Feiertag, 16.08.2020

von Andreas Brauns, Schellerten

„Liebe mit der Güte deines Herzens“ – zum 15. Todestag von Frère Roger Schutz

Er setzte sich wie kaum jemand in der modernen Zeit für die EInheit im Glauben ein: Frère Roger. Vor 15 Jahren wurde der Gründer der Ökumenischen Gemeinschaft von Taizé erstochen. Doch sein Geist und seine Impulse leben weiter.

© Christian Pulfrich / Wikipedia Commons

„Laudate omnes gentes“, „Lobt alle Völker den Herrn.“

Dieses Lied wird in der voll besetzten Kirche in Taizé gesungen, als der 90-jährige Frère Roger Schutz am 16. August 2005 blutend hinausgetragen wird. Kaum jemand hat mitbekommen, was passiert ist. Während des Abendgebetes nähert sich eine psychisch gestörte Frau dem charismatischen Gründer der internationalen ökumenischen Communauté de Taizé.

Sie verletzt ihn mit drei Messerstichen schwer. Frère Roger erliegt kurz darauf seinen Verletzungen. Der gebeugte Mann mit schlohweißem Haar und einem markanten Gesicht voller Falten mit wachen Augen, der Brücken gebaut hat zwischen Menschen und Konfessionen, der immer wieder vom Frieden gesprochen hat, von der Güte und Liebe – er wird Opfer eines Attentates.  

Als die Nachricht um die Welt geht, können viele es nicht glauben. Auf dem Weltjugendtag in Köln, der damals gerade stattfindet, sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsetzt, vor allem aber traurig. Denn Frère Roger war ein Wegweiser des Glaubens. Mit seiner brüderlichen Gemeinschaft in Taizé hat er Generationen von Jugendlichen nachhaltig geprägt. Er wurde nicht müde, von einem Gott zu sprechen, der jeden Menschen sucht, weil er ihn liebt. Und im Glauben an diesen Gott ist er gestorben.

Zweifel an der Gemeinschaft mit Gott 

Geboren wird Roger Louis Schutz-Marsauche, wie er mit vollem Namen heißt, im Mai 1915 in Provence im Kanton Waadt in der Schweiz. Er ist das jüngste von neun Kindern in einem reformierten Pfarrhaus. Roger hat einen älteren Bruder und sieben Schwestern. Seine Mutter stammt aus dem Burgund. Sie liebt die Musik, hat sogar eine Gesangsausbildung.

Im Pfarrhaus gibt es drei Klaviere. Es wird viel darauf gespielt und die Familie singt auch im Chor. Als der Vater als Pastor die Gemeinde wechselt, gibt er Roger, den Jüngsten, zu einer katholischen Witwe. Der Pastor unterstützt sie mit seinem Geld, zugleich ermöglicht er seinem Jüngsten eine höhere Schulbildung, die am neuen Wohnort der Familie nicht möglich ist.

„Ich kann sagen, dass mein Glaube in meiner Jugend zu einem bestimmten Zeitpunkt heftig erschüttert wurde. Ich zog nicht eigentlich in Zweifel, dass es Gott gibt. Ich zweifelte vielmehr an der Möglichkeit, in Gemeinschaft mit ihm zu leben. Ich wollte vollkommen redlich sein und wagte es manchmal nicht einmal mehr zu beten. Wer beten will, dachte ich, muss Gott erkannt haben.“

1936 beginnt Roger Schutz auf Anraten seines Vaters dann mit dem Theologiestudium. Zunächst in Lausanne, später in Straßburg. Mit einer Arbeit über das Mönchstum beendet er sein Studium. Eine sichere Laufbahn als evangelisch-reformierter Pastor schlägt er 1940 aus. Stattdessen fährt er mit dem Fahrrad in ein kleines Bergdorf im Burgund, im Herzen Frankreichs.

In Taizé leben 50 Menschen. Der Ort liegt direkt an der Demarkationslinie zwischen dem von deutschen Truppen besetzen Norden und dem freien Süden Frankreichs. In der Nähe liegt Cluny, wo im 10. Jahrhundert eine bedeutende Reform des Ordenslebens für ganz Europa ihren Anfang nahm. In Taizé kauft Roger Schutz ein heruntergekommenes Anwesen. Und er mischt sich ein, ergreift Partei, versteckt gefährdete Flüchtlinge in seinem Haus, darunter auch Menschen jüdischen Glaubens. Seine Schwester Geneviève unterstützt ihn dabei.

Die Idee der Taizé-Gemeinschaft

1942 entgehen die Geschwister nur knapp ihrer Verhaftung. Jemand aus dem Dorf hat sie denunziert. Roger, der gerade einem Flüchtling über die Schweizer Grenze hilft, muss selbst dort bleiben.

In Genf reift in dem jungen Theologen der Gedanke, ein neues Modell des Zusammenlebens zu entwickeln: Menschen aus unterschiedlichen christlichen Konfessionen unter einem Dach, eine Gemeinschaft, die es so noch nicht gibt. 1944 geht er zurück nach Taizé, wo er mit drei Freunden den Anfang wagt - und nach Kriegsende die Sonntage oft mit deutschen Kriegsgefangenen aus einem nahe gelegenen Lager verbringt.

Die kleine Gemeinschaft zieht weitere Männer an und Ostern 1949 legen sieben Brüder gemeinsam ihre Gelübde ab, verpflichten sich zu einem klösterlichen Leben in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam gegenüber einer Autorität. Das ist die Geburtsstunde der „Communauté de Taizé“, der „Gemeinschaft von Taizé“, der Männer in ihren weißen Alben.

Roger Schutz ist als Prior der Gemeinschaft jetzt Frère Roger – Bruder Roger. Nachdem immer mal wieder Katholiken bei den Brüdern in Taizé mitleben, legt am Ostersonntag 1969 ein junger belgischer Arzt als erster Katholik seine Gelübde ab. Der Erzbischof von Paris gibt seine Einwilligung und so wird die Communauté de Taizé die erste ökumenische Brüdergemeinschaft der Geschichte.

„Ein Leben in Gemeinschaft kann ein Zeichen dafür sein, dass Gott Liebe und nur Liebe ist. Allmählich reifte in mir die Überzeugung, dass es darauf ankam, eine Gemeinschaft ins Leben zu rufen, eine Gemeinschaft von Männern, die entschlossen sind, ihr ganzes Leben zu geben, und die versuchen, sich stets zu verstehen und zu versöhnen. Eine Gemeinschaft, in der es im Letzten um die Güte des Herzens und die Einfachheit geht.“

Das ist alles, so Roger Schutz. Zur „Communauté“ gehören heute 100 Brüder verschiedener Konfessionen. Die Männer stammen aus mehr als 25 Nationen. Sie leben nicht nur in Taizé, sie teilen ihr Leben auch mit Straßenkindern, Gefangenen, Armen und Einsamen: In kleinen Niederlassungen in Elendsvierteln einiger asiatischer Länder, ebenso in Afrika und Südamerika.

Für sich selbst nimmt die Gemeinschaft keine Spenden oder Geschenke an. Die Brüder verdienen ihren Lebensunterhalt und das Geld, das sie für Hilfsprojekte benötigen, durch den Ertrag ihrer Arbeit. Einige töpfern, manche zeichnen, malen Ikonen, bauen Gebetshocker, andere fertigen Schmuck aus Emaille an. Wer etwas erbt, gibt sein Erbe den Armen über Projekte der Gemeinschaft. Für diese Projekte können Menschen auch spenden.

Stille und intensive Gespräche

Taizé fasziniert - von Anfang an. Bereits 1957 kommen die ersten Jugendlichen in das unscheinbare Dorf im Burgund, um mit den Brüdern zu beten, zu singen und zu diskutieren. Inzwischen reisen Jugendliche und junge Erwachsene aus allen europäischen Ländern an. In normalen Zeiten kommen bis zu 6000 junge Menschen zu den wöchentlichen Jugendtreffen.

Sie leben in einfachen Unterkünften, oft im eigenen Zelt. Manche suchen die Stille, andere den intensiven Austausch mit anderen, das Gespräch über die Bibel und ein Leben, das die Schöpfung achtet. Dreimal wird der Tag in Taizé unterbrochen durch das gemeinsame Beten und Singen in der schlichten Versöhnungskirche.

Nach Taizé kommen nicht nur Jugendliche. Auch Erwachsene aller Altersgruppen und Familien besuchen den Hügel im Burgund. Einer, der viele Jahre regelmäßig die Gemeinschaft aufsuchte, war der französische Philosoph Paul Ricoeur. Taizé hat ihm gezeigt, was er zutiefst geglaubt hat: Religion hat etwas mit Güte zu tun. 

Wenn die Religionen einen Sinn haben, dann den, den Bodensatz an Güte der Menschen freizulegen, ihn dort zu suchen, wo er vollständig versickert ist. Hier in Taizé sehe ich in gewisser Weise, wie die Güte sich Bahn bricht, in der Brüderlichkeit unter den Brüdern, in ihrer gelassenen, taktvollen Gastfreundschaft und im Gebet. Ich sehe Tausende von Jugendlichen, die von Gott, von der Gnade und von Jesus Christus nicht in einer ausgeprägt begrifflichen Sprache reden, aber in tiefer Hinwendung zur Güte leben.“

Und zusammen den so genannten „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde“ gehen. Er geht zurück auf das Konzil der Jugend, das 1974 in Taizé stattfand. Mehr als 40000 junge Menschen aus aller Welt waren damals gekommen. Ihr Ziel war es, Wege zu suchen, um anders zu leben: Menschen zu sehen, mit ihnen Leben zu teilen, anstatt sie zu unterdrücken und auszubeuten.

Nach ihrer Rückkehr gründeten einige junge Menschen Wohngemeinschaften, starteten Hilfsprojekte und organisierten durch Sitzstreiks in leerstehenden Wohnungen Wohnraum für Arme.

Pilgerweg für Versöhnung und Frieden

Das Konzil der Jugend wollte die Welt menschlicher machen. Das möchte auch der „Pilgerweg des Vertrauens“, den Frère Roger 1982 im von Muslimen und Christen umkämpften Libanon eröffnete.

Er war überzeugt: Versöhnung und Frieden haben nur eine Chance, wenn Menschen unterwegs bleiben, aufeinander zugehen, sich begegnen und so Vertrauen wachsen kann. Zu diesem Pilgerweg gehören die über den Jahreswechsel stattfindenden Jugendtreffen in verschiedenen Städten Europas. Zehntausende junge Menschen aus West und Ost machen sich auf den Weg, sie pilgern und versammeln sich zum gemeinsamen Gebet, zum Singen, zu Begegnungen und Gesprächen.

Der Geist von Taizé

Für Roger Schutz waren diese Europäischen Jugendtreffen, die seit 1978 stattfinden, eine Möglichkeit, Grenzen und Brüche zu überwinden. Mit den jungen Leuten suchen die Brüder aus Taizé nach neuen Wegen, mit ihnen entzünden sie „in der Nacht der Völker ein Licht“.

Die zarten Kerzen, die alle in den Gottesdiensten in den Händen halten, sind ein starkes Symbol gegen das Dunkel, das in der Welt oft so mächtig erscheint. Die Kerzen gehören auch zur „Nacht der Lichter“, einem Abendgebet mit meditativen Gesängen, das in zahlreichen Kirchen im Herbst stattfindet und sich orientiert an den Gottesdiensten in Taizé.

Viele, die kommen, spüren: Hier ist der Geist von Taizé, obwohl sie weit weg sind von dem Hügel im Burgund. Taizé ist eben nicht nur in Taizé. Das war Frère Roger von Anfang an wichtig. Und in seinen jährlichen Briefen aus Taizé hat er immer wieder dafür geworben und kleinen Gruppen Mut gemacht, als Christen zu leben und „Orte der Hoffnung“ zu begründen. 

Was macht Frère Roger so besonders?

Frère Roger, für manche ein heiliger Franziskus von Assisi des 20. Jahrhunderts, er hat nicht überzeugt durch große Reden und Moralpredigten. Er hat zugehört und war für viele die Güte in Person, ein Vorbild im Umgang mit Menschen. Manchmal wie der Hirte, der im Evangelium genannt wird: Er lässt 99 Schafe zurück, um das eine zu suchen, das sich verlaufen hat. Seine persönliche Ausstrahlung und seine Glaubwürdigkeit haben die Communauté geprägt und Menschen begeistert.

Frère Roger haben sie zugehört und vertraut, sich mitreißen lassen auf seinem Weg zu Gott. Seine freundlichen Augen und sein offenes Herz sind unvergessen. Für manche ist er längst ein „Heiliger der Herzen“. Auch für Frère Alois, den heutigen Prior der Gemeinschaft von Taizé.

„Frère Roger trug alle Menschen aus allen Völkern in seinem Herzen, vor allem Jugendliche und Kinder. Er besaß eine Leidenschaft für Gemeinschaft und sagte oft: ´Christus ist nicht auf die Erde gekommen, um eine neue Religion zu gründen, sondern um allen Menschen eine Gemeinschaft in Gott zu eröffnen´.“

Die gelebte Ökumene als kleines Werk der Versöhnung

Diese Gemeinschaft finden junge Menschen in Taizé und an den Orten auf der Welt, wo einige Brüder das Leben der Armen teilen. Wo Kirchen und Glaubensgemeinschaften Grenzen ziehen, sah Frère Roger es als seine Aufgabe an, sich von diesen künstlichen Hindernissen nicht abhalten zu lassen, sondern trotzdem Gemeinschaft zu wagen.

Die Einheit der Christen, die vielen unmöglich scheint, war für den sanftmütigen Prior vor allem eine Frage der Bereitschaft zur Versöhnung. Würden Christen diese Versöhnung wagen, selbst über ihre Schatten in der Geschichte springen und einander offen begegnen, wäre die Einheit ganz nahe. Und so rief er wie ein Prophet, die getrennten Kirchen auf, die Versöhnung zu wagen. Papst Johannes XXIII. lud ihn als Beobachter zum 2. Vatikanischen Konzil ein. Und Papst Johannes Paul II. empfing Frère Roger regelmäßig im Vatikan.

Für sein kleines Werk der Versöhnung, die gelebte Ökumene, wurde er mehrfach ausgezeichnet. Wie selbstverständlich er die Ökumene lebte, wurde nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. deutlich: Joseph Kardinal Ratzinger, damals noch Leiter der Glaubenskongregation, reicht ihm bei der Beisetzung öffentlich die Kommunion.

„Das Lebenszeugnis meiner Großmutter hat mich so geprägt, dass ich schon in jungen Jahren meine Identität als Christ darin gefunden habe, in mir den Glauben meiner Herkunft mit dem Geheimnis des katholischen Glaubens zu versöhnen, ohne mit irgendjemandem die Gemeinschaft zu brechen.“

Gottes Liebe war für ihn ohne Vorbehalt

Zeit seines Lebens blieb Frère Roger ein Gottsucher, überzeugt davon, dass Gott nur lieben kann. Der Prior von Taizé hat ein Beispiel gegeben, wie ein Mensch heute unterwegs sein kann in der Spur Jesu. Wie es ist, ihm nachzufolgen.

Frère Roger wollte kein geistlicher Meister sein, sondern ein Mensch, der sich berühren lässt von Leid und seelischer Not. Sein gütiges Herz war den Menschen zugewandt. Die Güte des Herzens war für ihn eine Kraft, mit der er der Welt begegnet ist, um sie staunen zu lassen, aber auch um sie zu verändern. 

Doch Güte hebt die Welt nicht aus den Angeln, sie ist verletzlich. Sie sieht den Menschen, der verletzlich ist, aber auch einen freien Willen hat, der zum Bösen verleiten kann.

Frère Roger machte sich da keine Illusionen. Aber er war überzeugt davon, dass ein liebender und verzeihender Gott sich weigern wird, immer und immer wieder auf die Fehltritte zurückzukommen. Gottes Liebe war für ihn ohne Vorbehalt. Und so geliebt, können Menschen gütig sein und offen, anderen zu vertrauen.

„Du bist von nun an nicht mehr allein“

Die Communauté de Taizé, die vor 15 Jahren mit Frère Roger ihren Gründer verlor, sie bewahrt bis heute sein geistliches Erbe: Sein Beispiel, sich Gott anzuvertrauen, mit ihm durchs Leben zu gehen, Grenzen zu überwinden. Aber auch Menschen einzuladen und mit ihnen immer wieder neu Wege des Glaubens zu suchen.

Die Brüder in Taizé leben nach der Regel, die Roger Schutz ihnen erstmals in den Jahren 1952/53 gegeben hat. In dieser Regel, die als „Kleine Quelle von Taizé“, bekannt ist, heißt es:                         

„Du bist von nun an nicht mehr allein. In allem hast du mit deinen Brüdern zu rechnen… Du fürchtest, eine gemeinsame Quelle könnte deine Persönlichkeit erdrücken, wo sie dich doch von unnützen Fesseln freimachen soll, damit du die Verantwortung, die der Dienst mit sich bringt, besser tragen und der Kühnheit, die in ihm liegt, besser gerecht werden kannst.“

Mit diesen Worten beginnt die Regel, die Frère Roger mehrfach und umfangreich überarbeitet hat. Zuletzt im Jahr 2001. Sie war nie in Stein gemeißelt und so konnte sich niemand an Buchstaben klammern. „Die kleine Quelle von Taizé“ ist kein großes Werk. Es sind wenige Seiten, die das Zusammenleben regeln und daran erinnern, worum es in Taizé geht: Ein Zeichen der brüderlicher Liebe und Freude zu sein.

In der Regel scheint der „Geist der Seligpreisung“ immer wieder auf: Es geht um die Einfachheit im Glauben, die Freude an der Gemeinschaft der Menschen mit Gott und um Barmherzigkeit im Zusammenleben. In diesem Geist heißt es in der Regel:                                                             

„Würdest du die Barmherzigkeit verlieren, hättest du alles verloren… Lässt du dich erfüllen vom Erbarmen des Herzens? Weit davon entfernt, dich durchsetzen zu wollen, indem du anderen ein schlechtes Gewissen einredest; weit davon entfernt, in die Ironie abzugleiten. In der Lauterkeit der Liebe bekenne deine eigenen Schwächen und halte dich nicht damit auf, den Splitter im Auge deines Bruders zu betrachten. Glücklich die Gemeinschaft, in der es ein abgrundtiefes Wohlwollen gibt; sie lässt Christus durchscheinen wie sonst nichts.“                                                 

Taizé lebt weiter

Seinem Tod sah Frère Roger stets gelassen entgegen. Er würde zwar traurig darüber sein, seine Brüder und die jungen Menschen verlassen zu müssen, doch er vertraute darauf, für immer aufgenommen zu werden von Gott.

Als der 90jährige Frère Roger heute vor 15 Jahren starb, schien vielen Taizé ohne seinen Gründer unmöglich. Doch sein Tod hat die Gemeinschaft noch mehr zusammengebracht. Sie lebt, was ihm wichtig war: Güte des Herzens, Liebe und Verzeihen, Vertrauen und Gemeinschaft. Und: Grenzen überschreiten, wo es für viele noch immer undenkbar erscheint. Aber noch etwas war Frère Roger wichtig:      

„Was wünschen wir denen, die hierherkommen, am meisten? Wir möchten, dass in uns und in jedem Menschen langsam durchbricht, was wir nicht wussten: dass, obwohl wir oft streng zu uns selbst sind, Gott niemals Druck auf einen Menschen ausübt. Vielleicht kann man während einer Woche in Taizé allmählich verstehen, dass Gott eine Gabe, ein Geschenk für jeden von uns bereithält: Frieden, inneren Frieden, den Frieden des Herzens.“           

Die redaktionelle Verantwortung hat Martin Korden.

Musik:

„Laudate omnes gentes“, CD T 566 © Ateliers et Presses de Taizé, 3 295750 005666

„In Manus tuas, Pater“, CD Taizé – Music of unity and peace 0 289 4793788, LC 0173

„Bless the Lord“ Ebd. Track 4 (4:06)

„Laudate Dominum“ Ebd. Track 5 (3:54)

„Venite, exultemus Domino“ CD Taizé Instrumental, Annamaria Kertesz u.a., T 704, Ateliers et Presses de Taizé 2003-2010 3 295750 007042

„Ubi caritas et amor“ CD: Taizé – Music of unity and peace 0 289 4793788 3, LC 0173

„Aber du weißt den Weg für mich“ CD Taizé Instrumental, Annamaria Kertesz u.a. Naïve T 704, 3 295750 007042 


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Dieser Beitrag wurde am 16.08.2020 gesendet.


Über den Autor Andreas Brauns

Andreas Brauns wurde 1962 geboren. Er ist verheiratet und Vater von drei Töchtern. Nach dem Theologiestudium in Frankfurt am Main und Freiburg im Breisgau absolvierte er seinen Zivildienst in Hannover. Während dieser Zeit gab es erste Kontakte zur kirchlichen Rundfunkarbeit. Seit 1995 arbeitet er als Redakteur im „Katholischen Rundfunkreferat für den NDR“. Zudem arbeitet er seit einigen Jahren auch als Beauftragter für Funk- und Fernsehen im Bistum Hildesheim. Ein Wort des Apostels Paulus im Römerbrief begleitete ihn seit dem Studium: „Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündigt?“

Kontakt
andreas.brauns@bistum-hildesheim.de


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