Feiertag, 07.07.2019

von Gunnar Lammert-Türk aus Berlin

"Das Herz Europas brennt." Der Brand der Notre Dame und die Folgen

So schnell wie sich das Feuer ausbreitete, so rasend schnell gingen die Bilder um die Welt, als am Abend des 15. April – in der Heiligen Woche der Christen – die wichtigste Kirche Frankreichs brannte: Die „Notre Dame“ in Paris. Die Bilder vom einstürzenden Vierungsturm hatten Symbolcharakter. Ganz gleich ob gläubig oder nicht – im Schock angesichts der Bilder waren die Franzosen vereint. Gunnar Lammert-Türk über Geschichte, Bedeutung und Symbolkraft der „Notre Dame“.

„Es ist, als würde unser Familienhaus brennen! Dieser anonyme Seufzer verdeutlicht die Fassungslosigkeit. Aber, wie soll man das ‚unser‘ hören, in einer Verzweiflung, die als kollektives Drama erlebt wird? Von welchem „Haus“, von welcher ‚Familie‘ reden wir?“ (1) 

Diese Worte stammen von dem französischen Historiker Dominique Iogna-Prat. Er schrieb sie angesichts des Brandes, der die Kathedrale Notre-Dame de Paris wenige Tage vor dem Osterfest, am Abend des 15. April, gefährlich in Mitleidenschaft gezogen hat. Was macht die enge Bindung an diese Kirche aus, dass sie „unser Haus“ genannt wird? Wie stark bewegt die der Gottesmutter Maria, der Madonna geweihten Kathedrale die Menschen, dass sie von ihr als von „unserem Herzen“ sprechen, wie es in Artikeln nach dem Brand hieß. Vom Herz von Paris und Frankreich war die Rede. Ja, vom Herzen Europas. Und nicht nur Europäer bekundeten ihren Schrecken. Der Kunsthistoriker Thomas Gaehtgens, der viele Jahre in Paris gelebt hat und mit Notre-Dame vertraut ist, fragt sich, woher die weltweite Anteilnahme kommt.

„Was haben die Menschen mit Notre-Dame zu tun, die in China oder in Japan oder in Südamerika sind? Wie kommt da eine persönliche Beziehung zustande? Also ich würde zunächst mal sagen, diese Sympathiewelle beruht einerseits auf einer Sympathie zu Frankreich, das ist gar keine Frage, ist auch das Land, das ist dann auch die Begeisterung für Paris. Jeder sagt Notre-Dame de Paris, dann wissen die, was das ist, auch wenn sie nicht in Paris gewesen sind, noch nie in Paris gewesen sind, wissen die, was Notre-Dame de Paris ist, ja.“ 

„Hier spürt man: Unsere Geschichte ist auch eine sakrale“

Ja, Notre-Dame ist Frankreich und ist Paris. Wie der Louvre, der Eiffelturm oder Versailles. Ein allseits bekanntes Sinnbild der faszinierenden Stadt, in dessen ältestem Siedlungskern prominent gelegen. Aber die Kathedrale ist weit mehr. Selbst voller Symbole, ist sie ein symbolischer Ort, vollgesogen mit Geschichte, ein Kristallisationspunkt kollektiver Erinnerung, wie der französische Historiker Etienne Francois sagt: 

„Es kann für die Pariser eine rein lokale Erinnerung sein, für die Franzosen eine nationale, für die Europäer eine europäische, und das eine schließt das andere nicht aus. Aber das ist eine Erinnerung an einen Gebäude, in welchem man spürt, dass unsere Geschichte nicht nur eine rein politische Geschichte ist oder eine Abfolge von Kämpfen, Kriegen und so weiter, sondern dass sie darüber hinaus auch eine kulturelle und eine sakrale Dimension hat. Und die Tatsache, dass das Gebäude von Notre-Dame unverändert geblieben ist vom Mittelalter bis heute, spricht auch für eine Kontinuität der europäischen Geschichte über den schnellen Wandel der Zeit hinaus.“

Ein Jahrhundertgedächtnis Frankreichs und Europas ist die Kathedrale Notre-Dame de Paris. Ein Ort, an dem Politik und Religion, Geschichte und Gegenwart, das Geschick und die Gefühle des Volkes und die Inszenierung der jeweiligen Herrscher und Regenten miteinander verflochten waren und sind. Bis heute. Etienne Francois gibt ein Beispiel: 

„Ich hab noch ziemlich präzise in Erinnerung die Trauerfeiern für de Gaulle und für Mitterand, die im Übrigen beide nicht da waren. Das waren wieder einmal total symbolische Trauerfeiern. Denn der Leib des Verstorbenen war nicht da, aber da es sich um die Kathedrale der Hauptstadt handelt, dann war er im übertragenen Sinne da. Und ich würde fast sagen, insofern war und ist immer noch heute Notre-Dame eine Kathedrale der symbolischen Repräsentation.“

De Gaulle, für den am 12. November 1970 ein Requiem im Beisein ausländischer Staatschefs in Notre-Dame gehalten wurde, er hatte der Kathedrale schon einige Jahre zuvor in der Öffentlichkeit besondere Referenz erwiesen. Als er im August 1944 in Paris einmarschierte und die Champs-Élysées herunterzog, ging er nicht zum Élysée-Palast, dem Regierungssitz, sondern nach Notre-Dame, um an einer Messe zum Dank für die Befreiung teilzunehmen. Es ist möglich, dass ihm dabei ein Jahrhunderte zurückliegender Prozessionszug vor Augen stand. 

Als Ludwig IX. barfüßig die Dornenkrone zur Notre Dame brachte

1239 hatte König Ludwig der Heilige die Dornenkrone Christi, die bedeutendste Reliquie der Christenheit, erworben. In einer Prozession ließ er sie nach Paris bringen. Kunsthistoriker Thomas Gaehtgens nennt Details: 

„Er ist dem Zug entgegen gereist und dann über die Stadt Sens, wo sie zum ersten Mal richtig ausgestellt wurde, der Erzbischof von Sens war ein Berater des Königs, ist sie dann von ihm nach Paris begleitet worden. Er hat sie auch getragen, barfüßig und nur in einem Büßerhemd, und dort, in Paris angekommen, hat er sie erst nach Notre-Dame gebracht. Dort wird sie aufgestellt und natürlich dem Volk zur Verehrung zur Verfügung gestellt.“

König Ludwig gab so dem Volk von Paris Gelegenheit, dem heiligen Gegenstand Andacht zu widmen, bevor er ihn in seinem Schloss aufbewahrte. Im Bußgewand, die Dornenkrone auf dem Kopf, hatte der mildtätige und asketisch lebende König seiner persönlichen Frömmigkeit entsprochen und zugleich deutlich gemacht, wie intensiv er sich als Christ und als Beschützer der Christenheit verstand. Und hatte dafür die Bischofskirche von Paris, Notre-Dame, gewählt. 

Thomas Gaehtgens: „Er wird, was er schon war durch die Krönung in Reims mit dem heiligen Öl, nämlich der ‚rex christianissimus‘, dadurch bekommt er nun eine zusätzliche symbolische Aufladung. Und das ist für die französische Nation ganz allgemein natürlich eine Aufgabe, dies wahrzunehmen. Selbst der Papst sagt, das ist der ‚rex christianissimus‘, ja, das ist der allerchristlichste König.“ 

Frankreich und die Notre Dame: Dem Segen der Gottesmutter unterstellt 

Die Verbindung der französischen Könige mit Notre-Dame bestand weit über das Mittelalter hinaus. Im 17. Jahrhundert wurde sogar der Fortbestand der Königsfamilie, die Stabilität der dynastischen Folge der Bourbonen, mit Notre-Dame in Verbindung gebracht.

Thomas Gaehtgens: „Ludwig XIII. hatte ja ein großes Problem, dass die Anne d’Autriche nicht sofort einen Nachfolger gebar und er musste viele viele Jahre darauf warten. Vermutlich ist es so gewesen, dass dann doch ein Kind sich ankündigte und in dem Moment erst hat er den sogenannten vœu, das heißt, ein Gelübde getan, indem er Frankreich, das Land Frankreich, die Nation Frankreich dem Segen der Madonna unterstellte.“ 

Ludwig XIII., der den spät erlebten Kindersegen und das Wohlergehen Frankreichs dem Beistand der Gottesmutter zuschrieb, hatte dies durch ein frommes Mahnmal verdeutlichen wollen. Es entstand unter seinem Sohn Ludwig XIV., dem Sonnenkönig, als marmorne Figurengruppe. Links des Hochaltars von Notre-Dame kniet er, sein Vater rechts. Zum Zeichen, dass er das Geschick Frankreichs unserer Lieben Frau, Notre Dame, anvertraut, streckt er ihr, die mit ihrem Kind über dem Altar zu sehen ist, Zepter und Krone entgegen.

Verwüstet zur Zeit der Französischen Revolution 

Später wurden die Erfolge Frankreichs als starke europäische Macht in der Kirche zum Ausdruck gebracht, wie der Historiker Francois beschreibt:

„Im 17./ 18. Jahrhundert war es üblich, dass in Notre-Dame ständig Te Deum-Gottesdienste stattfanden für die zahlreichen Militärsiege der französischen Armee unter Ludwig XIII., XIV., XV. und so weiter. Ich hab irgendwo gelesen, dass fast bis zur Französischen Revolution in Notre-Dame zahlreiche Militärfahnen von den Feinden angehängt waren als Erinnerung eben an diesen Siegen.“ 

Die Verbindung zu Frankreichs Königen verhalf Notre-Dame mit zu seiner Bedeutung, traf die Kirche aber auch schmerzlich während der Französischen Revolution. Aus Hass auf die Königsherrschaft stürzten die Revolutionäre die 28 Königsfiguren von der Galerie über den Portalen der Eingangsfront. Aus Hass auf den Klerus verwüsteten sie den Innenraum. Dann machten sie aus der Kathedrale einen „temple de raison“, einen Tempel der Vernunft für einen pseudoreligiösen Ritus: eine Mischung aus einem Volksfest und einer theatralisch inszenierten Liturgie, bei der die Göttin der Vernunft von einer schönen Frau in blauem Mantel und roter phrygischer Mütze dargestellt wurde. Wie es dabei zuging, beschrieb der Schriftsteller Erik Neutsch in einer Erzählung:

„Notre-Dame bot das Bild einer Schenke. Das Innere des Chores war zu einer Landschaft mit Hütten und Baumgruppen malerisch dekoriert. Unter den Arkaden, den Säulen und Bögen, und in den Querschiffen standen überall Tische, die mit Flaschen voll Wein, Würsten, geräucherten Heringen, Pasteten, Puddings und anderen Gerichten zum Bersten beladen waren. Auf dem Platz vor der Kathedrale, von halbnackten Männern und Frauen umtanzt, war aus dem Kirchengestühl, den Balustraden und anderem Holzwerk ein Freudenfeuer angezündet worden.“ (2) 

Der Glaube der Franzosen ist stärker 

Die Umnutzung von Notre-Dame als Tempel der Vernunft hielt nicht lange an. Zu tief waren das Christentum und der katholische Glaube im Volk verwurzelt. Auch Befürworter der Revolution machten dies deutlich. So Henri-Baptiste Grégoire. Zwar unterstützte er als Bischof die Abschaffung der Privilegien des Adels und der Geistlichkeit. Doch drei Tage, bevor Notre-Dame der Vernunft geweiht werden sollte, am 7. November 1793, protestierte er vor dem Revolutionskonvent:

„Man fordert mich auf, Opfer zu bringen. - Ich bin daran gewöhnt! Geht es um die Einkünfte, die ich in meiner Eigenschaft als Bischof beziehe? - Ich verzichte gern darauf! Oder geht es etwa darum, daß ich meiner Religion abschwöre? Der Glaube, meine Herren ist nicht Ihre Domäne. Ich bin Katholik - aus Überzeugung und von ganzem Herzen. Ich handle nach heiligen Grundsätzen, die mir teuer sind und die Sie mir nicht nehmen können.“ (3) 

So dachten viele. 1795 wurde Notre-Dame wieder ein Ort katholischer Zeremonien. Nur ein paar Jahre später fand ein spektakuläres Ereignis in der Kathedrale statt: eine Mischung aus sakralem und politisch-zeremoniellem Akt. Napoleon Bonaparte krönte sich vor dem Hochaltar am 2. Dezember 1804 selbst zum Kaiser der Franzosen - im Beisein von Papst Pius VII., der ihn salbte. Danach empfing Napoleon in der Notre Dame die Huldigung des Adels und des Militärs.

Thomas Gaehtgens: „Gegenüber dem Altar, am Eingang der Kirche von Notre-Dame war eine große Treppe aufgebaut und ein Thron. Er stieg diese Treppe hoch und stand erst vor dem Thron, allgemeine Akklamation, setzte sich auf den Thron und dann kamen alle, um ihm die Ehrerbietung zukommen zu lassen. Diese Akklamation des Kaisers ist ein profaner zeremonieller Akt, kein kirchlicher Akt. Seit der Französischen Revolution und ganz sicher seit Napoleon hat die Kirche diese Doppelfunktion immer behalten bis heute.“

Nicht mehr die Kathedrale von Reims, die Krönungskirche der französischen Könige, war nun der Ort, an dem sich die Weihe des sakralen Raums mit den zeremoniellen Akten der Regenten verband. Davon gab es auch zuvor schon Ansätze in Notre-Dame. Aber erst mit Napoleons Selbstkrönung wurde Notre-Dame die Nationalkirche Frankreichs.

„Der Glöckner von Notre Dame“ - Victor Hugo’s Liebeserklärung

Die Glocken von Notre-Dame. Seit Napoleon läuten sie für ganz Frankreich, unter anderem bei den Requiems für die verstorbenen Staatspräsidenten. Viele von ihnen waren der Revolution zum Opfer gefallen. Auch die große „Marie“ im Südturm der Eingangsfront, die Lieblingsglocke Quasimodos, des Glöckners in Victor Hugos „Notre-Dame de Paris“. Erschienen im Jahr 1831. Ein Roman, dessen Hauptperson die Kathedrale selbst ist, die Hugo filigran beschreibt und enthusiastisch preist. Er sieht in ihr: 

„Lauter Glieder eines prächtigen, harmonischen Ganzen, aufgebaut in fünf mächtigen Lagen, mannigfaltig und dennoch übersichtlich, reich ziseliert, mit Statuen durchsetzt und mit Bildwerk durchwoben, und dies alles fest in die ruhige Größe des Ganzen eingefügt, eine machtvolle Symphonie aus Stein, das Kolossalwerk eines Mannes und eines Volkes; das wundervolle Ergebnis der vereinten Kräfte eines Zeitalters.“ (4)

Hugo schmerzten die Schäden, die der Kathedrale zugefügt worden waren. Er beklagte ihre Vernachlässigung. Als er seinen Roman schrieb, schien sie nur noch wenig beachtet worden zu sein. Ihr Zustand war erbärmlich. Paris befand sich in einer Art Gründertaumel. Unternehmergeist und Erneuerung waren angesagt. Viel wurde abgerissen. In dieser Situation mahnte Hugo: Vergesst eure Geschichte nicht! Die Verbindung zwischen dem Volk, der französischen Nation und den Zeugnissen ihrer langen und reichen Vergangenheit wollte er wieder beleben. Und daran erinnern, dass die Kathedrale einmal eng verbunden war mit dem Leben der Menschen ringsum. 

Thomas Gaehtgens: „Er lässt diesen Roman im fünfzehnten Jahrhundert spielen, … also in der Spätgotik und man erfährt sehr viel über die Menschen, über die Armut, über die Bettler. … Es ist im Grunde ein … sozialer Roman, der versucht, eine Epoche zu schildern und Notre-Dame ist diejenige, die eben diese ganze Welt repräsentiert.“ 

Notre Dame bleibt Symbol für die religiöse Bindekraft Europas

Hugos Roman rückte Notre-Dame wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Nicht nur der Pariser und Franzosen. Im Grunde der Welt. Und somit rettete er sie. Wie er sich in die gotischen Baumeister hineinversetzt hatte, tat dies auch der Architekt Viollet-le-duc, der Notre-Dame ab 1844 restaurierte. Er schuf nicht nur die 28 Königsfiguren und andere Skulpturen der Eingangsfassade neu. Er errichtete auch den schlanken Glockenturm über der Vierung, der nun dem Brand zum Opfer fiel. Dass Notre-Dame derzeit nicht aufgesucht werden kann, schmerzt viele. Denn ihrer Aura kann sich kaum jemand anziehen. Victor Hugo hat sie gut eingefangen. Etwa, als er ihre Wirkung kurz nach Sonnenuntergang beschrieb: 

„Die Kathedrale war schon lichtlos und verlassen. Schatten füllten die Seitenschiffe, und in den Kapellen glänzten, Sternen gleich, die Ampeln, so finster waren die Gewölbe über ihnen. Einzig die große Rosette der Stirnseite, in deren tausend Farbsplittern das flach einfallende Sonnenlicht spielte, glühte noch im Dämmer wie ein Haufen durcheinander geworfener Edelsteine und warf seinen Widerschein bis ans hintere Ende des Schiffes.“ (5)

Notre-Dame bleibt ein Staunen erregendes architektonisches Wunder. Zugleich ein steinernes Jahrhundertgedächtnis. Ein Hinweis auf die einstige religiöse und kulturelle Bindekraft Europas. Auch auf die Erbschaft Europas für die Welt. Und natürlich auf den christlichen Glauben. Und eine Aufforderung, ihn nicht zu vergessen. Die Flammen, die der Kirche zugesetzt haben, verdeutlichen wohl auch die Fragilität all dessen. Notre-Dame ist zudem ein Ort der Zuflucht für die Pariser und die Franzosen. An dem sie Wünschen und Hoffnungen Ausdruck geben. An dem sie bei erschütternden Ereignissen Trost suchen.

So 2015 nach den schweren Terrorattacken in Paris, als sie zum Gedenken an die Opfer zum Gottesdienst in die Kathedrale kamen und Kerzen entzündeten. Wie sie sich in dieser Bedrängnis hier zusammenfanden, standen sie vereint in ihrer Nähe, als das Feuer sie bedrohte. Schweigend und weinend die einen, singend und betend die anderen. Gläubige und Agnostiker, auch religiöse Skeptiker und Sucher. Sie alle fühlen sich von Notre Dame, der Kirche unserer Lieben Frau im Zentrum von Paris, angezogen. Wie der Dichter Rainer Maria Rilke, der am 26. September 1902 an seine Frau, die Bildhauerin Clara Westhoff, aus Paris schrieb: 

„Diese Kathedralen wirken immer noch, seltsam lebendig, unverraten, geheimnisvoll, wirken mehr, als Worte erzählen können. Sie sind die Einsamkeit und die Stille, die Zuflucht und Ruhe im Wechsel und Wirrwarr dieser Gassen. Sie sind die Zukunft, wie sie die Vergangenheit sind; alles andere läuft, rinnt, rennt und fällt, sie ragen und warten. Notre-Dame wächst mit jedem Tage, je öfter man hin zurückkommt, je größer findet man es.“ (6)

 

Die redaktionelle Verantwortung für diesen Beitrag liegt bei Martin Korden, Senderbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Deutschlandfunk Kultur.

Zitate:
(1) aus: Dominique Iogna-Prat: Notre maison brûle, in Études Juni 2019, 5.
(2) Erik Neutsch: Forster in Paris, Dingsda Verlag-Querfurt 1994, 93.
(3) Henri-Baptiste Grégoire am 7. November 1793 im Konvent in: Hartmut Kriege: Von Savonarola bis Robespierre. Religion und Aufklärung im Widerstreit, Patmos Verlag 2006, 251.
(4) Victor Hugo: Der Glöckner von Notre Dame, Fischer-Verlag 2014, 142.
(5) Victor Hugo: Der Glöckner von Notre Dame, Fischer-Verlag 2014, 324.
(6) Rainer Maria Rilke: Briefe aus den Jahren 1902 bis 1906, Insel-Verlag Leipzig 1929, 44.

 

 


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Dieser Beitrag wurde am 07.07.2019 gesendet.


Über den Autor Gunnar Lammert-Türk

Gunnar Lammert-Türk (Jahrgang 1959) ist freischaffender Journalist und Autor. Er wurde in Leipzig geboren und studierte Germanistik und Evangelische Theologie in Berlin. Nach dem Studium organisierte er Projekte einer Arbeitsfördergesellschaft, die aussortierte Technik für Hilfsprojekte in Osteuropa und der Dritten Welt regenerierte. Es folgte die Leitung einer Beratungsstelle für Russlanddeutsche. Darauf war er Autor und Redakteur in der Medienfirma Greenlight. Seit 2003 ist er als freier Journalist und Autor tätig. Von 2004 bis 2007 führte er mit einem Musiker und einem Zauberer Musiktheatershows für Kinder auf. Er verfasst Rundfunkbeiträge, schreibt Texte für Audioführer und Kinderlieder. Veröffentlichungen im Boje Verlag, Schneider Verlag, Xenos Verlag und im Deutschen Theater Verlag. Kontaktg.lammert.tuerk@gmail.com

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