Feiertag, 17.05.2020

von Andrea Fleming, München

Grenzgänger und Brückenbauer. Zum 100. Geburtstag von Johannes Paul II.

„Santo Subito“, riefen die Gläubigen zum Tode von Johannes Paul II. 26 Jahre und fünf Monate war er das Oberhaupt der Katholischen Kirche. Am 18. Mai 2020 wäre er 100 Jahre alt geworden.

© Dr. Meierhofer at de.wikipedia

16. Oktober 1978 – in der Abenddämmerung steigt weißer Rauch auf aus dem wohl berühmtesten Schornstein der Welt – Zeichen, dass das Kardinalskollegium der katholischen Kirche sein neues Oberhaupt gewählt hat: Die Wahl fiel nach mehr als 450 Jahren, in denen Italiener die Geschicke der Katholischen Kirche bestimmt hatten, das erste Mal auf einen Slaven: Der Pole Karol Wojtyla wird von nun an als Nachfolger des Apostels Petrus weit mehr als nur das Leben und die Zukunft der katholischen Kirche prägen.

Geboren wurde er vor 100 Jahren, am 18. Mai 1920 in Wadowice – 30 km entfernt von Auschwitz, dem Ort, der zu Wojtylas Lebzeiten durch eines der größten Vernichtungslager der jüngeren Menschheitsgeschichte berühmt geworden ist.

Wofür er unvergessen bleibt

Viele Attribute wird man ihm im Laufe seiner Amtszeit geben: der Reisepapst, der Medienpapst, der Papst der Versöhnung und des Dialogs, aber auch der Papst, der die Diskussion um das Frauenpriestertum ein für alle Mal beenden wollte und dem man heute vorwirft, nicht schnell und deutlich genug Position bezogen zu haben gegen den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch Amtsträger der Kirche.

Bleiben wird aber auch die Erinnerung an das Öffentliche Schuldbekenntnis, in dem er das im Namen der Kirche begangene Unrecht beim Namen nannte und um Vergebung bat. Doch es ist vor allem das vermutlich wichtigste historische Ereignis seiner Zeit, das mit diesem Papst in Verbindung gebracht wird. Der Fall des Eisernen Vorhangs. Viele Historiker sagen heute, dass Johannes Paul II. dabei eine maßgebliche Rolle spielte, das Ende des sozialistisch-kommunistischen Ostblocks sozusagen einleitete.

Und da ist die Erinnerung gerade an seine letzten Lebensjahre: Den eigenen körperlichen Verfall hat er nicht verstecken wollen, hat keinen Hehl gemacht aus der physischen Begrenztheit des menschlichen Lebens. Um den Respekt vor der Würde des Menschen, vor dem Leben vom Augenblick der Zeugung an bis zum letzten Atemzug auf dieser Erde hatte er nicht erst während seiner Amtszeit als Papst gerungen.

Die schonungslosen Bilder seiner eigenen Krankheit zeigten aber auch die spirituelle Kraft des Glaubens, die die körperlichen Grenzen übersteigt und die der „Kultur des Todes“, wie er sie in einem wichtigen Lehrschreiben genannt hatte, eine Kultur des Lebens entgegensetzen sollte.

Ein politischer Papst

Schon seine ersten Worte als Papst am Abend seiner Wahl offenbarten, auf wen er von Beginn an sein eigentliches Vertrauen setzte:

„Die ehrwürdigen Kardinäle haben einen neuen Bischof von Rom berufen. Sie haben ihn aus einem fernen Land gerufen… Ich hatte Angst vor dieser Ernennung, aber ich habe sie angenommen im Geist des Gehorsams gegenüber unserem Herrn und im völligen Vertrauen auf seine Mutter, die allerheiligste Madonna.“

Bei der offiziellen Eröffnung seines Pontifikats einige Tage später machte er deutlich, dass er nicht bereit sein würde, sich Grenzen setzen zu lassen und rief den Christen in aller Welt ermutigend zu:

„Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus. Öffnet die Grenzen der Staaten, die wirtschaftlichen und politischen Systeme, die weiten Felder der Kultur, der Zivilisation und der Entwicklung für seine erlösende Herrschaft. Habt keine Angst!“

„Öffnet die politischen Systeme für Christus“, schon diese ersten Worte waren eine klare Botschaft, die gerade in seiner Heimat aufgenommen wurde. Vor allem seinen ersten Besuch als Pontifex in Polen nutzte Johannes Paul II. um seinen Landsleuten Mut zu machen. Auf dem Warschauer Siegesplatz betete er „Der Geist Gottes verwandle das Antlitz der Erde“ - und fügte dann eine entscheidende Betonung hinzu, in dem er sagte: „Der Geist verwandele das Antlitz dieser Erde hier.“

Johannes Paul hatte dem polnischen Volk den aufrechten Gang beigebracht, so wird sich ein ehemaliger Regierungschef Polens später an den Besuch von 1979 erinnern. Kurz darauf entstand mit Solidarnosc eine freie Gewerkschaft, die das Regime unter dem Druck des Volkes anerkannte. Es war die erste die offizielle Opposition in einem sozialistischen Staat. Die Entwicklung hin zum Fall des Eisernen Vorhangs hatte begonnen durch den Mut der Polen, ermutigt durch den Grenzgänger und Brückenbauer Johannes Paul II.

„Wojtyla hatte etwas absolut Magisches!“

Einer, der durch seine Arbeit die Chance hatte, Johannes Paul II. aus der Nähe kennenzulernen, ihn bei vielen öffentlichen Auftritten zu begleiten, zu beobachten und auch mit ihm zu sprechen, ist der deutsche Journalist und Buchautor Andreas Englisch. Der gebürtige Westfale lebt schon seit vielen Jahren in Rom und erzählt in seinen Büchern, aber auch in Korrespondentenberichten für deutsche Medien sehr anschaulich, wie gerade dieser Papst Einfluss genommen hat auf das Leben der Welt in vielen Bereichen. Eine objektive Berichterstattung sei ihm dabei schwergefallen:

„Wojtyla hatte etwas absolut Magisches! Selbst, wenn Sie nicht an Gott geglaubt hätten, wenn die Kirche sch…egal war.  Man wurde als Journalist absolut parteiisch. Dass wir, die damals so lange mit Wojtyla zusammen gewesen sind, über den objektiv berichtet hätten, ist gelogen! Also, ich war immer antiklerikal, habe ich auch immer wieder geschrieben: Wojtyla total rückständiger Konservativer… Aber das schlug dann um, irgendwann, ich würde mal sagen spätestens 1989, 1990 – und dann war das unser Mann!“

Religion und Weltgeschehen waren gerade für Johannes Paul II. eng miteinander verbunden und auf seinen vielen Reisen hat der engagierte Pole keine Gelegenheit ausgelassen, auf politische, gesellschaftliche und auch wirtschaftliche Missstände durch Worte, Gesten und auch durch spontanes Handeln direkten Einfluss zu nehmen.

Englisch berichtet von einem spontanen ungeplanten Abstecher des Pontifex in die Favelas von Rio de Janeiro bei seinem Besuch in Brasilien 1980. Die brasilianischen Gastgeber wollten keine Gelegenheiten bieten für Bilder des Papstes in Elendsvierteln. Doch der nutzte eine Lücke im dichten Besuchsprogramm und stieg mehrere hundert Stufen hoch in das Viertel Vidigal und brachte das Sicherheitspersonal damit in helle Aufruhr. Als ihn eine Bewohnerin des Viertels um Hilfe für ihre hungernde Familie bat, zog er sich dann auch noch spontan den Fischerring vom Finger und schenkte ihn trotz vehementen Protestes seines Staatssekretärs der Frau.

„Der hat nicht getickt wie ein Politiker oder ein Journalist oder Politiker, der war anders…“

Ein Papst des religiösen Dialogs

Wie anders und unkonventionell Johannes Paul II. war, zeigen vor allem die Zeichen und mutigen Schritte, die er im Dialog mit anderen Kirchen und anderen Religionen getan hat. In vielen Gesten überlagern sich dabei die Ebenen des Politischen, Sozialen und Religiösen, auf die sein Handeln Auswirkungen hatte.

Ein Beispiel dafür ist eine Szene, die sich während der ersten Reise eines Papstes nach Rumänien im Mai 1999 ereignete. Johannes Paul II. traf auf dem katholischen Friedhof von Bukarest mit katholischen und orthodoxen Kirchenvertretern zusammen und erwies am Grab eines griechisch-katholischen Kardinals und am Denkmal der Gefallenen der Revolution stellvertretend allen rumänischen Märtyrern die Ehre, die sich dem kommunistischen Regime widersetzt hatten, - Orthodoxen wie Katholiken.

Dieses schlichte Gebet löste in Rumänien die erste abweisende Starre, mit der man dem Vatikan-Vertreter zunächst begegnet war und schlug als Zeichen der Achtung und des Respekts eine wichtige Brücke zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche. Ein Jahr später beschreibt das katholische Kirchenoberhaupt, was er mit diesem Gebet ausdrücken wollte:

Als mir letztes Jahr während meiner Pilgerfahrt in Euer Land gewährt war, gemeinsam mit Euch auf dem katholischen Friedhof von Bukarest zu beten, habe ich dies getan, indem ich die ganze Kirche Christi im Herzen trug. Zusammen mit der ganzen Kirche kniete ich schweigend nieder an den Gräbern Eurer Märtyrer. (…) Das Blut dieser Märtyrer ist ein Sauerteig des Lebens im Geiste des Evangeliums, das nicht nur in Eurem Lande wirkt, sondern auch in vielen anderen Teilen der Welt.“

Der Dialog unter den Religionen war sicher ein besonderes Anliegen von Karol Wojtyla und er hat sich mit seinen mutigen Initiativen nicht nur Freunde gemacht. Schritte auf Gläubige und Religionsführer zu wurden nicht immer verstanden und von politischen Lagern durchaus für die eigene Agenda ausgenutzt.

Unbestritten bleibt, dass Johannes Paul II. viel angestoßen hat für ein größeres Verständnis, für die Annäherung unter den Religionen und im Sinne eines gemeinsamen Engagements für Frieden und Gerechtigkeit.

Ein Papst für die Jugend der Welt

Ein außergewöhnliches Zeugnis dafür ist eine Ansprache, die er 1985 vor 100.000 muslimischen Jugendlichen im Sportstadion von Casablanca hielt. Hier wird nicht nur sein vertrauensvolles Verhältnis zu jungen Menschen deutlich, das den Begründer der Weltjugendtage bis zum Schluss auszeichnete. In dieser ungewöhnlich offenherzigen Rede offenbarte Johannes Paul II. einen Weg des Dialogs zwischen Gläubigen verschiedener Religionen:

„Achtung und Dialog verlangen Gegenseitigkeit in allen Bereichen (…) im Besonderen der Religionsfreiheit.

Ihr jungen Menschen seid, dessen bin ich sicher, dialogfähig. Ihr wollt nicht von Vorurteilen bestimmt werden. Ihr seid bereit, eine Zivilisation im Zeichen der Liebe aufzubauen. Ihr wollt die Anderen ohne Rücksicht auf Nation, Rasse und Religion lieben… Die katholische Kirche blickt mit Hochachtung auf euren religiösen Weg und erkennt seine Qualität an, den Reichtum eurer geistlichen Tradition. Auch wir Christen sind stolz auf unsere religiöse Tradition. Ich glaube, dass wir, Christen und Muslime, mit Freude die religiösen Werte, die wir gemeinsam haben, anerkennen und Gott dafür danken sollten.“

1986 lud Johannes Paul II. die Führer der großen Weltreligionen zu Begegnung und gemeinsamem Gebet nach Assisi ein. Er vergewisserte sich des gemeinsamen Wunsches und der Bereitschaft, für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung zu kämpfen.

Die Bilder der ehrwürdigen Gestalten in farbenprächtigen Gewändern vor der Kulisse der mittelalterlichen Kathedralen gingen um die Welt und legten den Grundstein für das gemeinsame Engagement für die friedliche Koexistenz der Völker, den Schutz des Lebens und der Natur. Das Weltgebetstreffen für den Frieden findet seitdem in regelmäßigen Abständen statt.

„Allahu Akbar – Gott ist groß“

Doch neben diesen großen geplanten Vorstößen im Miteinander der Religionen waren es vor allem die spontanen Gesten des Respekts und der Achtung, durch die Papst Johannes Paul II. neue Brücken schlagen und die Herzen der Anwesenden erobern konnte.

Ein typisches Beispiel dafür war ein kurzer heikler Moment während eines Gottesdienstes an der Geburtskirche in Bethlehem im Februar 2000. Anwesend waren neben den Würdenträgern der christlichen Kirchen auch Palästinenserpräsident Jassir Arafat, seine Frau Souha, eine Christin, und andere palästinensische Würdenträger, viele von ihnen Muslime.

Die Messe wurde plötzlich vom Ruf des Muezzins aus den Lausprechern der benachbarten Omar-Moschee unterbrochen. Manche hielten es für eine Provokation, doch der Papst unterbrach seine Zeremonie für die Zeit des muslimischen Gebetsrufes und nahm nach einer respektvollen Pause sein Gebet wieder auf. „Allahu Akbar – Gott ist groß“, das habe der Papst unterstrichen, berichtet Korrespondent Andreas Englisch später und unter den anwesenden Muslimen sei spontaner Applaus ausgebrochen.

Zum ersten Mal besucht ein Papst eine Synagoge

Während Johannes Paul II. sich mit den Muslimen in den Begegnungen mit ihren Führern auf das gemeinsame Zeugnis für den Frieden und die Verurteilung von Gewalt verpflichtete, hatte das Verhältnis zum Judentum für den Polen Karol Wojtyla auch eine ganz persönliche Dimension.

Geboren in Wadowice, das nur 30 km entfernt vom Vernichtungslager Auschwitz liegt, zählten Juden zu seinen Freunden aus Kindheitstagen. Sowohl die theologischen Annäherungen seiner Vorgänger aber vor allem die intensiven Begegnungen mit Vertretern des Judentums und seine Freundschaften aus seiner Zeit in Polen – dies alles führte am 13. August 1986 zum ersten Besuch eines Papstes in einer jüdischen Synagoge. In seiner Ansprache setzte er damals ein unnachahmliches Zeichen.

„Ein Wort tiefer Verabscheuung möchte ich zum Ausdruck bringen für den während des letzten Krieges gegen das jüdische Volk beschlossenen Genozid, der zum Holocaust von Millionen unschuldiger Opfer geführt hat…“

Die Kirche Christi entdeckt ihre Bindung zum Judentum. Die jüdische Religion ist für uns nicht etwas „Äußerliches“, sondern gehört in gewisser Weise zum ‚Inneren‘ unserer Religion. Zu ihr haben wir somit Beziehungen wie zu keiner anderen Religion. Ihr seid unsere bevorzugten Brüder und, so könnte man gewissermaßen sagen, unsere älteren Brüder…“

Johannes Paul II. prägte damals die Bezeichnung der „älteren Brüder“, die auch als Geste der Versöhnung aufgenommen wurde.

„Mea Culpa“: Der Papst entschuldigt sich

Im Jahr 2000, das die Katholische Kirche als Heiliges Jahr beging, nahm er die Jahrtausendwende zum Anlass, ein einzigartiges Schuldbekenntnis und eine Bitte um Vergebung seitens der Katholischen Kirche zu formulieren – das „Mea Culpa“ galt in einer der vielen Vergebungsbitten auch speziell gegenüber den Juden.

„Gott unser Vater, lass die Christen der Leiden gedenken, die dem Volk Israel in der Geschichte auferlegt wurden. Lass sie ihre Sünden anerkennen, die nicht wenige von ihnen gegen das Volk des Bundes begangen haben.

Wir sind zutiefst betrübt über das Verhalten aller, die im Laufe der Geschichte deine Söhne und Töchter leiden ließen. Wir bitten um Verzeihung und wollen uns dafür einsetzen, dass echte Brüderlichkeit herrsche mit dem Volk des Bundes.“

Bei seinem anschließenden Besuch im Heiligen Land besiegelte Johannes Paul II. dann dieses Zeichen indem er schweigend und mit einer demütigen Verbeugung eben diese Vergebungsbitte auf einem Zettel in die Ritzen der Klagemauer steckte. Das sei wohl die wichtigste Geste seines Pontifikats gewesen, vermutet Autor Andreas Englisch:

An die Klagemauer zu gehen, und sich für das zu entschuldigen, was Christen den Juden angetan hatten, das war ganz wichtig! Ich glaube, wenn man ihn gefragt hätte, Heiligkeit, was war Ihre wichtigste Geste, dann hätte er gesagt: das Gebet an der Klagemauer: Wir müssen uns für das, was wir 1700 Jahre lang den Juden angetan haben, entschuldigen.“ 

Wie Wojtyla sich die Zukunft der Kirche vorstellte

Zum Ende des Jubiläumsjahres 2000 veröffentlicht Johannes Paul II. ein apostolisches Schreiben, in dem er nach Meinung einiger Theologen sein pastorales Vermächtnis hinterlässt. In dem Text mit dem lateinischen Titel ‚Novo millennio ineunte‘ - zu deutsch: Zu Beginn des neuen Jahrtausends - beschreibt er seinen Traum einer Kirche der Zukunft.

Darin nimmt er Maß an einigen Grundprinzipien des Zweiten Vatikanischen Konzils, die noch immer auf ihre Umsetzung warten: Er wünscht sich eine Kirche mit starker gemeinschaftlicher Spiritualität, die sich abkehrt von der Priesterzentriertheit und die Laien aufwertet, die der zentralen Steuerung durch Rom weniger Gewicht gibt als der Mitgestaltung durch die Ortskirchen und die sich in der Gemeinschaft mit Christen anderer Konfessionen in den lebendigen Dialog mit der Gesellschaft begibt.

Die Christen, so Johannes Paul II., müssten eine Spiritualität der Gemeinschaft entwickeln:

Die Kirche zum Haus und zur Schule der Gemeinschaft zu machen, darin liegt die große Herausforderung, die in dem beginnenden Jahrtausend vor uns steht, wenn wir dem Plan Gottes treu sein und auch den tiefgreifenden Erwartungen der Welt entsprechen wollen.“

„Wenn ich schwach bin, bin ich stark“

Abgesehen von den historischen Zeichen des Dialogs, den Schritten der Versöhnung und einer Vision von Kirche als Gemeinschaft, die Karol Wojtyla auf vielen Ebenen angestoßen hat, bleiben wohl allen die Bilder seiner letzten Monate sehr eindrücklich vor Augen: Der Medienpapst, der energische weiße Mann, der von der Jugend in Tschenstochau, Denver und Manila wie ein Popstar gefeiert wurde, dieser Papst hat sich auch am Ende seines Lebens, von der Parkinson-Krankheit gezeichnet, nicht vor den Kameras versteckt.

„Wenn ich schwach bin, bin ich stark“ heißt es bei Paulus im 2. Korintherbrief. Vielleicht war es dieses authentische Lebenszeugnis, das den Menschen mehr über den Glauben vermittelt hat, als jede Predigt. Journalist Andreas Englisch zieht zumindest für sich eine eindeutige Bilanz:

Wojtyla war der einzige Mensch, den ich je in meinem Leben kennengelernt habe, der ohne den geringsten Zweifel an Gott geglaubt hat. Der hat viel in meinem Leben hinterlassen… Den Glauben an Gott! Ich habe den gemocht, ich habe versucht, ihn zu verteidigen, sein Tod ging mir sehr nahe – aber ich würde nicht an Gott glauben ohne Wojtyla.“

Die redaktionelle Verantwortung hat Martin Korden

Musik:

Vladimir Cosma - L’Homme de Suez

Ennio Morricone - La Verité et le soleil

J.S. Bach – Sonata for Violin & Keyboard No. 3

La Califfa – Ennio Morricone

Giora Feidman – Chaim: A Heart Dance

Giora Feidman – Chassidic Pendulum

Ennio Morricone - L‘uomo proiettile

Zitate und Quellen:

Apostolisches Schreiben "Novo Millenio ineunte" veröffentlicht am 06.01.2001, abgerufen am 10.05.2020, online unter http://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/apost_letters/2001/documents/hf_jp-ii_apl_20010106_novo-millennio-ineunte.html

Auszug aus Rede vom 19.08.1985 im Sportstadion von Casablanca (Marokko), zitiert aus "Johannes Paul II. Versöhnung zwischen den Welten", Verlag Neue Stadt, Hrsg. Matthias Kopp, 2004 München

Auszug aus Rede vom 13. April 1986 in der Synagoge in Rom, zitiert aus "Johannes Paul II. Versöhnung zwischen den Welten", Verlag Neue Stadt, Hrsg. Matthias Kopp, 2004 München

Fürbitte am ersten Fastensonntag am 12. März 2000 zitiert aus "Johannes Paul II. Versöhnung zwischen den Welten", Verlag Neue Stadt, Hrsg. Matthias Kopp, 2004 München

Historische Aufnahme auf Vatican News: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2018-10/jahrestag-johannes-paul-ii-wahl-wojtyla-heilig-polen-vatikan.html, Rom, 16.10.1978, im Netz abgerufen am 10.05.2020

Originalaudio auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=cCydA8U9maE, Rom, 22.10.1978, abgerufen im Netz am 10.05.2020

Apostolischen Schreiben von Johannes Paul II. vom 7.5.2000, veröffentlicht auf vatican.va, abgerufen am 10.05.2020: www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/apost_letters/2000/documents/hf_jp-ii_apl_20000720_unione-romania-roma.html

Englisch, Andreas: Johannes Paul II. Das Geheimnis des Karol Wojtyla, 2004 Audiobuch Verlag OHG, Audible Hörbuch, Gekürzte Ausgabe, Erzähler Wolf Frass


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Dieser Beitrag wurde am 17.05.2020 gesendet.


Über die Autorin Andrea Fleming

Andrea Fleming hat in Düsseldorf Ihren Diplomabschluss in Italienisch, Englisch und Deutsch als Literaturübersetzerin gemacht und arbeitet seit 2003 als freie Journalistin. Sie ist freie Mitarbeiterin im Bayerischen Rundfunk, ist für Firmen und Non-Profit-Organisationen in der PR-Arbeit tätig und schreibt für diverse Zeitschriften und Online-Portale. Außerdem arbeitet sie als deutsche Pressereferentin der Fokolar-Bewegung. Kontakt: a.fleming@gmx.de

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