Wort zum Tage, 12.06.2018

Beate Hirt aus Frankfurt

Papst im Kino

Übermorgen kommt ein ungewöhnlicher Film in die Kinos, den ich mir unbedingt anschauen will. „Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes“ heißt er. Und gedreht hat ihn Wim Wenders, der deutsche Starregisseur, von dem so berühmte Filme stammen wie „Der Himmel über Berlin“, „Paris, Texas“, „Pina“ oder „Das Salz der Erde“. Jetzt also ein Film über den Papst in Rom. Und Wim Wenders stellt ihn offenbar sehr positiv dar. In einem Interview sagt er, Papst Franziskus sei für ihn eine "sehr einzigartige Gestalt“. Und er habe nicht "einen biografischen Film über Franziskus" machen wollen, "sondern einen Film mit ihm". Der Papst kommt viel selbst zu Wort in dem Film. Er spricht über die Themen, die ihm am Herzen liegen, vor allem der Glaube an Christus, aber eben auch Themen wie Armut und Reichtum und der Klimawandel.

Ich freu mich auf diesen Film. Auch für mich ist dieser Papst eine ganz besondere, einzigartige Gestalt. Ich finde: Er ist ein Glücksfall für meine katholische Kirche und vielleicht sogar für die ganze Welt. Denn diese Themen, die ihm wichtig sind und die im Kinofilm vorkommen, sind ja auch Themen, die unsere Erde und ihre Zukunft betreffen. Das bisher berühmteste Schreiben von Papst Franziskus ist die Enzyklika „Laudato si“, der Untertitel lautet: „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“. Es ist ein großes spirituelles, aber auch umweltpolitisches und sozialpolitisches Werk. Ich hab es gleich im Sommer 2015, als es herauskam, verschlungen und seitdem oft darin gelesen. Und ich war erstaunt, wer diese päpstliche Enzyklika noch alles gelesen hat. Wer sich auch von ihr inspirieren ließ. Darunter ist zum Beispiel so mancher Wissenschaftler und Politiker, der das Klimaabkommen von Paris im Dezember 2015 mit vorbereitet hat.

Papst Franziskus findet klare und eindringliche Worte, wenn es um den Schutz des Klimas geht, um die Sorge um das gemeinsame Haus unserer Erde. Und das Thema Umwelt ist für ihn vom anderen großen Thema, von der Gerechtigkeit nicht zu trennen. Er weiß nicht nur aus Studien, sondern aus seiner Heimat Südamerika: Die Folgen von Umweltzerstörung und Klimawandel, die haben oft gerade die Armen dieser Welt zu tragen. Im Amazonasgebiet oder im südlichen Afrika werden Menschen ihrer Böden beraubt. Oder sie müssen Hungersnöte leiden, weil der Regen ausbleibt. Auch um solche globalen Herausforderungen wird es vermutlich in dem Film über Papst Franziskus gehen.

Und ich hoffe: Der neue Kinofilm von Wim Wenders wird nicht nur Sympathien wecken für den Papst in Rom. Sondern auch: für den Schutz der Schöpfung und für gerechtere Verhältnisse auf dieser Erde.


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Dieser Beitrag wurde am 12.06.2018 gesendet.


Über die Autorin Beate Hirt

Beate Hirt ist Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt. Sie studierte katholische Theologie und Germanistik in Mainz und Paris. Danach war sie als Persönliche Referentin beim Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann tätig. Seit 2003 ist sie Rundfunkbeauftragte des HR. Sie schreibt und liest gern, am liebsten über Gott. Inspiration und Entspannung findet sie beim Joggen, Wandern und Singen. Kontakt: info@kirche-im-hr.de www.kirche-im-hr.de

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