Wort zum Tage, 06.01.2021

von Christopher Hoffmann, Neuwied

Gott zeigt sich

Ja, ist denn heut noch Weihnachten? Und ob: Zum Beispiel in Belgrad, Moskau oder Tiflis. Und auch bei allen Menschen in Deutschland die jenen orthodoxen Kirchen angehören, die ihr Weihnachtsfest nach dem alten julianischen Kalender ausrichten. Für sie ist der erste Weihnachtstag heute.

Aber auch für alle übrigen Christen ist der heutige 6. Januar ein wichtiges Datum und immer noch mittendrin in der Weihnachtszeit: Sie feiern heute Epiphanie. Man kann den griechischen Begriff übersetzen mit: Erscheinung der Gottheit unter den Menschen.

Es geht darum, dass dieser Gott in unsere Welt kommt. Und WIE er sich uns zeigt: als schutzloses Kind.

Der Mensch ist verletzlich, die Pandemie und ihre Folgen machen uns das deutlicher denn je. Und Gott selbst nimmt diese Verletzlichkeit an. Um uns zu zeigen: So nah bin ich euch. Näher geht´s nicht.

Ein Gott, der auf seine Allmacht verzichtet. Der sich bei seiner Erscheinung in der Welt nicht in einem Palast präsentiert. Sondern in einem Stall, mit Eltern, denen niemand die Tür öffnet. Gott macht damit auch dem isoliertesten Menschen klar: Auch für dich bin ich auf diese Welt gekommen.

Mich tröstet das in dieser Pandemie: Weil ich an einen Gott glauben darf, dem ich meine Verletzlichkeit und Angst um geliebte Menschen hinhalten kann. Kraft gibt mir, dass mein Gott sich an Weihnachten durch seine Menschwerdung mit mir solidarisiert. Aus Liebe. 

Wenn aber Gott sich dafür entscheidet, sich dieser Welt in Jesus Christus als solidarischer Gott zu zeigen, und aus Liebe auf so vieles zu verzichten,  dann kann meine Antwort darauf auch nur lauten: Solidarität! 

Solidarität mit allen, die jetzt auf Intensivstationen und in Pflegeheimen gegen das Virus kämpfen und für die ich deshalb auf vieles verzichte.

Solidarität mit den vielen Kindern und Jugendlichen weltweit, die von der Pandemie und ihren katastrophalen Folgeerscheinungen betroffen sind und zu verhungern drohen. Für die das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ heute und in den kommenden Tagen Spenden sammelt.

Solidarität mit allen, denen ich die Weihnachtsbotschaft

„Fürchtet euch nicht!“

auch heute in einem Telefonat oder Brief weitergeben kann.


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Dieser Beitrag wurde am 06.01.2021 gesendet.


Über den Autor Christopher Hoffmann

Christopher Hoffmann, geboren 1985 im Hunsrück, ist Pastoralreferent und Rundfunkbeauftragter bei der Katholischen Rundfunkarbeit am SWR.  Nach dem Studium der Theologie in Trier und Freiburg und der Seelsorgeausbildung im Rheinland ist er aktuell in der Pastoral für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Raum Neuwied aktiv. Seine journalistische Ausbildung absolvierte er am ifp in München. In seiner Freizeit liebt er Musik und singt seit vielen Jahren in verschiedenen Bands und Chören. Kontakt: christopher.hoffmann@bistum-trier.de

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