Feiertag, 02.09.2018

von Elena Griepentrog aus Berlin

Bill Pelkes Kampf gegen die Todesstrafe: „Die Exekution heilt nicht den Schmerz“

William Pelke, genannt Bill, ist ein ganz normaler Amerikaner. Geboren 1947 in einer Kleinstadt im ländlich geprägten Bundesstaat Indiana, im Norden der USA. Ein breitschultriger Mann in Jeans und T-Shirt mit einem freundlichen Lachen. Bis zu seinem 38. Lebensjahr lebte Bill ein alltägliches Leben, arbeitete als Kranführer in einem Stahlwerk. Doch dann kam der Tag im Jahr 1985. Vier Schülerinnen der örtlichen High School, Teenager, haben Freistunden, sie wollen etwas erleben. Sie trinken, rauchen Marihuana, irgendwann brauchen sie mehr Geld. Sie beschließen, sich etwas zu besorgen. Den Mädchen kommt die tiefgläubige ältere Dame in den Sinn, Ruth Pelke. Ihre Leidenschaft ist es, ihren christlichen Glauben an junge Leute weiterzugeben. In der ganzen Stadt ist Ruth Pelke bekannt und beliebt für ihre packenden Nacherzählungen von Bibelgeschichten.

„Drei der Mädchen zogen los und klopften bei meiner Großmutter an der Tür. Sie sagten zu ihr, Mrs. Pelke, wir würden gern bei ihnen eine Bibelgeschichte hören. Und meine Großmutter, die wir Nana nannten, hat sie herein gebeten. Als Nana ihnen den Rücken zudrehte, um ihr Material für die Bibelgeschichte heraus zu holen, nahm eins der Mädchen eine Vase vom Tisch und schlug sie Nana über den Kopf. Und als sie auf den Boden fiel, zog ein anderes Mädchen ein Messer aus der Tasche und stach auf Nana ein.“

Dem bestialischen Mord an der Großmutter folgt das logische Urteil

33 Stiche mit einem Fleischermesser, für eine Beute von zehn Dollar und den Schlüsseln für das alte Auto. Bills Vater findet seine tote Mutter. Noch heute sieht Bill seinen Vater vor sich, wie er verzweifelt versucht, das viele Blut von den Wänden und vom Teppich zu schrubben.

Die Mädchen werden schnell gefasst, die fünfzehnjährige Paula Cooper wird als Haupttäterin eingestuft. In einem Aufsehen erregenden Verfahren wird Paula zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Weltweit werden Petitionen für den schwarzen Teenager gesammelt, über zwei Millionen Menschen unterschreiben. Auch der damalige Papst Johannes Paul II setzt sich für sie ein. Doch das damalige Gesetz im Bundesstaat Indiana erlaubt es, auch Kinder ab zehn Jahren zum Tod zu verurteilen. Bill Pelke sieht die Todesstrafe für Paula Cooper als logische Folge ihrer Tat.

„Für mich war das okay. Ich wusste, bei uns gibt es eine Todesstrafe, ich wusste, dass schon etliche Mörder zum Tode verurteilt wurden, und dass manche von ihnen exekutiert wurden. Ich erinnere mich, als ich aus dem Gerichtssaal kam, waren da viele Fernsehkameras. Und ich wurde gefragt, was ich über das Geschehen im Gerichtssaal denke. Und ich sagte zum Reporter, der Richter hat getan, was er tun musste.“

Bill Pelke kann und will nicht verzeihen

Für Bill Pelke ist die Todesstrafe für Paula Cooper gerechtfertigt. Verzeihen kann und will er den Mädchen nicht. Doch etwas lässt ihn nicht los. Paulas Großvater. Er wurde aus dem Saal geworfen. Weil er ununterbrochen weinte: Sie werden meine Kleine umbringen. Sie werden meine Kleine umbringen! Bald kommen Bill, dem gläubigen Christen, Zweifel. Er stellt sich vor, was seine geliebte Großmutter gesagt hätte.

 „Jeder in Nordwest-Indiana wollte, dass dieses Mädchen stirbt, und zwar bald. Es gab sehr viel Hass und Wut. Und ich wusste, dass Nana sehr unglücklich über all diesen Hass gewesen wäre.“

Laut Amnesty International wird in fast der Hälfte der 193 Staaten der Erde die Todesstrafe praktiziert oder ist zumindest möglich. An der Spitze steht China. Hier werden mehr Menschen als in allen anderen Staaten zusammen exekutiert - mehrere Tausend vollstreckter Todesurteile jährlich, ohne ein international anerkanntes Gerichtsverfahren. Auch in Saudi-Arabien, Iran, Irak oder Pakistan ist die Todesstrafe verbreitet, selbst bei Minderjährigen. In den USA gibt es in fast der Hälfte der Bundesstaaten nach wie vor die Todesstrafe, insbesondere in Texas. Wegen der langen Wege des funktionierenden Justizsystems warten Verurteilte nicht selten Jahrzehnte lang im Todestrakt auf ihre Hinrichtung.

 Was würde Großmutter tun?

2. November 1986. Bill Pelke sitzt in seiner winzigen Krankabine, 15 Meter über dem Erdboden. Es ist wenig los an diesem Tag. So sitzt er, allein mit seinen Gedanken. Er denkt über den Glauben seiner Nana nach. Was für eine warmherzige, hingebungsvolle Christin sie war. Wie sie anderen Menschen mit Liebe und Empathie begegnet ist. Er denkt an Jesus von Nazareth, der gesagt hat: Du sollst deinem Bruder nicht sieben Mal verzeihen. Sondern 7 Mal siebzig Mal. Was heißt das? Die Sieben ist in der Bibel die heilige Zahl der Vollkommenheit, der inneren Ordnung, der Stimmigkeit. Sieben Mal siebzig Mal. Es geht also nicht um eine genaue Zahl, sondern darum, dass es stimmt. Vergebt denen, die euch etwas angetan haben, sooft es nötig ist. Damit das Leben immer wieder neu entstehen kann.

Je mehr Bill über seine geliebte Nana nachdenkt, desto klarer wird ihm, dass sie entsetzt wäre über Paula Coopers Todesstrafe. Dass seine Großmutter versuchen würde, sich in Paula einzufühlen. Sie hätte gewollt, dass aus der Gemeinde oder der Familie jemand Paula vom christlichen Glauben erzählen würde. Anstatt sie  umzubringen. Und Bill hat das Gefühl, dass diese Aufgabe nun auf seinen Schulter lastet. Doch er hat ein Problem.

„Ich sagte mir, mein Glaube fordert mich auf, zu vergeben. Aber ich war noch nicht bereit dazu. Ich dachte mir, okay, irgendwann, aber nicht jetzt. Auch wenn ich wusste, dass Vergebung das einzig Richtige ist. Aber ich  konnte für dieses Mädchen einfach kein Mitgefühl empfinden. Sie hatte meine Großmutter so heimtückisch umgebracht. Ich wusste, was Nana wollte, aber ich wusste nicht, was ich mit meinen Tränen machen sollte. Also betete ich ein kurzes Gebet zu Gott. ‚Bitte. Bitte! Gib mir Liebe und Mitgefühl für Paula Cooper und ihre Familie, im Namen von Nana.‘“

Bill Pelke will verstehen

Bill betet um Mitgefühl. Und tatsächlich: Er merkt, dass sich etwas verändert, es löst sich etwas in ihm, weitet sich. Er will verstehen, wer Paula Cooper ist. Wie eine Fünfzehnjährige dazu kommt, eine freundliche alte Dame zu ermorden. Er findet heraus, dass sie in einer Familie voller Gewalt aufgewachsen ist, voller Verheerung und Verzweiflung. Sie und ihre Schwester werden mit Elektro-Kabeln geschlagen. Sexuell missbraucht. Sie müssen mitansehen, wie der Vater die Mutter schlägt und vergewaltigt. Einmal versucht die Mutter, sich und ihre Töchter in der Garage mit Gas umzubringen. Sie überleben die Kohlenmonoxid-Vergiftung. Weder Mutter noch Vater unterstützen Paula bei ihrer Gerichtsverhandlung. Einzig der Großvater ist da. Sie werden meine Kleine umbringen!

Bill Pelke versteht langsam. Und er beginnt, mitzufühlen. Sich einzufühlen in dieses Mädchen. Verspürt das Bedürfnis, Paula zu schreiben. Von seiner Großmutter, dem wundervollen Menschen, der sie war. Er will Paula von ihrem tiefen, gelebten Glauben erzählen. Und während er sich einfühlt, eintritt in einen inneren Dialog mit Paula, merkt er, wie er auf Rache verzichtet. Ganz ohne Anstrengung, wie von selbst.

„Als es passierte, brachte es mir eine riesige Heilung. Es war anderthalb Jahre her seit Nanas Tod. Und immer, wenn ich an sie dachte, dachte ich daran, wie sie auf einem Esszimmerboden geschlachtet wurde. Von dem Moment an, als Gott mein Herz mit Mitgefühl berührte und die Vergebung stattfinden konnte, sah ich sie nicht länger vor mir, wie sie starb. Sondern ich sah, wie sie gelebt hatte und für was sie stand, woran sie glaubte. Der schöne, wundervolle Mensch, der sie war. Es heilte mich! Es war ein Wunder! Und ich merkte, dass ich nicht noch einen Menschen sterben sehen musste, um Heilung zu erfahren.“

Vergebung kann heilen – doch sie lässt sich nicht erzwingen

Vergebung. Ein großes Wort. Moralisch hoch aufgeladen, oft zu hoch. Im Ursprung bedeutet sie erst mal nur: Verzicht auf Rache. Nicht mehr und nicht weniger. In vorstaatlichen Gesellschaften ohne Polizei und Justiz war damit schon viel gewonnen. Selbst in den Anfängen des römischen Reichs war Rache noch üblich. Erst langsam entstand ein Rechtssystem. Und erst das Christentum predigte Vergebung, nun auch in einem moralischen Sinn.

Vergebung nutzt nicht nur dem Täter, sondern vor allem dem Opfer und seinen Angehörigen. Dass sie nicht für immer an den Täter gebunden bleiben müssen. Gefangen in Wut, Ohnmacht, Verzweiflung, Verbitterung. Selbst bestraft für den Rest ihres Lebens. Vergebung macht frei.

Doch: Verzeihen lässt sich nicht erzwingen. Auch nicht bei sich selbst. Man kann sich nur langsam dafür öffnen, behutsam mit sich umgehen. Wenn man vergibt, bevor man bereit ist, wird es oft noch schlimmer. Die Verarbeitung, die Wut, die Trauer bleiben stecken. Manche Menschen bekommen dann immer wieder ohnmächtige Wutanfälle aus dem Nichts. Viele andere  Depressionen. Vergeben kann man erst dann, wenn man - wie Bill Pelke - angefangen hat zu verarbeiten.

Sant’Egidio und der Kampf gegen die Todesstrafe

Sant’Egidio - eine Laien-Organisation von katholischen Christen. Gegründet wurde Sant'Egidio 1968 von sozial engagierten Schülern in einem Armenviertel von Rom. Heute kämpft Sant‘Egidio überall auf der Welt auch gegen die Todesstrafe. Mit politischer Lobbyarbeit und mit besonderen Aktionen. Im Jahr 1999 wurde erstmals das Kolosseum in Rom illuminiert, als sichtbares Zeichen gegen die Todesstrafe. Heute beteiligen sich 2000 Kommunen weltweit bei der Aktion „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“.

Und es gibt Fortschritte. Im Jahr 1975 hatten erst 20 Staaten weltweit die Todesstrafe komplett abgeschafft, heute sind es 105. Alexander Linke, Vorsitzender von Sant'Egidio Berlin.

„Wir glauben, dass es eben nicht richtig ist, zu töten. Das Leben hat einen Wert, niemand darf das Leben nehmen. Warum töten wir Menschen, um anderen Menschen zu zeigen, dass Töten nicht richtig ist? Ich denke, es ist nicht nur ein theologischer, sondern auch ein logischer Widerspruch.“

Nur einer ist Herr über Leben und Tod

Die Todesstrafe widerspreche der Botschaft des Christentums, sagt Alexander Linke - weil sie unbefugt das Leben eines Menschen beende. Theologisch gesprochen: Kein Mensch hat das Recht, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen. Weil es von Gott kommt. Weil Gott der Herr über Leben und Tod ist und nicht der Mensch. Auch ein nüchterner Blick in die Welt zeigt: Da, wo Menschen zum Tod verurteilt werden können, ist meist generell der einzelne Mensch nicht viel wert. Ein Leben zählt nichts. Wo der Respekt vor dem Leben fehlt, ist die innere Balance einer Gesellschaft gestört.

Die Todesstrafe ist mit der christlichen Botschaft nicht zu vereinen, sie ist gegen das Evangelium, davon ist auch Bill Pelke überzeugt. Natürlich müsse ein Staat gegen Serientäter, Psychopathen, Vergewaltiger und Mörder nachhaltig vorgehen. Dazu gebe es heute jedoch andere Methoden als die Todesstrafe.

„Die Gesellschaft hat ein Recht, vor Menschen, die schreckliche Verbrechen begehen, geschützt zu sein. Aber wir können sie auch für den Rest ihres Lebens ins Gefängnis bringen, wenn das nötig ist. Wir müssen sie nicht töten.“

Und dann kann Bill Paula im Gefängnis besuchen

Nachdem Bill Paula Cooper verzeihen konnte, will er sie schließlich im Gefängnis besuchen. Doch das sei nicht erlaubt, sagt man ihm. Täter- und Opferseite sollen sich nicht begegnen. Bill nimmt brieflichen Kontakt mit ihr auf. Schreibt ihr, dass er ihr verzeiht. Von Nana, wer sie war, woran sie geglaubt hat, was sie gelebt hat. Und Paula antwortet, ist dankbar, öffnet sich, schreibt persönlich. Viele Briefe gehen im Laufe der nächsten Jahre hin und her. Irgendwann kann Bill sie dann doch besuchen, 14 Mal im Laufe der Jahrzehnte. Bill besucht auch Paulas Großvater, schaut mit ihm Fotoalben aus ihrer Kindheit an. Als Paulas Todesstrafe schließlich in eine langjährige Haftstrafe umgewandelt wird, fällt Bill ein Stein vom Herzen. Praise the Lord!

1993. Bill ist ein entschiedener Gegner der Todesstrafe insgesamt. So will er sein Leben ganz dem Kampf dagegen widmen. Er gründet die Organisation Journey of Hope - Reise der Hoffnung. „Von der Gewalt zur Heilung“ ist ihr Motto. Die Mitglieder von Journey of Hope sind Angehörige von Mordopfern. Und Angehörige von zum Tode Verurteilten. Zunächst erzählen sie sich in offenen Runden gegenseitig ihre Geschichten. Dann beginnen sie, in die Öffentlichkeit zu gehen, oft Hand in Hand mit Sant‘Egidio. In den USA und in vielen anderen Staaten der Welt. geben sie Interviews, treten in Radio und Fernsehen auf. Informieren in Schulen, Kirchengemeinden und Universitäten über die vielen Probleme der Todesstrafe. Schwarze und arme Menschen bekommen häufig keine guten Anwälte. Psychische Krankheiten werden oft nicht berücksichtigt. In manchen Staaten werden auch Minderjährige und geistig Behinderte zum Tode verurteilt. Und immer wieder kommt es vor, dass auch Unschuldige Jahrzehnte lang im Todestrakt sitzen. Manche von ihnen werden schließlich sogar exekutiert.

Vergeben bedeutet nicht vergessen

Vergeben bedeutet nicht vergessen, sagt Bill Pelke. Natürlich müsse Paula Cooper die Konsequenzen ihrer Tat tragen. Er werde niemals vergessen, was Nana passiert ist. Doch: Paula wusste nicht, was sie tat, sagt er. Er wünscht ihr, dass ihr viel Gutes widerfahren möge.

Vergebung bedeutet auch nicht automatisch Versöhnung. Versöhnung ist ein Prozess zwischen zwei Menschen. Nur, wenn der Täter sich seiner Verantwortung stellt, ist Versöhnung möglich. Das lässt sich nicht erzwingen. Nicht selten muss man akzeptieren, dass Versöhnung nicht in der eigenen Hand liegt. Einfach nicht möglich ist. Doch Vergebung hat der Geschädigte selbst in der Hand. Er kann sich befreien von der Vergangenheit. Damit er wieder in seiner Gegenwart leben kann. Handeln, seine Zukunft selbst gestalten.

Die Todesstrafe sei in diesem Verarbeitungsprozess völlig nutzlos, so Bill Pelkes Erfahrung. Kaum geeignet, den Schmerz der Opfer oder ihrer Angehörigen zu heilen.

„Manche Menschen sagen, dass es ihnen besser geht, seit die Person exekutiert worden ist. Aber je länger sie reden, desto mehr merkst du, dass die Exekution ihnen nicht die Heilung gebracht hat, nach der sie sich gesehnt haben. Wenn du zwei, drei, vier Jahre später mit ihnen redest, haben sie immer noch den Hass und die Wut.“

Oft verhindert die Todesstrafe die seelische Verarbeitung

Die Todesstrafe für den Täter verhindert häufig die seelische Verarbeitung, hat Pelke gelernt. Die Opfer oder deren Angehörige bleiben gefangen im Trauma.

Paula Cooper wird 2013 wegen guter Führung entlassen, nach 27 Jahren Haft. Im Gefängnis ist sie gläubig geworden. Hat einen Schulabschluss gemacht. War beliebt bei ihren Mithäftlingen, wegen ihrer Hilfsbereitschaft und sozialen Ader. Es gehe ihr gut, sagt sie nach ihrer Haft. Doch im Gefängnis hat sie drei Jahre in Isolationshaft verbracht. Wurde von Wärtern sexuell angegriffen. Ihre unverarbeitete Kindheit voller Gewalt und Missbrauch. Dazu bekommt sie nach ihrer Entlassung anonyme Todesdrohungen. Unter der Oberfläche ist Paula schwer traumatisiert. Hat Depressionen. Kann sich selbst den Mord nicht verzeihen. Zwei Jahre nach ihrer Entlassung erschießt sich Paula Cooper. Sie wird 45 Jahre alt.

Bill Pelke hält bei der Abschiedszeremonie eine Ansprache. Seit ihrer Entlassung hatte er Paula nicht mehr sehen können. Sie durfte keinen Kontakt zur Familie des Opfers aufnehmen. Täter und Opfer bleiben so in ihren Rollen. Doch Bill Pelke hat Brücken gebaut, in seiner persönlichen Geschichte und mit seiner Organisation Journey of Hope. Und auch Paula habe der Welt viel gegeben, sagt er. Ohne Paula Cooper hätte es keine Journey of Hope gegeben. Unendlich viele Menschen auf der Welt habe sie berührt und verändert. Und letztlich sogar viele Leben gerettet.

Heute ist Bill Pelke ein lebensfroher, vitaler Mann von 71 Jahren. Mit fünf Kindern, zahlreichen Enkeln und Urenkeln. Er selbst lebt nun in Alaska – wegen eines „Girls“, eines „Mädchens“, erzählt er lachend. Noch immer reist er für Journey oft Hope durch die Welt. Und überall berichtet er auch, was ihm persönlich die Verarbeitung möglich gemacht habe, das neue Leben nach dem Mord an seiner Großmutter. Verstehen, wie es passieren konnte. Das Vorbild seiner Nana. Beten, auch erstmal nur stammelnd. Ein langsames Öffnen für Liebe und Empathie, beginnende Verarbeitung. Vergebung. Der Prozess der Tiefenverarbeitung. Bill Pelkes Weg vom Trauma zur Heilung.

Die redaktionelle Verantwortung für diesen Beitrag liegt bei Martin Korden, Senderbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Deutschlandfunk Kultur.

 

 

 

 


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Dieser Beitrag wurde am 02.09.2018 gesendet.


Über die Autorin Elena Griepentrog

Elena Griepentrog ist Hörfunk-Journalistin/Feature-Autorin und arbeitet für die Kulturwellen diverser ARD-Sender. Ihr Fokus liegt auf den Bereichen Zeitgeschehen/Gesellschaft, Religionen und Psychologie. Außerdem arbeitet sie in Berlin als Buisiness- und Entwicklungscoach mit dem Schwerpunkt: "Die eigene Berufung. Und was uns davon abhalten kann, sie zu leben".

Kontakt

www.elena-griepentrog.de