Wort zum Tage, 10.01.2017

von Dietmar Rebmann aus München

Vernetzung

Das Internet wird immer mehr zu einer Welt, in der Krieg geführt wird. Der Bundestag wurde schon mehrmals von ausländischen Hackern angegriffen,

staatliche Einrichtungen und Firmen müssen sich immer wieder gegen die unbekannten Eindringlinge wehren. Da man die Angreifer meist nicht finden kann, wird das Internet zu einer Bedrohung unserer Freiheit und Sicherheit.

Es ist sehr bedauerlich, dass das globale Netz als Mittel für Kommunikation nicht nur genutzt wird, um die Menschen zu verbinden. Stattdessen werden manche Kriege, die früher mit Waffen geführt wurden, nun in den verzweigten Netzen des Internets geführt.

Man muss sich fragen, warum die Menschen vieles, was sie erfinden, irgendwann missbrauchen für Kriegsführung und Machtausdehnung.

Wir können doch mit der modernen Technik soviel Gutes bewirken, wenn wir sie richtig einsetzen. Und das beginnt bereits im Kleinen. Ein schönes Beispiel habe ich dazu gefunden, aus Preston in Nordwestengland: Da will die 22-jährige Dominique abends mit dem Taxi nach Hause fahren. Aber Geld und Kreditkarte sind weg!  Als sie mit Robbie, einem Obdachlosen, ins Gespräch kommt, bietet der ihr seine letzten drei Pfund an. Dominique ist gerührt, nimmt das Geld aber nicht an. Auf dem Weg nach Hause kommt die junge Frau ins Grübeln und stellt später bei der Suche im Internet fest: Auch anderen hat Robbie schon seine bescheidene Hilfe angeboten. Über das Internet startet Dominique deshalb eine Kampagne unter dem Motto: „Drei Pfund für Robbie!“ Aus den erhofften 500 Pfund werden blitzschnell mehr als 20.000. Geld, das die Situation von Obdachlosen in Preston verändern soll, so hofft Dominique. Aber sie muss erst einmal herausfinden, wie man so viel Geld konkret einsetzt. Um mit eigenen Augen zu sehen, was zu tun ist, bleibt sie eine Nacht auf der Straße bei den Obdachlosen. Hinterher, sagt sie, sie habe ein bisschen verstanden, wie es Menschen geht, um die sich niemand kümmert. Und sie habe Freundschaften geschlossen.

Robbies Situation und die anderer Obdachloser wird schließlich um einiges leichter: Es gibt regelmäßige Mahlzeiten und im Winter ein Schlafplatz im Warmen. Und Dominique hat etwas über das Leben gelernt: Wie wenig es manchmal braucht, um anderen Menschen etwas Gutes zu tun und sich selber darüber zu freuen. Und: wie sehr die uralten spirituellen Sätze auch in Zeiten globaler Vernetzung immer noch gelten: „Wenn du etwas Gutes tust, ohne etwas zu erwarten, fällt das Gute auf dich zurück.“ Und: „Was du nicht willst, das man dir tu´, das füg´ auch keinem andern zu!“


« zurück zur Übersicht

nach oben ↑

Dieser Beitrag wurde am 10.01.2017 gesendet.


Über den Autor Dietmar Rebmann

Dietmar Rebmann ist Leiter der Hörfunkabteilung im Rundfunkreferat der Bayerischen Bischofskonferenz mit den Aufgaben: Produktion von Sendungen im BR, sowie Ausbildung und sprechtechnische Schulung von Hörfunk-Autorinnen und Autoren.

Allgemeine Seiten-Suche

» Autoren-Suche  |  » Beitrags-Suche