Wort zum Tage, 15.03.2021

von Beate Hirt, Frankfurt

Fasten fürs Klima

Gestern ist an vielen Orten in Deutschland gewählt worden: In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg waren Landtagswahlen, und in Hessen haben Kommunalwahlen stattgefunden.

Egal, welche Partei da jetzt wie viele Stimmen bekommen hat, eins haben sich mittlerweile so ziemlich alle Parteien vorgenommen: Sie wollen das Klima schützen. Etwas dafür tun, damit es nicht noch heißer wird auf unserem Globus und die Klimakatastrophen weiter zunehmen, wie zuletzt.

Hier bei uns kann man den Klimawandel mittlerweile ja auch schon spüren. Wenn ich an diese furchtbar heißen und vor allem trockenen Sommer der letzten Jahre denke. Aber in anderen Ländern hat der Klimawandel natürlich noch ganz andere Auswirkungen.

Südlich der Sahara herrscht immer schrecklichere Dürre. Anderorts toben Stürme oder Waldbrände. Und ganze Inseln sind vom Untergang bedroht, weil der Meeresspiegel steigt. Menschen fliehen aus ihrer Heimat wegen des Klimawandels. Andere hungern und verhungern, weil die Ernten ausfallen.

Es sind deswegen nicht nur Politiker und Klimaforscher, die dazu aufrufen, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Es sind immer mehr auch die Kirchen und die kirchlichen Hilfswerke.

Sie rufen dazu auf, sich für den Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen, weil damit Menschenleben gerettet werden können.

Wer das Klima schützt, das wissen die kirchlichen Hilfswerke von ihren Partnern überall auf der Welt, der schützt ganz konkret die Menschen. Er trägt dazu bei, dass Menschen in Afrika, Asien oder Südamerika genug zu essen haben.

Es ist auch unser Lebensstil, das wissen wir mittlerweile, der Auswirkungen hat auf das Leben der Menschen überall auf der Welt.

Klimaschützen und über diesen Lebensstil neu nachdenken: Das passt auch bestens jetzt zur Fastenzeit. In der probieren ja viele etwas Neues aus. Komme ich mit weniger Süßigkeiten aus oder weniger Alkohol?

Die Kirchen laden zum Klimafasten ein, zum Fasten für das Klima. Vielleicht komme ich mit weniger CO 2 aus. Durch weniger Konsum, weniger Mobilität, oder auch: durch weniger Verpackung.

Seit letztem Jahr gibt’s in meiner Nähe einen sogenannten Unverpackt-Laden. Dort kann ich mir Reis, Nudeln oder Kakao in meine mitgebrachten Gläser füllen und nach Gewicht bezahlen.

Ich war richtig glücklich, als ich das erste Mal meinen Samstagseinkauf komplett ohne Plastik geschafft hatte. Fasten fürs Klima: Das gibt ein gutes Gefühl.

Ich hoffe, die gestern gewählten Politikerinnen und Politiker setzen sich ein fürs Klima. Ich will es auch tun.


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Dieser Beitrag wurde am 15.03.2021 gesendet.


Über die Autorin Beate Hirt

Beate Hirt ist Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt. Sie studierte katholische Theologie und Germanistik in Mainz und Paris. Danach war sie als Persönliche Referentin beim Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann tätig. Seit 2003 ist sie Rundfunkbeauftragte des HR. Sie schreibt und liest gern, am liebsten über Gott. Inspiration und Entspannung findet sie beim Joggen, Wandern und Singen. Kontakt: info@kirche-im-hr.de www.kirche-im-hr.de

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