Wort zum Tage, 14.06.2018

Beate Hirt aus Frankfurt

Jetzt geht's los

Heute geht sie endlich los: die Fußballweltmeisterschaft in Russland! Viele freuen sich drauf, ich auch: auf das gemeinsame Fußballgucken vor dem Fernseher zuhause oder draußen vor den Großleinwänden. Aufs Anfeuern und Mitfiebern. Und hoffentlich werden wir uns oft auch in den Armen liegen und jubeln: über Tore der deutschen Mannschaft. Immerhin sind wir Titelverteidiger. Schwarz-rot-gold wird es sicher zugehen in den nächsten Wochen. Ich kann mich noch gut erinnern an die WM in Deutschland 2006: Da ging das so richtig los mit den schwarz-rot-goldenen Fähnchen und Fahnen und Autospiegel. Vorher war man bezüglich nationaler Symbole eher zurückhaltend. Aber 2006 wurde man unbefangener. Und gleichzeitig war Deutschland auch ein wunderbarer Gastgeber: „Die Welt zu Gast bei Freunden.“ So lautete das Motto. Und diese Mischung damals fand ich klasse: die Mischung aus Freude über die eigene Mannschaft und das eigene Land – und Offenheit und Gastfreundschaft gegenüber anderen Ländern. Ich hoffe, so eine Mischung bekommen wir 2018 auch wieder hin bei der WM. Es gibt ja bei uns Menschen aus allen Ländern, in Frankfurt am Main, wo ich arbeite, sind 177 Nationen vertreten.

Offenheit und auch Neugier gegenüber anderen Ländern: In unserer Familie hat die WM die schon jetzt eindeutig bestärkt. Und zwar durch die berühmten Panini-Bildchen und –Alben. Seit Wochen sind meine Neffen dabei, Fußball-Bildchen zu sammeln und zu tauschen und einzukleben. Ich hab oft schon daneben gesessen und geholfen. Und ganz nebenbei auch etwas gelernt, über die Länder, deren Mannschaften teilnehmen. Mein Neffe Moritz hat nämlich einen großartigen Atlas für Kinder, den er sehr liebt. Den haben wir öfter aufgeschlagen und nachgeschaut: Wo liegen denn eigentlich diese Länder? Südkorea, Mexiko, Senegal. Oder auch: Panama, Costa Rica, Uruguay. Wie groß sind sie, liegen sie am Meer? Und was für Tiere gibt es dort, wie ist das Klima? Manchmal haben wir auch im Internet nachgelesen: Herrscht dort Demokratie? Wie arm oder reich ist das Land? Und welche Sprachen werden dort gesprochen? In Mexiko zum Beispiel, gegen das Deutschland sein erstes Spiel hat am Sonntag: Da wird nicht nur Spanisch gesprochen. 62 indigene Sprachen sind dort zusätzlich als Nationalsprachen anerkannt, Sprachen also von den Ureinwohnern dort. 62 Sprachen. Ich find das faszinierend.

Und ich hab mir vorgenommen: Ich werde auch in den nächsten Wochen immer mal wieder im Atlas und im Internet blättern. Mich informieren über die Länder, die bei der WM mit dabei sind. Die Fußball-Weltmeisterschaft: Die begeistert mich nicht nur für den Fußball. Sondern auch: für die Welt, in der ich lebe.


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Dieser Beitrag wurde am 14.06.2018 gesendet.


Über die Autorin Beate Hirt

Beate Hirt ist Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt. Sie studierte katholische Theologie und Germanistik in Mainz und Paris. Danach war sie als Persönliche Referentin beim Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann tätig. Seit 2003 ist sie Rundfunkbeauftragte des HR. Sie schreibt und liest gern, am liebsten über Gott. Inspiration und Entspannung findet sie beim Joggen, Wandern und Singen. Kontakt: info@kirche-im-hr.de www.kirche-im-hr.de

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