Feiertag, 13.05.2021

von Pfarrer Gotthard Fuchs, Wiesbaden

„Wenn nicht in den Himmel, wohin dann...?“ Zum Fest Christi Himmelfahrt

Vierzig Tage nach Ostern erscheint Jesus noch einmal - im verklärten Zustand. Auf einer Wolke fährt der triumphierende Ostersieger zu seinem Vater, nach oben: in den Himmel. Überträgt man dieses Glaubensbild vom Himmel, ergibt sich eine wichtige Konsequenz: Der Himmel ist auch in und zwischen uns.

© Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus

Schon todkrank, wartete sie sehnsüchtig auf ihre Schwester. Nach dem Wiedersehen mit ihr sagte sie dem Palliativarzt:

„Herr Doktor, jetzt will ich sterben.“

Er darauf:

„So, wie ich Sie erlebt habe, wissen Sie ja, wo Sie hingehen.“ 

Sie darauf:

„Ja, das weiß ich.“ 

Und ein unvergessliches Strahlen war in ihrem Gesicht. Noch am selben Tag verabschiedete sie sich ins Koma.

Wohin gehören wir? 

Ja, im Leben und Sterben brauchen wir offenkundig eine Bleibe. Wir müssen wissen, wo wir hingehören.

Wohin gehören wir, wo bleiben, jetzt und immerhin, wohin führt der Weg? Auf solche Fragen gibt es so viele Antworten wie es Menschen gibt, unsere Träume und Hoffnungen sind voll davon. 

Die Kulturen und Religionen machen unterschiedlichste Vorschläge und bieten Wege an. Auffällig oft ist dabei vom Himmel die Rede, auch von den Sternen natürlich, von der oberen Welt.

Seit bald 5000 Jahren sitzt z.B. der Pharao Choser, in Stein gemeißelt in seinem Steinhäuschen neben der Pyramide im ägyptischen Sakkara; durch das kleine Fenster schaut der König hinauf zu den Sternen, zu den Ahnen, in den unendlichen Raum wie in seine wahre Heimat. All seine Sehnsucht richtet sich darauf, in den Himmel zu kommen. 

Mit Leib und Seele in den Himmel

Auch in den biblischen Überlieferungen und im Glauben der Kirche spielt der Himmel eine wichtige Rolle, heute am Fest Christi Himmelfahrt erst recht. Aber viele können mit dieser Vorstellung nichts mehr anfangen. Viele verbinden damit bloß Langeweile oder Jenseitsvertröstung.

Seit wir mit dem Blick der Weltraumfahrer auf unseren blauen Planeten schauen können, ist uns die unbekümmert symbolische Redeweise vom Himmel abhandengekommen.

Die Rede vom Urknall und von der rasanten Ausweitung des Universums bringt alle Vorstellungen von einer spirituellen Himmelsreise ins Wanken. Wie also dann noch das Fest Christi Himmelfahrt feiern?

Die Kirche feiert den Heimgang Jesu: er ist „mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen“. Er hat seinen Weg und sein Werk siegreich vollendet, er ist heimgekehrt zu dem, den er Abba nannte, lieber Vater.

„Während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben“, 

heißt es im Evangelium (Lk 24,51). Und die Jünger hätten sich gefreut. Das Fest hat etwas Triumphales.

Aber wie den Heimgang Jesu als Hoffnung begreifen für den eigenen Weg? Und dann gar mit dem Strahlen der Gewissheit im Gesicht, voller Zuversicht und Neugier? Und wie dafür passende Worte finden, wie heutzutage davon sprechen und daraus leben?

„Sky“ und „Heaven“ 

Immer noch geht die Sonne auf, immer noch wölbt sich der Himmel über uns. Das stimmt zwar naturwissenschaftlich nicht, aber die Alltagssprache ist deshalb nicht falsch. Tagsüber das faszinierende Blau bei Sonnenschein oder nach einem Gewitter, oder nachts die Sterne, der Mond, die unheimlich schützende Dunkelheit. Von kosmischen Anziehungskräften wäre zu reden, von Ebbe und Flut, von Sonnenenergie und Erdwärme, vom Wetter überhaupt und vom Klima.

Welch ein Kraftfeld zwischen Oben und Unten, welch ein Gegen-Über wortwörtlich! Es geht also nicht nur um den astronomischen und geophysikalischen Himmel, immer schon sind wir selbst als Menschen im Spiel und das ganz handfest und sinnenhaft spürbar, wortwörtlich „himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt“, einerseits beschwingt wie die Vögel und andererseits bis in Untiefen versumpft. 

Wir Menschen sind Erdlinge, die hoch hinauswollen. Die englische Sprache hat deshalb ja zwei Worte für das, was wir im Deutschen Himmel nennen: sky und heaven, der Himmel, in den die Flugzeuge starten, und der andere, in dem man die Engel singen hören kann.

Derselbe Mond am Himmel kann astronautisch betreten oder romantisch verehrt werden. Und nicht selten kommt beides zusammen: Das Wissen um Milchstraße und Sternbilder und zugleich die Gänsehaut über den unglaublichen Nachthimmel. Mitten in größter Not kann schon der Blick zum Himmel tröstlich sein. Etty Hillesum z.B., die junge jüdische Lehrerin, betet noch im Nazilager und den Tod in Auschwitz schon vor Augen, so:

„Wenn ich in einer Ecke des Lagers stehe, die Füße auf Deiner Erde, das Gesicht zu Deinem Himmel erhoben, dann laufen mir manchmal die Tränen über das Gesicht, entsprungen aus einer inneren Bewegtheit und Dankbarkeit, die nach einem Ausweg sucht.“

Ist Himmel gleich Gott? 

„Alles Gute kommt von oben“,

heißt es in der Bibel. Himmel - nicht sky, sondern heaven - ist der symbolische Raum, das Dach über dem Kopf, das göttliche Oben. Lapidar heißt es in einer späten Schrift der hebräischen Bibel:

„Gott ist im Himmel und wir sind auf Erden.“

(Kohelet 1,5) 

Himmel wird mit Gott gleichgesetzt, und Gott mit Himmel – und zugrunde liegt die Überzeugung, dass Gott nichts als Schöpfer ist, nichts als schöpferisch schenkende und rettende Gegenwart.

Entsprechend gilt es als besondere Ehrung für einen Menschen, für immer zu Gott entrückt zu werden. Gott hat ihn zu sich genommen, wie wir noch heute sagen.

Bildworte wie das von der Himmelfahrt, dann auch von der Auferweckung und Wiederkunft nehmen also reale Alltagserfahrungen auf und verdichten darin das Vertrauen auf Gottes schöpferische Treue. Das ganze sterbliche Leben wird eingeborgen in das Geheimnis seiner Liebe.

 „Gott, der Jesus aus den Toten auferweckt hat.“

So beteten die frühen Christen. Kein Wie und kein Wann interessierte sie, keine Umstände und keine Ausmalung – aber die Gewissheit, dass Gott unfassbar treu ist. Dieser Jesus ist und bleibt ihnen das Maß aller Dinge. Seine Art, aus Gottes Liebe zu leben und sie bis zuletzt zu bezeugen, ist unüberbietbar. 

Nicht der Tod hat das letzte Wort, Gott selbst ist in diesem Menschen da, und er bleibt da. Diese unglaubliche Gewissheit ringt förmlich um Worte; in immer neuen Sätzen und Geschichten wird davon erzählt.

Die Treue Gottes hat das letzte Wort

Besonders der Evangelist Lukas, der erste Historiker der christlichen Basisbewegung namens Kirche, zeigt ein lebhaftes Interesse daran, die Zeit des irdischen Jesus eigens zu beschreiben und von der Gründungszeit der Kirche zu unterscheiden.

Deshalb schreibt er die eine Glaubensgeschichte in zwei Teilen; das Scharnier dazwischen ist nicht zufällig die Erzählung von der Himmelfahrt Jesu. Zuerst das Evangelium: Da kann man Gott förmlich an der Arbeit sehen im Wirken Jesu: Allein die Liebe zählt. Nur Lukas überliefert das uralte Jesuswort, das sich wie seine Initiation liest: 

„Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.“

(Lk 10,18)

Weil in der himmlischen Welt der Sieg der Liebe schon geschafft ist, fängt Jesus nun also auf Erden an, diese Liebe zu bezeugen. Konsequent geht er diesen Weg bis zum Kreuz, denn Liebe heißt auch Gewaltverzicht und Vergebung.

Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern Gottes Treue allein. Diese Osterfreude hat bei Lukas eine solche Wucht, dass er ganze fünfzig Tage braucht, um von ihr zu erzählen: Auferstehung, 40 Tage später Himmelfahrt und nochmal 10 Tage später Pfingsten – so ist es dann im Kirchenjahr und sogar im Kalender bis heute geläufig geworden. So unfassbar ist die österliche Botschaft, dass man lange Zeit braucht, sie zu verkraften und zu begreifen.

Christi Himmelfahrt als Grund aller Hoffnung 

Die Schlüsselfunktion hat die Erzählung von der Himmelfahrt, genau an der Schnittstelle zwischen Evangelium und Apostelgeschichte, zwischen Jesus-Wirken und Kirche-Werden.

Jesus hat es geschafft, der Durchbruch ist nun auch auf Erden gelungen: Die Mächte des Bösen sind besiegt, prinzipiell jedenfalls und stets auf dem Weg der Feindesliebe und der Vergebung.

Nun begibt sich Jesus wortwörtlich auf seinen Heimgang, und der ist siegreich und triumphal. Seine Ausstrahlung aber wirkt weiter, sein Geist ist mächtig am Werk. 

Das Werden der Kirche ist für Lukas eine geistliche Bewegung besonderer Art – und deshalb feiern wir noch heute Christi Himmelfahrt als Ursache und Grund aller Hoffnung: Gottes Geist in unserer Welt, die Gemeinschaft der Glaubenden als Initiativtrupp der neuen, der wahren Welt und des gelingenden Lebens.

In der Heimkehr Christi wird als gelungen schon gefeiert, was für alle und alles sonst noch im Gange ist: die Einbergung und Vollendung im Gelingen, in Gottes Treue.

Soweit die großartige Erzählung nach Lukas, ein wunderbares Beispiel für die Wucht des österlichen Lebensglaubens und auch für Sinn und Auftrag von Kirche. Das war damals brandaktuell, und das sollte es auch heute sein. Denn im Hintergrund stand die römische Praxis von der Apotheose des Kaisers.

Ein immens politisches Fest

Auf dem Marsfeld in Rom wurde rituell eine Wachspuppe des schon beerdigten Kaisers verbrannt, und im aufgehenden Feuer feierte man seine Himmelfahrt und Vergöttlichung.

So wie der Kaiser im Triumphzug über das Forum Romanum zum Regierungssitz am Kapitol aufstieg, alle Feinde als Beutegut im Schlepptau, so kann dann auch das Lebenswerk Christi als Siegeszug gedeutet werden.

Demnach ist er, der gekreuzigte Auferstandene, der wahre Triumphator, der alle bösen Mächte der Welt schon im Schlepptau hat und den wahren Frieden bringt. Und mit der Kraft seines Geistes schafft er jene Friedensbewegung, die die Kirche ist und sein soll, allen Irrwegen und Fehlern zum Trotz.

Himmelfahrt Christi ist also, bei Licht besehen, ein immens politisches Fest. Es proklamiert den Sieg von Gottes Weltherrschaft schon jetzt, den Sieg der Feindesliebe, der Vergebung und des Gewaltverzichts.

Nichts von Weltflucht in himmlische Gefilde, sondern Ermutigung zum Weg Jesu hier und jetzt. Schon Lukas wusste, wie schnell man den Osterglauben mit einem Auskunftsbüro für das Jenseits verwechseln kann:

„Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?“

(Apg. 1, 11)

So lässt Lukas den heimgehenden Jesus fragen. Als wüsste er schon um die Gefahr, sich in etwas Jenseitiges wegzustehlen. Aber es geht ja um das Hier und Jetzt. Mit dem Heimgang Jesu geht die Verantwortung auf seine Gemeinden über.

Es gilt, mit seiner Geisteskraft im Rücken hier und jetzt fortzusetzen, was er grundgelegt hat. Das ist nicht mehr rückgängig zu machen, aber es sucht Entfaltung.

Lukas verbindet den Heimweg Jesu mit der Geistausschüttung zu Pfingsten. Daraus ergibt sich diese eigentümliche Spannung christlichen Lebens: einerseits der Jubel, dass es wirklich schon geschafft ist, unwiderruflich und stets abrufbar; andererseits aber das Warten, dass der Geist Jesu sich endlich doch überall durchsetze bis an die Grenzen der Erde und bis in die letzte Faser meines Lebens und Verhaltens.

„Der Himmel ist in dir“ 

Aus der Botschaft von der Himmelfahrt Christi haben viele die Konsequenz eines hoffnungsstarken Lebens gezogen. Martin Luther z.B. deutete einen alten Sinnspruch um und machte ihn zum Motto:

„Ich komm, weiß wohl woher; ich geh, weiß wohl wohin; mich wundert, dass ich traurig bin.“ 

Ganz auf der Spur mittelalterlicher Mystik hatte der fromme Reformator sich persönlich mit dem Weg Jesu identifiziert, und gerade darin Trost gefunden.

„Wenn nicht in den Himmel, wohin dann …“

Er war überzeugt, wohin sein Weg führt. Angelus Silesius, ein weiterer Glaubenszeuge, dichtete später auf derselben Spur: 

„Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir; suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.“

Das Glaubensbild vom Himmel meint also nicht nur das göttliche Oben, nicht nur die schützenden Mächte über uns, nicht nur das Gegen-Über des je größeren Gottes. Dieser Himmel ist auch in uns und zwischen uns. 

„Was oben war, das wurde innen. Du sollst geeinigt werden von dir selber in dich selber.“ 

So predigte z.B. Meister Eckhart. Der himmlische Gott ist uns irdisch näher als wir uns selbst sind. Die biblischen Jesus-Geschichten gilt es demnach so zu lesen, als wär‘s ein Stück von mir.

Ermutigung zum sterblichen Leben 

Natürlich bin ich nicht Jesus, aber in der Begegnung mit ihm erkenne ich, wohin ich gehöre und wie Menschwerden geht. Er ist sogar durch die Hölle der Lüge und Gewalt gegangen, und so hat er den Weg in den Himmel gebahnt, in die wahre Welt jetzt schon.

Lesen wir also die Botschaft von Christi Himmelfahrt auf dieser Linie christlicher Mystik, so kann sie neu ihre wahrhaft befreiende und erlösende Wirkung zeigen. 

Das Fest Christi Himmelfahrt ist nicht dazu da, über andere Welten zu spekulieren oder Himmelsreisen zu inszenieren. Nein, es ermutigt zum sterblichen Leben hier und jetzt, ganz auf der Spur Jesu. Das schließt Untiefen und Abstürze ein, aber es führt zum Ziel.

Deshalb ist das Bild von der Himmelfahrt Christi immer wieder verbunden worden mit der Vorstellung von seiner Höllenfahrt. Er ist ja hinabgestiegen zu den Toten. „Bis in den letzten Dreck“ ist er gegangen, sagte Hildegard von Bingen. „Bis unter Luzifers Schwanz“, formulierte Mechthild von Magdeburg. Sagen wir: wirklich durch dick und dünn.

Er hat sich nicht geschont, sondern verschenkt. Auch als der siegreich Heimkehrende bleibt er der Gekreuzigte. Er hat alles durchgemacht und so erst die ganze Liebe Gottes erkannt und vermittelt. Im Geiste christlicher Mystik konnte dann der Philosoph Johann Georg Hamann zur Zeit Kants formulieren:

„Nur wer die Höllenfahrt der Selbsterkenntnis gewagt hat, wird auch die Himmelfahrt der Gotteserkenntnis erleben.“ 

Die Kraft in der Schwachheit finden

Die längste Reise ist wirklich die Reise nach innen. Christi Himmelfahrt hat nicht nur politische Bedeutung, sie kann und will die innerste Einstellung eines jeden Einzelnen verändern. Jene, die man Mystikerinnen und Mystiker nennt, bezeugen es.

Schauen wir deshalb zuletzt noch einmal auf einen großen Christenmenschen aus den Anfängen. Schon Paulus schreibt nämlich erstaunlich persönlich von einer höchst intimen Erfahrung, einer Entrückung und Himmelfahrt. 

„Ich kenne jemanden, einen Jünger Christi, der vor 14 Jahren bis in den Dritten Himmel entrückt wurde: Ich weiß allerdings nicht, ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, nur Gott weiß es. Und ich weiß, dass dieser Mensch in das Paradies entrückt wurde; ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, weiß ich nicht, nur Gott weiß es. Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen kann.“  

Paulus spricht hier offensichtlich von sich selbst. Er beschreibt eine eigene ekstatische Gottes- und Gipfelerfahrung. Er war außer sich, sozusagen hin und weg und voll da. Unfassbar und nicht mitzuteilen. Aber nun folgt das Entscheidende.

„Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: Ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Dreimal habe ich den Herrn angefleht, dass dieser Bote Satans von mir ablasse. Er aber antwortete mir: ‚Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit.‘“

(2. Kor 12,2-6)

Der Apostel sieht sich also aus seinem himmlischen Hochgefühl heruntergestürzt auf den Boden der Tatsachen. Vermutlich spricht er von einer schweren Erkrankung, die er nicht loswird. Jedenfalls ist ihm die Erkenntnis so wichtig, dass er noch nach 14 Jahren darauf zu sprechen kommt.

Der Alltag entscheidet 

Nicht ekstatische Höhenflüge sind demnach das Entscheidende, nicht spirituelle Jenseitsreisen, nicht erhebende Gotteserfahrungen. Gewiss können das kostbare Augenblicke sein, aber entscheidend ist der Alltag. Da muss sich zeigen, was Christi Himmelfahrt bedeutet. 

Konkret wird es im Dasein mit anderen und für sie, in Vergebung und Gewaltverzicht, in Geduld und Liebe.

Da bewährt sich Gottes Kraft, in den schönen und in den schweren Stunden, in den erhebenden und in den bedrückenden Erfahrungen. Christus hat es geschafft, und der wirkt in ihm. Das trägt ihn im Leben und Sterben. 

Wissen wir, wohin wir gehen?

Erinnern wir uns zusammenfassend an die Worte der sterbenden Frau: „Ja, ich weiß, wo ich hingehe“, hatte sie dem Palliativarzt gesagt. Ein lebenslanges Bemühen, aus dem Geist Jesu zu handeln und auch große Schwierigkeiten zu bestehen, ging damit voller Zuversicht zu Ende, nein: Es fand Vollendung.

Zum Schluss kommt es nicht auf die Worte und Bilder an, die wir gebrauchen. Ob Auferstehung, ob Himmelfahrt, ob Geistausgießung – entscheidend ist die Musik des Vertrauens, das Wagnis der Liebe. 

Die Bildworte sind wie Fenster, um ins Offene zu schauen, in das Wunder des Daseins, in das göttliche Geheimnis. Da sind wir daheim. Im Blick auf den erfüllten Heimgang Christi ist uns in der Heiligen Schrift zugesagt:

„Wir heißen Söhne und Töchter Gottes, und wir sind es. Aber was wir sein werden, ist noch nicht heraus.“

(1 Joh 3,2) 

Es ist noch im Gange, wir sind noch mittendrin, und so viel ist noch zu tun.  Aber es lohnt sich, nichts ist vergeblich. Denn im Heimgang Christi sind Himmel und Erde für immer verbunden. Der Himmel ist geerdet, und der höchst irdische Alltag ist geheiligt. 

„Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir.“

Die redaktionelle Verantwortung für die Sendung hat Martin Korden.

Musik:

Emil Brandqvist Trio - Crystals

Ludovico Einaudi – Walk 

Ludovico Einaudi – Burning

Ludovico Einaudi – Burning

Ludovico Einaudi – Time Lapse

Thomas Newman – Road to Perdition

Ludovico Einaudi – Experience

Ludovico Einaudi – Life


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Dieser Beitrag wurde am 13.05.2021 gesendet.


Über den Autor Pfarrer Gotthard Fuchs

Pfarrer Dr. Gotthard Fuchs, wurde 1963 in Paderborn zum Priester geweiht und hat seitdem zahlreiche Tätigkeiten in Seelsorge und theologischer Lehre, in Beratung- und Bildungsarbeit geleistet. Von 1983 bis1997 war Fuchs Direktor der Katholischen Akademie der Diözesen Fulda, Limburg und Mainz; zuletzt war er Ordinariatsrat für Kultur-Kirche-Wissenschaft. Seine Schwerpunkte liegen auf der Geschichte und Gegenwart christlicher Mystik im Religionsgespräch, auf dem Verhältnis von Theologie und Psychologie und von Seelsorge und Therapie. Zu diesen Themen hat er zahlreiche Veröffentlichungen publiziert. Kontakt
gotthardfuchs@t-online.de 
 

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