Feiertag, 29.08.2021

von Jan Hendrik Stens, Köln

Instrument des Jahres 2021: Wie die Orgel die Welt erobert hat

Orgeln sind aus den Kirchen nicht mehr wegzudenken. DIe Orgel gilt auch als "Königin der Instrumente" - etwa wegen ihres oft prachtvollen Erscheinens sowie des gewaltigen Klangs. Orgeln gibt es schon lange, bevor die Kirche entstanden ist. Erst mit dem byzantischen Reich soll die Orgel zum kirchlichen Instrument geworden sein.

© Matheus Bertelli / Pexels

Als „Königin der Instrumente“ hat Mozart sie einst bezeichnet. Und diesen Titel trägt sie bis heute – die Orgel oder genauer gesagt: die Pfeifenorgel. 

Mächtige Prospekte mit überlebensgroßen Pfeifen erheben sich in großen Kirchen meist auf Emporen weit über unseren Köpfen. Und wenn dann ein Organist virtuos auf solch einem Instrument spielt, beeindruckt das immer wieder von neuem.

Der Lyriker und Theologe Johannes Scheffler, der besser unter seinem Künstlernamen Angelus Silesius bekannt ist, formulierte es im 17. Jahrhundert auf seine ihm eigene Art:

„Gott ist ein Organist, wir sind das Orgelwerk: Sein Geist bläst jedem ein und gibt zum Ton die Stärk.“

Warum die Orgel?

Doch woher kommt diese Faszination für ein Instrument, das seinen Ursprung in der Kultur der heidnischen Antike hat, dann aber seit dem Mittelalter in fast jeder Kirche zu finden und heute auch aus weltlichen Konzertsälen nicht mehr wegzudenken ist?

Der Kirchenmusiker Ansgar Wallenhorst, Kantor an St. Peter & Paul in Ratingen und weltweit gefragter Konzertorganist, hat eine Antwort darauf:

„Die Orgel hat vor allen Dingen diese unglaubliche Palette an Klangfarben. Sie vereinigt ja im Prinzip so etwas wie einen ‚Trésor Sonor‘, auch wenn man die Orgelbaugeschichte anschaut. Kein Instrument hat in sich – zur heutigen aktuellen Zeit – so viele Teile seiner Geschichte. Das ist das eine.

Das andere ist sicherlich, dass die Orgel vom absoluten Pianissimo – wirklich diese säuselnden Klänge – erzeugen kann, aber gleichzeitig auch dieses unglaubliche Volumen hat, dieses ‚Magma Sonor‘, und dass damit auch unglaublich vielfältige Möglichkeiten sowohl von der Orgelliteratur, vom großen Repertoire – kaum ein Instrument hat dieses riesige Repertoire – bis hin dann auch zur Improvisation, zur Darstellung der unterschiedlichsten Gefühle, Affekte, was auch immer möglich sind. Und das ist – glaube ich – auch ein bisschen das Geheimnis der Orgel.“

Wer sich auf die Suche nach dem Ursprung der Pfeifenorgel macht, muss weit in die Vergangenheit reisen, genauer gesagt in die griechische Antike.

Die erste Orgel ist in der Mitte des 3. Jahrhunderts vor Christus nachzuweisen. Ktesibios, ein Ingenieur in Alexandrien, konstruierte eine Art Wasserorgel, ein Hydraulos. Diese Wasserorgel wurde in den Arenen bei weltlichen Veranstaltungen benutzt und muss wohl schon da über ein entsprechendes Klangvolumen verfügt haben.

Instrument der Heiden

Für die frühen Christen war die Orgel – wie auch die Glocke und andere aus dem profanen Bereich stammenden Kulturgegenstände – zunächst einmal ein heidnisches Instrument und kam für die musikalische Begleitung der Gottesdienste nicht in Frage.

Das änderte sich aber mit Karl dem Großen, in dessen Reich die Kirchen mit Orgeln ausgestattet wurden.

„Das war da ganz ähnlich wie im Kirchbau, dass man sich vorstellen kann, das war so ein Hype. Also die haben da so ein Instrument und das machte einen Mordssound in der Kathedrale. So ist das dann mit dieser Kathedralbau-Kultur auch durch Europa gewandert und hat zunehmend Fuß gefasst; ein bisschen anders als natürlich heute. Meistens waren es Schwalbennestorgeln, große Blockwerk-Orgeln – wie man das nennt –, also wo im Prinzip diese Vielfalt von Stimmen, die wir heute als Einzelklänge haben, noch gar nicht einzeln abrufbar waren.“

Dieses Blockwerk hatte noch in vielen Kirchen Bestand, bevor im späten Mittelalter durch die Erfindung der Schleiflade das Spiel verschiedener Klangfarben möglich wurde. Klanglich muss man sich bei dieser Orgelmusik vieles im Stil der damaligen Vokalmusik vorstellen.

Die Schule von Notre-Dame

Beispielhaft ist die Schule von Notre-Dame in Paris. Dort wurde auch in der Orgelmusik das Prinzip des Kontrapunkts praktiziert. Zur Melodie wird dabei eine Art Gegenmelodie gesetzt.

Die Harmonisierung ist bei dieser Musik noch sehr einfach gehalten und setzt dabei vor allem das Intervall der Quinte ein. Erst später kommt die Terz als harmoniebestimmend hinzu.

„Das kann man sich vorstellen mit diesem großen Mixtur-Klang und der Quint-Schichtigkeit. [Tonbeispiel] Und man hört dann schon, irgendwann kommt die Leittönigkeit mit hinein wie in der Mehrstimmigkeit der Musik insgesamt. Und dann entwickelt sich eben auch dieser Orgelstil, der dann an der Entwicklung der Musikgeschichte partizipiert, wie wir ihn dann in der Form von Versetten haben, die sich dann mit dem Chorgesang oder mit dem Gregorianischen Choral abwechseln und eben immer in diesem großen vollen Orgelklang. Wenn man das hier auf 32‘-Basis hat, hat man diesen rauschenden Mixturplenum-Klang. [Tonbeispiel] Und wie in der Vokalmusik auch, kam dann diese picardische Terz, also neue Entwicklungen in der mehrstimmigen Musik dazu. Das alles war eigentlich immer wieder, was sich mit der Orgelmusik und den Übertragungen von Vokalmusik eins zu eins verbunden hat.“

Die Orgel zieht in mehr Kirchen ein

Im späten Mittelalter bekommt die Entwicklung des Orgelbaus durch die Erfindung der Schleiflade einen entscheidenden Schub. Hierbei stehen die Orgelpfeifen nach Klanggruppen geordnet auf einem Brett mit Löchern, durch die die Luft in die Pfeifen dringt und den Ton erzeugt. Die Schleiflade als weiteres Brett sorgt dafür, dass die Luftzufuhr durch ihr Verschieben unterbrochen werden kann.

Somit lassen sich beim Orgelspiel bestimmte Pfeifengruppen, die sogenannten Register, aktivieren oder deaktivieren. Jedes Register hat eine bestimmte Klangfarbe oder ähnelt auch einem bestimmten Instrument, weshalb es Orgelregister gibt, die Trompete, Flöte oder Gambe heißen. Das wichtigste Register aber ist der Prinzipal, eine klangliche Hauptstimme, die in kaum einer Orgel fehlt.

Neben den großen Kathedralkirchen werden in den Städten Europas auch die Stadt- und Kollegiatskirchen zu Standorten großer Orgeln des neuen Typs. Meister des Orgelbaus gehen auf Wanderschaft und prägen ganze Regionen und Landstriche mit ihren Instrumenten.

Andere Länder, andere Orgeln?

Dabei gehen von jedem Land ganz unterschiedliche Impulse aus, was mit den religionswissenschaftlichen Entwicklungen jener Zeit zusammenhängt. So ist Italien mit seinen großen Meistern wie Girolamo Frescobaldi an der Wende zum 17. Jahrhundert sehr von den Auswirkungen des Trienter Konzils und seiner Erneuerung der Liturgie geprägt.

 „Die italienische Orgel ist sehr bestimmt von dem vokalen Klang. Wenn wir einen italienischen Prinzipal hören, können wir uns das vorstellen. [Tonbeispiel] Das ist also dieser gesangliche, weiche Klang, der die italienische Orgel ausmacht. Sie hat im Prinzip ein aufgeteiltes Blockwerk, aber kaum Zungenregister, als Besonderheit noch die ‚Voce umana‘. Das ist so eine Art Schwebeklang, was auch schon der Name deutlich macht. Es geht darum, die Schwebung der menschlichen Stimme zu imitieren. [Tonbeispiel] Das ist also dieser typische gesangliche Stil in Italien.“

Ganz anders klingt die Orgel des 17. und 18. Jahrhunderts in Frankreich, wo Bau und Klang ganz zentral auf Paris ausgerichtet sind. Für den Pariser Orgelstil ist typisch, dass der Gregorianische Choral immer noch der Kernpunkt der Musik ist. Dabei spielt das Tenorklavier eine besondere Rolle, bei dem das noch nicht besonders stark ausgebaute Pedal den Cantus firmus, also die Melodie trägt. 

In Deutschland und den Niederlanden gibt die Reformation die entscheidenden Impulse für die Weiterentwicklung der Orgel.

Luther, die Musik und die Orgel

Während in der katholischen Liturgie bis dahin die Aufgabe des Organisten darin bestand, im Wechsel zum Chorgesang auf der Orgel zu spielen, kommt vor allem mit der Lehre Martin Luthers der Gesang der Gemeinde als Träger der Liturgie hinzu. Für Luther selbst war die Musik ein wichtiger Bestandteil der Liturgie:

„Die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes und macht die Leute fröhlich. Ich gebe nach der Theologie der Musik die nächste Stelle und die höchste Ehre.“

Für die Orgel bedeutet das nun, den Gemeindegesang zu begleiten, was auch Auswirkungen auf den Orgelbau hat. Es entstehen verschiedene Orgeltypen wie zum Beispiel der Hamburger Prospekt, den man noch heute in vielen großen Kirchen der norddeutschen Hansestädte findet. Kennzeichnend hierfür sind vor allem die seitlich angebrachten großen Pedaltürme mit den tiefen Basspfeifen.

Eine große Gemeinde, die geführt werden will, wird nun durch das große Pedal vom Organisten dirigiert. In dieser Zeit entstehen auch die virtuosen Kompositionen der norddeutschen Meister wie zum Beispiel Dieterich Buxtehude, Vincent Lübeck oder Nicolaus Bruhns. Somit ist der Typus der Barockorgel entstanden.

Sie verfügt über einen Spieltisch mit meist drei Klaviaturen, Manuale genannt, für die verschiedenen Teile der Orgel, die dann Hauptwerk, Oberwerk und Rückpositiv heißen. Dazu kommt das Pedal. Ansgar Wallenhorst demonstriert dies auf der modernen Ratinger Orgel:

 „Das ist vor allen Dingen die typische Form, dass wir einen großen Mixturklang haben, dann auch eine Gegensätzlichkeit von verschiedenen Manualen, die sich gegenüberstehen und wir dann das Pedal als eine Art Soloklaviatur haben. [Tonbeispiel] Also ein ganz anderer Stil, der chorisch die Orgel in ihren Klangfarben gegenüberstellt. Man muss sich das auch in einer großen Kirche, einem großen Raum vorstellen, dass die Räumlichkeit der Orgel auch wirkt. Das kann man auch in Holland feststellen, wo wir einen unglaublichen Schatz an Orgelkultur haben. Diese Tiefe, diese räumliche Dimension ist enorm. Das bedeutet natürlich auch eine Herausforderung an den Orgelbau. Denn alles war ja mechanisch gesteuert. Also diese immensen Distanzen zu überwinden und dann auch trotzdem noch eine gut funktionierende Traktur, also eine spielbare Orgel dem Organisten zur Verfügung zu stellen.“

Der Orgel-Europäer: Johann Sebastian Bach 

Mit Johann Sebastian Bach erreicht die Barockorgel schließlich im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Obwohl Bach in einem eher begrenzten Raum von Thüringen aufgewachsen ist und nur ab und an Reisen nach Lübeck oder Hamburg unternommen hat, so kann man doch sagen, dass er in der europäischen Musik seiner Zeit „gebadet“ hat.

Er konnte die unterschiedlichen Quellen dieser Musik zusammenführen. In seinen Orgelwerken sind Reminiszenzen an die norddeutsche Musik Buxtehudes vorhanden, aber auch südeuropäische Klänge spielen bei Bach eine Rolle, wie etwa in seinem italienischen Konzert oder den französischen Pièces d'Orgue.

Man kann Johann Sebastian Bach also als einen wahren Orgel-Europäer bezeichnen. Aber auch im Orgelbau führt er verschiedene Traditionen zusammen, indem er an seinen Wirkungsstätten Werke französischer oder italienischer Bauart in den Orgeln einbauen lässt.

Als Orgelrevisor hat Johann Sebastian Bach auch viel mit der Begutachtung zu tun und weiß, dass ein qualitätvolles Instrument schon die „halbe Miete“ ist: 

„Man muss nur zur rechten Zeit die richtigen Tasten treffen, den Rest erledigt das Instrument.“

Eine Besonderheit beim Bachschen Orgelspiel ist die Verbindung mit den kammermusikalischen Aspekten, also der Musik, die für eher kleinere Räume geschrieben ist. Im Gegensatz zum großen Stil der „rauschenden Orgel“ herrscht bei Bach die Ausbildung der Solofarbe vor, bei der die einzelne Registerstimme der Orgel eine größere Rolle spielt, erklärt Ansgar Wallenhorst:

„Und wir haben eben in der Konsequenz, dass die Orgel zwei- oder dreimanualig ist, auch eine Entwicklung der Einzelfarbe gerade im Triospiel, dass wir also drei unterschiedliche Klangfarben und drei unterschiedliche Klangschichten hören. [Tonbeispiel]“

Die symphonische Orgel

Die nächste große Epoche der Orgel beginnt zunächst mit einem großen Einschnitt: mit der Französischen Revolution. Kirchen werden enteignet, geplündert und vernachlässigt. Das bedeutet auch für viele der Barockorgeln in Frankreich das Aus.

Erst mit dem Roman „Notre Dame de Paris“ von Victor Hugo erwacht ab den 1830er Jahren ein neues Interesse an den alten Kirchen, und ihre Wiederherstellung durch Architekten wie Eugène Viollet-le-Duc beginnt.

Als der aus Montpellier stammende noch junge Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll den Auftrag erhält, für die Abteikirche Saint-Denis ein neues Instrument zu bauen, entsteht ein neuer Typus: Die symphonische Orgel. 

„Cavaillé-Coll greift im Prinzip die klassische Orgel auf, aber es kommen neue Sachen hinzu. Zum einen wird die Windversorgung optimiert, etwas ganz Wichtiges. Cavaillé-Coll war ein großer Ingenieursgeist, ein Mann, der ein unglaubliches physikalisches Wissen hatte und hat sich erst einmal drangemacht und gesagt, was Bach ja auch schon immer propagiert hat: Für ein solides brauchen wir erst einmal eine gute Windanlage. Das war der erste wichtige Punkt.“

Hinzu kommen aber auch neue Register wie überblasende Flöten, die ähnlich einer Querflöte über einen sehr tragenden Klang verfügen. Auch bei den Zungenstimmen entwickelt Cavaillé-Coll die Orgel weiter und greift dabei auf horizontal angeordnete Register zurück, wie man sie von der iberischen Halbinsel kennt. Dieser fanfarenartige Klang prägt in besonderer Weise die französisch symphonische Orgel.

Zurück zur Barockorgel 

Als neuer Bauteil der Orgel entsteht das Schwellwerk, ein großer Kasten, der mit Jalousien versehen ist, die geöffnet und geschlossen werden können, wodurch der Klang der Orgel lauter oder leiser wird. In St-Denis noch recht klein besetzt, wird dieses Schwellwerk bei den nachfolgenden Instrumenten Cavaillé-Colls immer reichhaltiger besetzt und entwickelt sich zum Kraftpaket der Orgel. 

„Eine ganz neue Epoche im Orgelbau in Frankreich. Immer noch sehr klassisch, weil es eben auch an den Prinzipien der mechanischen Orgel und der Schleiflade festhält. In Deutschland haben wir da eine etwas andere Entwicklung, die dann auch später zu diesen Riesenorgeln fabrikmäßiger Herstellung geführt hat und dann letzten Endes zur Rückbesinnung in der Form der Orgelbewegung, dass man gesagt hat: Okay, wir müssen wieder ein ‚back to the roots‘ und die Barockorgel wieder in den Blick nehmen.“

Orgelbau und Orgelmusik waren immer wieder auch der Mode unterworfen. Waren es in der Romantik vor allem eher dunkle und schwere Klänge, die vorherrschten, so verschwanden diese in der Zeit der Orgelbewegung ab der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Heute hingegen wird an den Musikhochschulen das Tableau der gesamten Orgelmusik gelehrt.

Als altbackenes Auslaufmodell sieht Kirchenmusiker Wallenhorst die Pfeifenorgel darum auch nicht, weder im Konzert noch in der Liturgie der Kirche.

Kein Instrument hat diese Diversität zu bieten wie die Orgel. Jedes Register ist für den Organisten eine Persönlichkeit. Und keine Orgel ist wie die andere. Das begründet auch der Landesmusikrat Schleswig-Holstein, der die Orgel zum Instrument des Jahres 2021“ erklärt hat:

„Kein anderes Instrument hat an Tiefe und Höhe mehr Umfang, ihr Klang reicht vom sanftesten Pianissimo bis hin zu einem donnerndem alles umfassenden Fortissimo. Als abendländisches Hauptinstrument der Liturgie steigert sie nicht nur die Feierlichkeit der Gottesdienste, sie symbolisiert mit ihrem vielstimmigen Klang auch den Zusammenklang der kosmischen Sphären.“

Werkzeug der Stille und des Klangs

Und hier fällt dem Organisten die Aufgabe zu, das aus der Orgel herauszuholen, was wirklich in ihr steckt. Das meint auch Ansgar Wallenhorst, der jeden Gottesdienst und jedes Konzert als Herausforderung sieht, den Bedürfnissen einer sich mehr und mehr individualisierenden Gesellschaft gerecht zu werden.

„Wenn hier am Sonntag 300 Leute in den Gottesdienst kommen, dann sind das 300 Leute mit ganz verschiedener Erwartung an diesen Gottesdienst, wie es ihnen gerade geht, was sie erlebt haben, welche Freude und Leiden sie gerade durchgemacht haben. Und irgendwie ist es immer wieder die Aufgabe der Musik, das alles zu sammeln. Wir sind also auch so ein bisschen diejenigen, die mit dieser Orgel – Werkzeug der Stille, Werkzeug des Klanges – die Leute einsammeln.

Und das ist immer wieder eine wichtige Aufgabe, dass möglichst viele sich wiederfinden. Und das ist nicht nur eine Frage des Stils, der Modernität oder der vielleicht klassischen Ausrichtung des Stückes oder dessen, was man improvisiert, sondern auch dieser Gesamtkosmos an Klängen, dass jeder doch nach einem Gottesdienst doch gestärkter, getrösteter nach Hause gehen kann. Und wenn es nicht in jedem Stück war, genauso wie es einfach auch im Verlauf des Gottesdienstes ist, man nimmt vielleicht das eine Wort aus der Lesung, den einen Gedanken aus der Predigt und den einen schönen Akkord mit nach Hause.“

Die redaktionelle Verantwortung für die Sendung hat Martin Korden.

Musik:

Simon Preston – Bach Toccata in D-min BWV 538
Christian Brembeck – Bach Choral-Improvisation


« zurück zur Übersicht

nach oben ↑


Beitrag anhören


Dieser Beitrag wurde am 29.08.2021 gesendet.


Über den Autor Jan Hendrik Stens

Jan Hendrik Stens, 1977 in Lippstadt geboren, studierte Theologie und Kunstgeschichte in Münster und Rom. Seit 2009 ist er Redakteur bei DOMRADIO.DE in Köln. Kontakt:
janhendrikstens@gmx.de

Allgemeine Seiten-Suche

» Autoren-Suche  |  » Beitrags-Suche