Feiertag, 01.08.2021

Von Gunnar Lammert-Türk, Berlin

„Dann wehe uns allen“ Vor 80 Jahren hielt Bischof von Galen die Euthanasiepredigt

Kardinal Graf von Galen ist auch als "Löwe von Münster" bekannt: Denn seine Predigten - die auch international Beachtung fanden - zur Zeit des Nazi-Regimes schlugen mit einer kaum bekannten Wucht ein. Er prangerte nicht nur willkürliche Festnahmen von Priestern an, sondern ergriff auch für die Juden Partei und war einer der wenigen, die sich gegen die Euthanasie-Politik der Nazis stellten. Vor 80 Jahren hat er seine wohl bekannteste Predigt gehalten.

© Maier, H., Bundesarchiv, Bild 183-1986-0407-511 / CC-BY-SA 3.0

Wir haben uns bei Tisch so allgemein unterhalten und nachher habe ich die drei Predigten von Galen vorgelesen. Ich lasse sie jetzt abschreiben und schicke Dir einen Satz zur Verbreitung. Sie lesen sich herrlich vor, denn der ganze Schwung kommt dabei heraus. Habe ich Dir schon geschrieben, daß diese Predigten am vergangenen Sonntag von allen Kanzeln Westfalens verlesen worden sind?“

So schrieb Helmuth James von Moltke am 6. September 1941 an seine Frau Freya. Er war begeistert von den Predigten, die der Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen, wenige Woche zuvor im Juli und August gehalten hatte.

Moltke war der Kopf des sogenannten Kreisauer Kreises, einer Widerstandsgruppe gegen das nationalsozialistische Regime. Ihn beeindruckte, wie deutlich sich von Galen gegen die Willkür und Verbrechen der Nationalsozialisten – vor allem die Tötung des sogenannten „lebensunwerten Lebens“ – geäußert hatte.

Immer auf der Suche und im Kontakt mit Menschen, die sich Gedanken machten über eine Neuordnung Deutschlands hatte Moltke tags zuvor den Berliner Bischof Konrad Graf von Preysing besucht. Auch davon erzählt er in seinem Brief:

„Ich befragte Preysing nach Galen. Er versicherte mir, das sei ein ganz durchschnittlicher Zeitgenosse von durchaus beschränkten Geistesgaben, der daher bis in die jüngste Zeit hinein nicht gesehen habe, wohin die Reise geht und darum immer zum Paktieren geneigt habe.“

Predigten, die einschlugen

Es darf bezweifelt werden, ob dieses Urteil gerecht und zutreffend ist. In jedem Fall sollte von Galen zuvor zum Paktieren geneigt haben, wie es Bischof Preysing ausdrückte, seit seinen drei Predigten wäre es damit endgültig vorbei gewesen. Und so urteilte Moltke in seinem Brief:

 „Umso eindrucksvoller ist es, daß ihn jetzt der Heilige Geist erleuchtet hat und erfüllt. Wieviel bedeutsamer ist dieses Zeichen, als wenn es sich um einen überragend klugen Mann gehandelt hätte.“

Um was für einen Mann es sich beim Verfasser der Predigten vom Juli und August 1941 gehandelt hat, davon wird im Folgenden die Rede sein. Von den Predigten kann schon jetzt gesagt werden: Sie schlugen mit Wucht ein und verbreiteten sich durch Vervielfältigung und Weitergabe in Windeseile.

Deshalb hatte auch Moltke schon kurz, nachdem sie gehalten worden waren, von ihnen Kenntnis. Wie viele, die im Widerstand oder dazu bereit waren, bestärkten sie auch ihn darin.

Von Galen: ein sturer Westfale

Clemens August Graf von Galen war das elfte von dreizehn Kinder eines jahrhundertealten katholisch geprägten westfälischen Adelsgeschlechts. Im Bewusstsein dieser Tradition ist er aufgewachsen, ist zu Fleiß und Disziplin und zu religiösem Ernst erzogen worden.

Zu seinem dreizehnten Namenstag 1891 schrieb ihm seine Mutter nach Feldkirch ins österreichische Jesuiteninternat:

„Das Leben ist so kurz, und eine so herrliche Ewigkeit sollen wir uns damit erkaufen; da darf kein Tag verloren werden, um uns dieses Zieles zu versichern und für Gott etwas zu leisten, sei es in welcher Stellung es sei.“

Das ließ sich von Galen durchaus gesagt sein und hielt sich daran. Zugleich verfügte er über ein ordentliches Maß an Eigensinn. Er war stur, von einer gewissen Derbheit und Direktheit, die vielleicht eher westfälischen Bauern eigen sein mag: ein westfälischer Dickkopf – nicht so leicht davon zu überzeugen, dass er nicht im Recht sei.

Darüber beklagte sich der leitende Erzieher des Jesuiteninternats in einem Brief an seine Mutter. Er befand:

„Die Hauptschwierigkeit liegt in der vollständigen Unfehlbarkeit von Clemens. Um keinen Preis ist er dazu zu bringen zuzugestehen, daß er im Unrecht ist, es sind immer seine Professoren und Präfekten.“

Jahre in der Großstadt 

Clemens August Graf von Galen entschloss sich bald, Priester zu werden. 1904 wurde er geweiht, arbeitete zunächst für zwei Jahre in Münster. Dann ging er nach Berlin. Er blieb dort 23 Jahre. 15 davon war er in der Gemeinde Sankt Matthias in Schöneberg tätig, acht in der Nähe des Anhalter Bahnhofs, wo viele Menschen auf der Suche nach Arbeit in die große Stadt angespült wurden, auch viele Wandergesellen und Handwerker.

Für die ließ er unter Einsatz eigener Mittel auf einem Hofareal in der Gemeinde seines Namensvetters Sankt Clemens Maria Hofbauer einen modernen Komplex aus Kirche und Hospiz erbauen. Ein sozial wie architektonisch innovatives Ensemble aus Wohngebäuden, Vereinsräumen, Veranstaltungssälen und Freiluftterrassen. 

In der Großstadt erlebte von Galen die Zeit des Ersten Weltkriegs, den Glanz und vor allem auch das Elend der zwanziger Jahre. Möglicherweise bestärkte das den eher konservativ denkenden von Galen in seiner Ablehnung damals aufkommender Mode und Tänze.

Warum von Galen zurück nach Münster kam

1929 ging von Galen in seine westfälische Heimat, nach Münster. War dort zunächst Pfarrer an der Kirche Sankt Lamberti, wurde dann im Oktober 1933 zum Bischof von Münster geweiht. Über den Wechsel nach Münster und von Galens Wahl zum Bischof bemerkt der Kirchenhistoriker Stefan Samerski:

„Als von Galen Bischof von Münster war, hatte man vonseiten der Kirche, vonseiten des Vatikans klar im Hinterkopf gehabt, man wollte … den Adel im Münsterland mehr an die Kirche anbinden. Und da er nun Exponent dieser gesellschaftlichen Gruppierung ist, bekam er eigentlich die Ernennung zum Bischof von Münster.

Der Hintergrund war, dass er eigentlich deutsch-national gesonnen war und man hätte zunächst eigentlich mal nicht damit rechnen dürfen oder können, dass er sich relativ zügig dann auch mit den Nationalsozialisten anlegen würde. Aber tatsächlich haben wir von … 1933, 1934 schon Äußerungen, die relativ klar eine Oppositionshaltung gegenüber dem nationalsozialistischen Regime widerspiegeln.“

So griff von Galen 1934 gleich in seinem Osterhirtenbrief als Bischof von Münster die Rassenideologie der Nationalsozialisten scharf an. Im selben Jahr ließ von Galen in seiner Diözese einen Text verbreiten, der die Schrift „Der Mythos des zwanzigsten Jahrhunderts“ des Chefideologen der NSDAP Alfred Rosenberg widerlegte.

Auf Seiten der Kirche und der Juden

Dank von Galen gelang es, wie beabsichtigt, die Geschlossenheit der Katholiken des Münsterlandes zu stärken. Die deutsch-nationale Haltung war in seinem Fall kein bedenkliches Einfallstor für den Nationalsozialismus.

Sein Widerstand entzündete sich vor allem an den antikirchlichen und antikatholischen Aktionen der Nationalsozialisten. In einer Predigt am 9. Februar 1936 in Xanten nannte er einige davon:        

„Der Leiter der bischöflichen Informationsstelle in Berlin, Domkapitular Dr. Banasch, schmachtet seit Monaten schon im Kerker und man hat seinen Auftraggebern, den Bischöfen nicht einmal mitgeteilt, wessen man ihn beschuldigt. Der von den Bischöfen bestellte Führer der katholischen Jungmännervereine Monsignore Wolker ist vor drei Tagen verhaftet, wie lange wird es dauern, bis er vor einem unabhängigen deutschen Gericht seine Unschuld beweisen kann.

Es gibt in deutschen Landen frische Gräber, in denen die Asche solcher ruht, die das katholische Volk für Märtyrer des Glaubens hält, weil ihr Leben ihnen das Zeugnis treuester Pflichterfüllung für Gott und Vaterland, Volk und Kirche ausstellt, und das Dunkel, das über ihren Tod gebreitet ist, ängstlich gehütet wird.“

Ja, es gab schon Tote, etwa den charismatischen Redner auf den Katholikentagen und Leiter der Laienbewegung „Katholische Aktion“ Erich Klausener. Der war im Schatten der im Juni 1934 erfolgten Entmachtung der SA auf seiner Arbeit im Reichsverkehrsministerium erschossen worden.

Von Galen zeigte sich auch nicht gleichgültig gegenüber den gegen die Juden gerichteten Maßnahmen. Noch bevor er Bischof wurde, wandte er sich gegen die Forderung des Münsteraner Stadtschulrats, das Volk Israel im Religionsunterricht als moralisch niedrigstehend darzustellen. Nach der Pogromnacht vom 9. November bot er der jüdischen Gemeinde von Münster an, für sie öffentlich einzutreten. 

Weil diese aber befürchtete, dann weitere Repressalien ertragen zu müssen, kam es nicht dazu. Vermutlich auch aufgrund solcher Bemühungen des Bischofs von Münster sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden anlässlich seines Todes über ihn:

„Kardinal von Galen war einer der wenigen pflichtbewußten Männer, der den Kampf gegen den Rassenwahn in schwerster Zeit geführt hat. Wir werden dem Toten ein ehrendes Gedenken bewahren.“

Wir sind nicht Hammer, sondern Amboss“

Die Maßnahmen des NS-Regimes gegen die katholische Kirche ließen nicht nach. Als 1941 Klöster beschlagnahmt und Ordensleute daraus vertrieben wurden, erhob von Galen dagegen im Juli in zwei Predigten Protest.

Scharf verurteilte er darin die Willkür der Gestapo, die Auflösung des Rechtsstaates und die daraus resultierende allgemeine Rechtsunsicherheit. Er sprach nun nicht mehr nur für Katholiken, sondern für alle Menschen in Deutschland.

Er erwähnte die, die in Polizeihaft und Konzentrationslagern einem ungewissen Schicksal ausgeliefert waren und jene, die ihre Heimat verlassen mussten.

Den Gläubigen stellte er vor Augen, dass sie sich auf schwere Bedrängnisse vorbereiten müssten und ermahnte sie wortgewaltig zur Standhaftigkeit. Am 20. Juli 1941 sagte er in der Liebfrauenkirche von Münster:

„Wir sind in diesem Augenblick nicht Hammer, sondern Amboß. Andere, meist Fremde und Abtrünnige, hämmern auf uns, wollen mit Gewaltanwendung unser Volk, uns selbst, unsere Jugend neu formen, aus der geraden Haltung zu Gott verbiegen. Aber seht einmal zu in der Schmiede! Was auf dem Amboß geschmiedet wird, erhält seine Form nicht nur vom Hammer, sondern auch vom Amboß.

Der Amboß kann nicht und braucht auch nicht zurückzuschlagen, er muß nur fest, nur hart sein! Wenn er hinreichend zäh, fest, hart ist, dann hält meistens der Amboß länger als der Hammer. Was jetzt geschmiedet wird, das sind die zu Unrecht Eingekerkerten, die schuldlos Ausgewiesenen und Verbannten. Gott wird ihnen beistehen, daß sie Form und Haltung christlicher Festigkeit nicht verlieren, wenn der Hammer der Verfolgung sie bitter trifft und ihnen ungerechte Wunden schlägt.“

Einzelkämpfer gegen Euthanasie?

Knapp zwei Wochen nach den Predigten gegen die gewaltsame Auflösung der Klöster und die nationalsozialistische Willkürherrschaft folgte die bis heute bekannteste und gewichtigste Predigt von Galens.

Am 3. August 1941 wandte er sich von der Kanzel der Münsteraner Lambertikirche aus gegen die sogenannten Euthanasiemaßnahmen der Nationalsozialisten. Psychisch kranke und geistig behinderte Menschen wurden aus Pflegeeinrichtungen abtransportiert und getötet.

In seiner Predigt nannte von Galen Beispiele und sprach über seine vergeblichen Interventionsversuche. Er verurteilte die hinter der Aktion stehende Auffassung vom „lebensunwerten Leben“ und klagte das nationalsozialistische Regime des Mordes an. Dabei führte er auch die Konsequenzen einer solchen Haltung für alle Menschen vor Augen:

„Wenn man den Grundsatz aufstellt und anwendet, daß man den ‚unproduktiven‘ Mitmenschen töten darf, dann wehe uns allen! Dann ist grundsätzlich der Mord an allen unproduktiven Menschen, also an den unheilbar Kranken, den arbeitsunfähigen Krüppeln, den Invaliden der Arbeit und des Krieges, dann ist der Mord an uns allen, wenn wir alt und altersschwach und damit unproduktiv werden, freigegeben.

Dann ist keiner von uns seines Lebens mehr sicher. Irgendeine Kommission kann ihn auf die Liste der ‚Unproduktiven‘ setzen, die nach ihrem Urteil ‚lebensunwert‘ geworden sind. Und keine Polizei wird ihn schützen und kein Gericht seine Ermordung ahnden und den Mörder der verdienten Strafe übergeben!“

Bischof von Galen war der einzige hochrangige Kirchenvertreter – katholisch wie evangelisch – der die Euthanasiemorde der Nationalsozialisten öffentlich anprangerte. Alle anderen Versuche, dagegen vorzugehen, fanden hinter den Kulissen statt.

Und von Galens Predigt zeigte Wirkung – zumindest kurzfristig: Die Machthaber beendeten die so genannte T-4 Aktion zunächst, nahmen sie aber schon ein Jahr später im Verborgenen wieder auf.

Predigten, die weltweit beachtet wurden

Auch von Galens sonstige Stellungnahmen gegen den staatlichen Terror des NS-Regimes und gegen seine Rechtsbrüche waren außergewöhnlich.

Die in diesem Zusammenhang in Münster gehaltenen drei Predigten vom Juli und August 1941 waren es, die Helmuth James von Moltke so beeindruckt hatten. Sie ermutigten auch viele andere zum Widerstand, so Hans und Sophie Scholl. Deren Schwester Inge Scholl berichtete später:

„Im Frühjahr 1942 fanden wir wiederholt hektographierte Briefe ohne Absender in unserem Briefkasten. Sie enthielten Auszüge aus Predigten des Bischofs von Münster, Graf Galen, und sie verbreiteten Mut und Aufrichtigkeit.

Hans ist tief erregt, nachdem er diese Blätter gelesen hat. ‚Endlich hat einer den Mut zu sprechen.‘ Eine Zeitlang betrachtet er nachdenklich die Drucksachen und sagt schließlich: ‚Man sollte einen Vervielfältigungsapparat haben.‘“

Die Predigten von Galens aus dem Jahr 1941 verbreiteten sich wie ein Lauffeuer, deutschlandweit und bald auch darüber hinaus. Sie wurden abgetippt und anderweitig vervielfältigt, in Zügen auf die Sitze gelegt, anonym verschickt, in Briefkästen gesteckt, gelangten an die Front. Auch das deutsche Programm der BBC berichtete darüber.

Misslungener Verhaftungsversuch

Von Galen rechnete schon nach der ersten seiner im Sommer 1941 gehaltenen Predigten mit seiner Verhaftung. Dass die Gestapo ihn im Blick hatte, dass in seinen Gottesdiensten mitgeschrieben wurde, wusste er. Schließlich kam es, wie Kirchenhistoriker Stefan Samerski erzählt, dazu …

„… dass ein Gestapo-Mensch in die Sakristei ging und den Bischof von Münster verhaften wollte. Und der … hatte eine gewisse Verschlagenheit gehabt und hat gesagt: ‚Mein Herr, ich komm sofort mit Ihnen mit. Warten Sie mal! Ich muss mich kurz nach dem Gottesdienst umziehen.‘ Und was tat er?

Er tat nicht seinen schwarzen Anzug anziehen, sondern er legte vollen Ornat an und sich eine große Mitra auf den Kopf. Nun war er sehr groß und dadurch war er natürlich besonders eindrucksvoll. Und in diesem vollen Ornat, ich glaub, auch noch mit dem Rauchmantel, sagt er dann zu diesem Gestapo-Offizier: ‚So mein Herr, jetzt können wir gehen. Und, bitte, jetzt folg ich Ihnen ins Gefängnis.‘“

Der Versuch, von Galen zu verhaften, scheiterte an seiner Pfiffigkeit. Das Aufsehen in Münster, den Bischof im Glanz seines Ornats, mit Mitra und Bischofsstab, abzuführen, wäre zu groß gewesen. Seine Popularität schützte ihn. Deshalb nahmen sich die Nationalsozialisten vor, erst nach dem Krieg mit ihm abzurechnen.

Opfer des „Herrn von Galen“

Aber an seiner Stelle traf es andere. Etwa die sogenannten „Lübecker Märtyrer“ – drei katholische Priester und ein evangelischer Pfarrer – die von Galens Predigten verbreitet hatten. Sie wurden im November 1943 hingerichtet. 

Andere, wie der Pfarrer des Bistums Münster, Johannes Sonnenschein, wurden ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Der erinnerte sich später:

„Der größte Teil von uns Münsteraner Priestern wurde in Dachau von der SS empfangen bei der Vorstellung mit den Worten: ‚Ach, Sie sind wieder so ein Opfer des Herrn von Galen.‘“

Clemens August Graf von Galen litt darunter, dass andere an seiner statt in Not und Gefahr gerieten. Er wusste darum. Und er wusste, dass er durch den Rückhalt der Katholiken des Münsterlandes geschützt war. Es hatte sich bewährt, was der Vatikan mit seiner Ernennung zum Bischof erhofft hatte: Die westfälischen Katholiken standen stärker zusammen.

Nach dem Krieg ernannte ihn Papst Pius XII. im März 1946 zum Kardinal. Kurz nach seiner Ernennung und sechs Tage vor seinem Tod im Alter von 68 Jahren rief von Galen den Katholiken in Münster zu:

„Eure Liebe und eure Treue haben auch das von mir ferngehalten, was vielleicht mein Verhängnis, aber vielleicht auch mein schönster Lohn gewesen wäre, dass ich die Marterkrone erhalten hätte. Eure Treue hat es verhindert. Dass ihr hinter mir standet und dass die damaligen Machthaber wussten, dass, wenn sie den Bischof schlugen, das ganze Volk sich geschlagen gefühlt hätte, das ist es, was mich äußerlich geschützt hat, was mich aber auch innerlich gestärkt hat und mir die Zuversicht gegeben hat, wenn wir treu bleiben in unserem Kampfe, dann wird einmal der Tag kommen, wo Wahrheit und Recht wieder zu Ehren kommen, wo wir aufs Neue wieder als Christen am Aufbau eines christlichen Deutschlands arbeiten können.“

Die redaktionelle Verantwortung für die Sendung hat Martin Korden.

Musik:

Hindemith - Symphony Mathis der Maler II.

Hindemith – Nobilissima visione I.
Paul Whiteman – Smoke gets in your eyes

Hindemith – Symphony in E-Flat Major. II Hindemith – Concerto for Trumpet, Bassoon and Strings I.

Hindemith – Concerto for Trumpet, Bassoon and Strings II.

La Verité Et Le Soleil – Ennio Morricone


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Dieser Beitrag wurde am 01.08.2021 gesendet.


Über den Autor Gunnar Lammert-Türk

Gunnar Lammert-Türk (Jahrgang 1959) ist freischaffender Journalist und Autor. Er wurde in Leipzig geboren und studierte Germanistik und Evangelische Theologie in Berlin. Nach dem Studium organisierte er Projekte einer Arbeitsfördergesellschaft, die aussortierte Technik für Hilfsprojekte in Osteuropa und der Dritten Welt regenerierte. Es folgte die Leitung einer Beratungsstelle für Russlanddeutsche. Darauf war er Autor und Redakteur in der Medienfirma Greenlight. Seit 2003 ist er als freier Journalist und Autor tätig. Von 2004 bis 2007 führte er mit einem Musiker und einem Zauberer Musiktheatershows für Kinder auf. Er verfasst Rundfunkbeiträge, schreibt Texte für Audioführer und Kinderlieder. Veröffentlichungen im Boje Verlag, Schneider Verlag, Xenos Verlag und im Deutschen Theater Verlag. Kontaktg.lammert.tuerk@gmail.com

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