Wort zum Tage, 05.03.2021

von Johanna Vering, Langenberg

Frauenpower

Das ist geballte Frauenpower. Seit mehr als 130 Jahren treffen sich Frauen aus der ganzen Welt am ersten Freitag im März, um gemeinsam zu feiern, zu singen und zu beten. Heute ist der Weltgebetstag der Frauen.

In diesem Jahr ist coronabedingt alles anders, aber die Damen haben verschiedene Formen entwickelt, um diesen Tag trotzdem zu feiern, z.B. durch digitale Gottesdienste, Telefongebete zu zweit oder indem sie Gottesdiensttütchen verteilen und so den Weltgebetstag zu den Leuten nach Hause bringen.

Jedes Jahr steht ein anderes Land dieser Erde im Mittelpunkt des Weltgebetstages. Frauen aus diesem Land entwerfen einen Gottesdienst, erzählen von ihrer Heimat und geben z.B. typische Feste oder Rezepte weiter.

Es geht um Religion, Kultur und Politik. Und es geht immer darum, wie es den Frauen geht. Z.B wie ihre Rolle ist. Und es geht auch darum, Frauen zu helfen persönlich und wirtschaftlich unabhängig zu sein.

In diesem Jahr steht der pazifische Inselstaat Vanuatu im Zentrum. Ein Südseeparadies, gleichzeitig immer wieder bedroht von Naturkatastrophen und den Folgen des Klimawandels. Für Frauen ist das Thema Gewalt groß. Mehr als die Hälfte aller Einwohnerinnen haben in ihrer Partnerschaft schon mal Gewalt erlebt!

„Worauf bauen wir?“,

das ist das Motto des heutigen Weltgebetstags. Das knüpft an ein biblisches Gleichnis an, in dem Jesus davon spricht, dass jeder und jede, die seinen Worten glaubt, ihr Haus auf Felsen baut, nicht auf Sand. Kommen Stürme oder Wassermassen, hat das Haus auf Felsen Bestand. Das auf Sand wird vollständig zerstört.

Ich finde diese Bibelstelle und dieses Leitwort mutig ausgewählt von den Frauen aus Vanuatu. Sie, die oft unterdrückt werden, körperlich misshandelt und von denen viele ihr Hab und Gut durch Stürme oder gar Tsunamis verloren haben.

Ich bewundere, dass sie offensichtlich sehen können, dass es mehr gibt im Leben als materielle Güter. Sie vertrauen Jesus. Sie bauen ihr Leben auf Gott. Ich glaube, das ist nur möglich, wenn sie bereits gespürt haben, dass sie mit ihm nicht untergehen werden.

Ulrike Göken-Huismann ist im deutschen Weltgebetstagsteam und sie sagt:

„Oft muss ich an den Satz auf der Flagge von Vanuatu denken: In God we stand. Das ist der Grund, auf den wir bauen, gerade jetzt.“

Gott ist ihr Felsen und auf dem stehen sie fest.


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Dieser Beitrag wurde am 05.03.2021 gesendet.


Über die Autorin Johanna Vering

Johanna Vering, geboren 1982 in Ostwestfalen, ist Pastoralreferentin bei der Katholischen Rundfunkarbeit am SWR. Nach dem Studium der Theologie in Freiburg und Graz hat sie als Pastoralreferentin in verschiedenen Seelsorgeeinheiten der Erzdiözese Freiburg gearbeitet und die journalistische Ausbildung am ifp in München absolviert. Johanna Vering lebt in Langenberg (Westf.), ist verheiratet und hat zwei Kinder. Kontakt
johanna.vering@kirche-im-swr.de

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