

Überzeugt davon: Nazareth ist überall. Was das bedeutet, beschreibt der Kleine Bruder Andreas Knapp so:

„Ich kann hier und jetzt anders leben. Das ist ja das Entscheidende des Evangeliums, dass Jesus auch in einem Umfeld, in dem ganz viel Gewalt herrscht und Hoffnungslosigkeit, dass er anders gelebt hat. Dass er hier und jetzt schon die neue Welt Gottes versucht hat zu realisieren. Indem er auf Menschen zuging, indem er Aussätzige umarmt hat, indem er viele der gültigen Gesetze überschritten hat, um zu zeigen: Es ist eine andere Welt möglich. Und zwar dort, wo ich jetzt schon damit beginne!“

Indem ich eintauche in das Leben, im Glauben daran: Gott ist da. Hier und jetzt. So können Menschen gelassen seine Gastfreundschaft zeigen, seine Güte und Liebe. Wer sich auf Nazareth einlässt wie Charles de Foucauld, lebt anders, gelassener. Das bedeutet:

„Dass mein Besitz und alles, was mir so anvertraut ist, dass das nicht zu einem krampfhaften Festhalten führt, sondern dass ich frei mit umgehen kann. Und es heißt: Wenn ich die Karriere nicht machen kann, die ich angestrebt habe, dass ich deswegen als Mensch noch nicht versagt habe, sondern dass ich immer noch für Gott ein unendlich wertvoller Mensch bin. Also, an all dem, was gegeben ist, das dankbar anzunehmen und zu benutzen, aber es nicht so festzuhalten, dass ich abhängig werde.“

„Weniger ist mehr.“ Das hat Charles de Foucauld in seinem Leben entdeckt und gelebt. Im Mai wird der „Bruder aller“ von der Katholischen Kirche heiliggesprochen.

Doch es ist sein Beispiel, das Menschen bis heute fasziniert: In Beziehung leben. Wie das aussehen kann, beschreibt Andreas Knapp so:

„mitten in der Welt

Unser Stadtviertel ist unser Kloster

und die belebten Straßenkreuzungen sind unser Kreuzgang

unsere Klosterwerkstätten sind die Fabriken

und unsere Gebetszeiten werden von der Stechuhr diktiert

unsere Fürbitten stehen in der Zeitung

die Probleme der Nachbarin hören wir als Tischlesung

und ihre Lebensgeschichte sind unsere Bibliothek

die Gesichter der Menschen sind die Ikonen die wir verehren

und im leidgezeichneten Antlitz schauen wir auf den Gekreuzigten.“

Die redaktionelle Verantwortung für die Sendung hat Martin Korden.

Musik:

Marcelino’s Despair - Mark Knopfler & Evelyn Glennie

Hams (Whisper) - Mohamed Naiem

„Asking For A Friend“ - Mary Chapin Carpenter

Monagah - Mohamed Naiem

Altamira - Mark Knopfler & Evelyn Glennie

The Cider House - Rachel Portman


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Dieser Beitrag wurde am 13.03.2022 gesendet.


Über den Autor Andreas Brauns

Andreas Brauns wurde 1962 geboren. Er ist verheiratet und Vater von drei Töchtern. Nach dem Theologiestudium in Frankfurt am Main und Freiburg im Breisgau absolvierte er seinen Zivildienst in Hannover. Während dieser Zeit gab es erste Kontakte zur kirchlichen Rundfunkarbeit. Seit 1995 arbeitet er als Redakteur im „Katholischen Rundfunkreferat für den NDR“. Zudem arbeitet er seit einigen Jahren auch als Beauftragter für Funk- und Fernsehen im Bistum Hildesheim. Ein Wort des Apostels Paulus im Römerbrief begleitete ihn seit dem Studium: „Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündigt?“

Kontakt
andreas.brauns@bistum-hildesheim.de


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