Wort zum Tage, 10.07.2021

Dietmar Kretz, Würzburg

Das Smiley

1963 war nach einer Fusion in einer amerikanischen Versicherungsgesellschaft das Betriebsklima am Boden. Der Graphiker Harvey Ball bekam daraufhin den Auftrag, ein lachendes Gesicht zu entwerfen, das dann am Schreibtisch, auf Buttons und Plakaten die zusammengewürfelte Belegschaft wieder motivieren sollte.

Er machte einen schwarzen Kreis, malt ihn gelb aus, zwei Punkte, darunter einen geschwungen Halbkreis. Nach 10 Minuten Arbeit ist das erste Smiley geboren. Es macht eine steile Karriere, verbreitet sich innerhalb weniger Monate weltweit und zaubert seit dem ein Lächeln in unzählige Gesichter.

Heute ist das Smiley in unserer digitalen Kommunikation kaum wegzudenken: In SMS, E-Mail, Messenger und Co. können wir auf ganz einfache Weise unsere Gefühlswelt gleich mitverschicken, ohne das in einen Satz oder Ausdruck verpacken zu müssen: lächeln, weinen, ärgern sowie staunen und das neckische Zwinkern, um die Ironie zu unterstreichen.

Es gibt beinahe unendliche Varianten. Ich meine: Das verbessert diese Art der Kommunikation enorm. Die sachliche Distanz wird eben verkürzt, wenn ich meine Gefühle und Befindlichkeiten auch mitteilen kann.

Heute wäre Harvey Ball 100 Jahre alt geworden. Er hat den Anfang gemacht, damals mit dem lächelnden Smiley. Dabei hätte er richtig sauer sein können, denn für den Job bekam er lediglich 45 Dollar. Keinen Cent mehr, weil er Patent und Copyright vergessen hatte.

Doch er gründete später die World Smile Corporation und vermarktete damit unterschiedliche Smiley-Produkte. Mit dem Erlös machte er die Jüngsten glücklich und unterstützte zahlreiche Kinderprojekte. Am 1. Oktober 1999 rief er den ersten World Smiley-Day ins Leben, mit dem er die Wichtigkeit des Lächelns und der freundlichen Taten unterstreichen wollte.

Er glaubte fest daran, dass jeder Mensch die Fähigkeit hat, die Welt positiv zu beeinflussen und ein klein wenig besser zu machen. Und sei es nur mit einem Lächeln.

Ich bin überzeugt, dass Gott auf mich und alle Menschen mit einem Lächeln schaut. Er lacht uns nicht aus sondern er will uns groß sehen und glaubt an uns, denn er hat uns die Gabe geschenkt, die Welt an dem Ort, wo wir sind, besser machen zu können.

Ich wünsche Ihnen für den Tag, dass sich Türen und Herzen öffnen. Und vielleicht ist ja das Lächeln der Schlüssel dazu.


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Dieser Beitrag wurde am 10.07.2021 gesendet.


Über den Autor Dr. Dietmar Kretz

Dr. Dietmar Kretz, Jahrgang 1971, ist Studienleiter an der Domschule in Würzburg mit den Schwerpunkten Glauben und Kirche. Zuvor hat er Theologie und Mathematik studiert. Nach der theologischen Promotion war er in der  Gemeindepastoral tätig bis er in die Erwachsenenbildung gewechselt ist.

Kontakt: Am Bruderhof 1, 97070 Würzburg dietmar.kretz@domschule-wuerzburg.de

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