Feiertag, 11.06.2017

von Piet van Breemen SJ aus Nimwegen

Eine Spiritualität des Alterns

„Altwerden ist nichts für Feiglinge“. So beschrieb Joachim Fuchsberger einst die Phase des Lebens, die für den Jesuiten Piet van Breemen – der in wenigen Tagen 90 Jahre alt wird – als Herausforderung und Chance zugleich beschrieben wird. In seiner „Spiritualität des Alterns“ beschreibt er die Schwierigkeiten des Alterns, aber zeigt auch Wege auf, wie diese Lebensphase als tiefe Gnade erfahren werden kann.

Neulich stieß ich auf einen schlichten Satz, der mir sofort einleuchtete und mich nachdenklich machte: „Wir leben in einem jugendfixierten, aber zunehmend veralternden Volk.“ Die durchschnittliche Lebenserwartung hat in den letzten hundert Jahren erheblich zugenommen. Außerdem ist die Anzahl der Geburten stark zurückgegangen. Aus diesem doppelten Grund veraltet unsere Bevölkerung in hohem Maße. Das Altern rückt damit mehr und mehr ins Zentrum und prägt unsere Gesellschaft unverkennbar.  Als es noch relativ wenige alte Menschen gab, war ein hohes Alter eine Ehre, ein Segen. Ja, eine Gnade. In Kisuaheli werden die alten Leute ehrfurchtsvoll mit dem Ehrentitel „Mzee“ angesprochen, auch heute noch. Dem gegenüber ist unsere Welt jugendfixiert. Das Alt sein wird als problematisch empfunden, manchmal sogar als große Last. Es bringt Pro­bleme mit sich, die man früher in diesem Ausmaß nicht gekannt hat. Merk­würdig ist, dass viele Betagte auch selber kräftig mitmachen bei diesem Trend. Sie versuchen dann, jünger auszusehen und jugendlicher zu wirken als sie eigentlich sind. Damit verstärken sie das herrschende Vorurteil: „Je jünger, umso besser. Lieber unerfahren als alt“.
Das, was sich in unserer Gesellschaft im Allgemeinen abspielt, verstärkt sich in Ordensgemeinschaften noch zusätzlich. Es gibt sehr wenig Nach­wuchs. Das bedeutet, dass das Durchschnittsalter hier noch beträchtlich höher liegt als in anderen Kreisen. Dies führt gelegentlich zu merkwürdigen Verrenkungen. Im Kloster bleibt man lange „jung“: die Sechzigjährigen gehören noch zu den „Jüngeren“, obwohl sie „in der Welt“ eindeutig zu den Senioren gehören. Daraus folgt die Gefahr einer Vormachtstellung der Al­ten. Neulich erzählte mir eine Schwester von ihrer Oberin und betonte in die­sem Gespräch auffallend häufig, wie jung diese noch sei. Und das war nicht als Kompliment gemeint! Als ich dann schließlich mal nachfragte, erhielt ich die Antwort: „Fünfzig!“  In der vergangenen Woche sprach ich mit einer Frau, die bei McDonald's in Berlin arbeitet. Sie ist mit 39 Jahren die älteste im Geschäft; auch der Chef ist jünger. Lasst uns also nicht zu einem weltfremden Getto werden, sondern Salz der Erde sein, auch in der Überalte­rung!

Das Altern ist eine lohnende Aufgabe

Das Altern ist eine Herausforderung und eine Chance, eine lohnende Auf­gabe. Und es ist eine Sendung, die zu einer Vollendung führen soll. Ich will dies beileibe nicht idealisieren, denn Altwerden bedeutet auch Ab­bau der körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Es bedeutet immer größere Abhängigkeit, oft demütigend und peinlich. Von einer anglikanischen Prie­sterin, die die letzten Jahre ihres Vaters beschrieb, las ich folgendes:

„Mein Vater hatte wirklich Grund, traurig und zornig zu sein. Er baute so stark ab, dass er es manchmal nicht verkraften konnte, und war oft ungeduldig und zornig.“

Sie fand, dass er auch ein Recht dazu hatte. Es ist sicher gut, dafür Verständnis zu haben und Raum zu lassen. Ich glaube, es ist ganz gut, dass man gelegentlich sagt: „Ich weiß es nicht“, wenn je­mand fragt: „Warum muss ich das erfahren? Was ist der Sinn von all die­sem?'“ Wir müssen nicht alle Antworten sofort bereit haben, sondern wir sollen zunächst bei diesem Prozess des Abbaus einfach in Ehrfurcht dabei sein. Als Jesus in Getsemani gelitten hat, sagte er den Jüngern: „Bleibet, wachet und betet.“ Das müssen auch wir tun: bleiben, wachen und beten, und zunächst mal so den alternden Mitmenschen unsere Hilfe leisten.

Im Jesuitenorden, dem ich angehöre, hat jede Provinz ihren Katalog, in dem die Namen aller Mitglieder stehen sowie deren Aufgaben. Bei den Kranken und Betagten lautet diese für gewöhnlich: „Er betet für die Kirche und die Gesellschaft“. In den neun Jahren, in denen ich in einer Betagten-Kom­munität unseres Ordens in Berlin gelebt habe, konnte ich mit Erstaunen und Freude feststellen, wie ernst die meisten diese Aufgabe genommen haben. Aus dieser Aufgabe haben sie wiederum Kraft und Mut geschöpft. Natürlich ist das Beten, wenn man alt geworden ist, nicht mehr so leicht. Ein Über-80­jähriger Pater sagte einmal: „Ich habe jetzt viel mehr Zeit zum Beten. Und doch komme ich so wenig dazu.“ Es wird nur gelingen, wenn das Gebet schon tief verwurzelt ist. Wenn man es nicht schon vorher eingeübt hat, sondern wartet, bis man Zeit dazu findet, könnte man sehr wohl diese Chance ver­passen.
Kardinal Newman, der 89 Jahre alt geworden ist, schreibt gegen Ende seines Lebens:

„Der größte Teil unserer Jugendfrömmigkeit, unseres Glau­bens, unserer Hoffnung und Beharrlichkeit ist natürlich - oder wenn nicht natürlich, dann entspringen sie einer guten Anlage, die wenig Gnade zur Erleuchtung braucht. Die gleiche Gnade reicht in der Jugend viel weiter, da sie auf weniger Widerstand stößt ... Alte Menschen sind in der Seele ebenso steif, ausgetrocknet und blutlos wie ihr Körper, soweit nicht die Gnade sie erfüllt und erweicht. Und dazu bedarf es einer Flut von Gnade. Ich bewun­dere alte Heilige mehr und mehr.“(1)  

Die Fähigkeit, Leistungen nach außen hin zu erbringen, lässt im Alter nach. Das, worauf unser Selbstwertgefühl sich vordergründig stützte, nimmt ab oder fällt praktisch ganz weg: Berufsarbeit, Produktivität, Einfluss, Aussehen, Gedächtnis. Aber auch Sehen und Hören, Beweglichkeit. Auch Kursgenossen, Freunde, Bekannte werden uns genommen. Viel­leicht kann man das Alter als die Phase des Lebens bezeichnen, in der Ver­luste nicht mehr ersetzt werden, sondern eine Lücke hinterlassen. Das kann manchmal sehr hart sein. Je mehr ein Mensch von seiner Arbeit und Lei­stung gelebt hat, umso schmerzlicher ist dieser Reifungsprozess. Denn eben das müssen wir alle lernen: Der Wert unseres Lebens und die Würde unse­rer Person sind tiefer verankert als in unserer Leistung und Produktivität. Im Alten Testament wird zu Israel gesagt: „Jetzt aber, so spricht der Herr, fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir“ (2). Was im Ersten Testament zu Israel ge­sagt wird, gilt im Neuen Testament für einen jeden von uns. Der Herr sagt mir: „Ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir.“ Darin liegt meine Würde. Ein paar Verse weiter heißt es: „Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe.“ Im Epheserbrief lesen wir: „Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen. In der Liebe verwurzelt und auf sie ge­gründet, sollt ihr dazu fähig sein, die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt“. Darin liegt die eigentliche Vollendung unserer Person und unseres Lebens. Das gilt für alle Phasen unserer Exi­stenz. Aber die letzte Phase ist eben auch die letzte Chance, dies zu reali­sieren. Das könnte wohl die wichtigste Aufgabe des Alters sein: Die Würde meiner Person „zusammen mit allen Heiligen“ voll aus dem Glauben zu schöpfen.

Realisieren, dass ich in Gottes Augen kostbar bin

Die Liebe Gottes können wir nicht verdienen; sie wird uns frei geschenkt. Und: Sie bleibt in Ewigkeit. Wir können sie aber ablehnen; das ist das Privileg unserer Freiheit, oder besser, die Kehr­seite unserer Freiheit, die damit ein unheimliches Geheimnis darstellt. Wir können den Ast, auf dem wir sitzen, absägen und stürzen doch nicht hinun­ter. Die Liebe, die Gott zu mir hat, muss ich nicht verdienen. Das ist schwer nachzuvollziehen. Denn wir sind alle aufgewachsen und groß geworden in einer Gesellschaft, in der man alles verdienen muss: Geld natürlich und Kar­riere, Anerkennung, Zuneigung, sogar Liebe. Das haben wir fest verinner­licht. Schon als kleines Kind haben wir entdeckt, dass man alles verdienen muss. Das hat unser Leben geprägt.

Der Glaube aber ist anders. Er sagt mir, dass die Liebe Gottes mir umsonst geschenkt wird, dass ich sie nicht einmal verdienen kann. Diese Wahrheit macht mich zu einem freien Menschen. Das zur Entfaltung zu bringen, scheint mir die wichtigste Aufgabe des Alters zu sein, und auch seine schönste. So bringt der Glaube reiche und reife Frucht. Dabei gibt es zwei evidente und entgegengesetzte Gefährdungen. Die eine Gefahr, besonders im Alter, ist die Erstarrung, Ab­schottung, die Nostalgie. Man klammert sich an der Vergangenheit fest, verschönert und idealisiert sie ein wenig und sucht darin eine Absicherung. Wir haben das alle schon erlebt: alte Menschen, die dieser Gefährdung erlegen und ganz starr geworden sind. Die andere Ge­fährdung ist die Auflösung, das Sich-Gehenlassen, eine Art Kontur- und Ordnungslosigkeit, eine Unzuverlässigkeit, Altersgeschwätzigkeit. Auch dem sind wir vielleicht schon begegnet. Um diese Gefährdungen zu überwinden, gibt es zwei wichtige Hilfsmittel bzw. wesentliche Elemente der Reifung. Da ist zuerst der Humor. Es ist sehr hilfreich, dass man relativieren kann, dass man auch mal über sich selbst lachen kann, dass man etwas Spielerisches behält. Das hilft anzunehmen, was angenommen werden muss. Der Humor hilft, zu integrieren. Und das ist eben genau die Aufgabe: alles annehmen und verarbeiten, was das Leben mir gebracht hat. Und nicht zuletzt: Der Humor beeinflusst und verwandelt auch unser Gottes­bild und unsere Gottesbeziehung; das ist manchmal eines seiner kostbarsten Geschenke. Eine englische Nonne aus dem 17. Jahrhundert betet:

Herr, du weißt es besser als ich selbst, dass ich älter werde und eines Tages alt bin. Bewahre mich vor der unheilvollen Angewohnheit zu meinen, ich müsse zu allem etwas sagen und das bei jeder Gelegenheit.
Befreie mich von dem Verlangen, jedermanns Angelegenheit in Ordnung bringen zu wollen. Mache mich bedachtsam und nicht schwermütig, hilfsbereit, jedoch nicht herrsch­süchtig.
Versiegle meine Lippen, was meine Schmerzen und Leiden anbelangt. Sie neh­men zu, und die Lust daran, sie aufzuzählen, wird wohltuender mit den Jahren.
Um soviel Gnade zu bitten, dass ich an den Erzählungen über die Schmerzen an­derer Gefallen finden könnte, wage ich nicht; hilf mir jedoch, sie in Geduld zu ertragen.
Schenke mir die Fähigkeit, Gutes zu entdecken an Orten, an denen ich es nicht erwarte, und Begabungen in Menschen, denen ich sie nicht zutraue.
Und gib mir, oh Herr, die Gnade, es ihnen auch zu sagen. Amen.
(3)

Ein wesentliches Element des Reifens ist gewiss die Dankbarkeit, die den Geschenkcharakter des Lebens würdigt und feiert. Dankbarkeit bedeutet, das, was mir geschenkt worden ist, zur Quelle zurückzuführen; es nicht als selbstverständlich oder als Zufall hinzunehmen, sondern den Ursprung alles Guten anzuerkennen. Dankbarkeit setzt Vertrauen voraus. Einem Menschen gegenüber, dem ich nicht vertraue, kann ich nicht wirklich dankbar sein, weil ich dann immer das unangenehme Gefühl habe, nie zu wissen, was er oder sie eigentlich vorhat. Ich kann nur jemandem dankbar sein, dem ich vertraue. Wie der Humor hilft auch die Dankbarkeit, zu integrieren. In der Dankbarkeit kann ich vollständig annehmen. Sie führt zur Vollendung. In Psalm 103 heißt es: „Lobe den Herrn, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen!“

Humor und Dankbarkeit lassen reifen

Das ist das Ideal, dass alles in mir Gott loben kann. Ein Mensch, der in Dankbar­keit wächst, kommt immer mehr zur Entfaltung. Dag Hammarskjöld sagte ge­gen Ende seines relativ kurzen Lebens: ,,Die Nacht nähert sich. Für alles, was war, Dank! Für alles, was kommt, Ja!'“ Und Dietrich Bonhoeffer erklärte in einem Gebet am Silvesterabend: „Solange man nicht für alles, was gewesen ist, dankbar sein kann, kann man noch nicht richtig von diesem Jahr Abschied nehmen.“ Man muss dann noch ein bisschen „üben“, ein bisschen schauen, ob man nicht auch den schweren Dingen dieses Jahres, dieses Lebens eine ge­wisse Dankbarkeit abgewinnen kann. Nur in der Dankbarkeit wird etwas ganz angenommen; und nur in der Dankbarkeit kann es echte, reife Frucht bringen.

In einer Kommunität habe ich einmal zwei Mitbrüder erlebt, die beide durch einen Schlaganfall jäh aus ihrem Apostolat herausgerissen und nach einer Behandlung im Krankenhaus und in der Reha-Klinik als Behinderte zum ordenseigenen Altersheim gekommen waren. Obwohl es in ihrem Krankheitsbild viel Ähnlichkeit gab, fiel der Unterschied zwischen den beiden noch viel mehr auf. Der eine konnte seine Behinderung nicht verkraften und annehmen, sondern klammerte sich an die Vergangenheit und sprach immer von "früher". Ein Besuch bei ihm war nicht angenehm, wie ich ehrlich sagen muss. Er klagte viel, so dass sogar die Krankenschwestern auf der Station sein Klingeln nicht mehr zügig beantworteten. Da wurde mir der Teufelskreis richtig bewusst: Die Schwestern gingen nicht schnell zu ihm, weil er immer klagte; und er klagte, weil sie nicht schnell kamen. Der andere Mitbruder brachte es fertig, seinen Schlaganfall wirklich zu akzeptieren und konnte in Frieden damit leben. Er war ein freundlicher Mensch, mit dem jeder gerne zu tun hatte. An diesem Unterschied habe ich klar gesehen, wie wichtig es ist, dass einem das Annehmen gelingt. Tatsächlich, man wandelt nur, was man annimmt! 
Pater Pedro Arrupe trat nach einem schweren Schlaganfall von seinem Amt als Generaloberer der Gesellschaft Jesu zurück. Er hatte eine Botschaft verfasst für die Generalkongregation. Er war nicht im Stande, sie selber vorzutragen, und deshalb wurde sie von einem Mitbruder vorgelesen.

"Liebe Patres! Wie sehr hätte ich mir gewünscht, mich für diese Begegnung mit Ihnen in besserer körperlicher Verfassung zu befinden! Wie Sie sehen, kann ich nicht einmal direkt zu Ihnen sprechen. Mehr denn je befinde ich mich jetzt in Gottes Hand. Das habe ich mir mein ganzes Leben lang von Jugend auf gewünscht. Nun gibt es allerdings einen Unterschied: heute liegt die Initiative ganz bei Gott. Mich so völlig in seinen Händen zu wissen und zu fühlen, ist wahrhaftig eine tiefe geistliche Erfahrung. " (4)

Das Alter ist ein Auf-uns-zukommen des Herrn. Wir beten in jeder Eucharistiefeier: " ... bis du kommst in Herrlichkeit!" Er will uns das Leben in Fülle schenken: das Leben in Ewigkeit. Das Altern ist die letzte, entscheidende Vorbereitung darauf. Wir können unser Leben nicht verlängern und nicht verbreitern, nur vertiefen, vertiefen in Jesus hinein, auf die Begegnung mit ihm hin. In allem Abbau und Verfall ist das Altern für uns, die wir doch Hoffnung haben, etwas Positives, etwas Heiliges. Die Sehnsucht vieler unserer alten Mitchristen geht auch wirklich dahin.

Im Alter geht es auch um Sehnsucht

Noch wichtiger aber als unser Sehnen nach Gott ist Gottes Sehnsucht nach uns: Im alttestamentlichen Hohelied heißt es: "Ich gehöre meinem Geliebten, und ihn verlangt nach mir". Wenn wir so das Kommen des Herrn erleben können, als eine Erfüllung seiner und unserer Sehnsüchte, dann wird es wirklich eine Vollendung.
Die Umgebung des alternden Menschen spielt bei dem Prozess des Annehmens und Reifens eine wichtige Rolle. Wenn wir selber unser Altern nicht annehmen, werden wir auch nicht unsere alternden Mitmenschen annehmen können. So habe ich auch jüngere Mitbrüder erlebt, die nicht in der Lage waren, die älteren, mit denen sie im selben Haus lebten, zu besuchen, weil sie das als bedrohlich empfanden. Bei näherem Hinsehen entpuppen sich manche Probleme des Alterns als Anfragen an uns alle, denn unsere Gemeinschaft miteinander geht tiefer als wir vielleicht wahrhaben möchten.
Therese von Lisieux, der gegen Ende ihres kurzen Lebens alle Kraft entschwand, wiederholte gerade dann immer wieder: „Alles ist Gnade!“
Wenn wir so unsere alten Mitmenschen sehen und erleben können, ist das Glaube, ist das Gnade. Wenn wir so unser eigenes Altern annehmen können, ist das auch Glaube. Und es ist ebenfalls Glaube, wenn wir unserm Altwerden entgegengehen können in der Zuversicht, dass es auch für uns eine Gnade sein wird - und vielleicht sogar durch uns noch mal für andere.

(1) Zitiert nach M. Schneider, Das neue Leben. Freiburg 1987, 87f.)

(2) (Jes 43, 1)

(3) Siehe J. Bours, Ich werde ihm den Morgenstern geben. Freiburg 1988, 120ff.

(4) P.van Breemen, Alt werden als geistlicher Weg , Würzburg 2009, 5. Auflage, S.23


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Dieser Beitrag wurde am 11.06.2017 gesendet.


Über den Autor Piet van Breemen SJ

Piet van Breemen wurde 1927 in den Niederlanden geboren und trat dort kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in den Jesuitenorden ein. Er studierte Philosophie in Nijmegen, Theologie in Maastricht, und Physik in Amsterdam und Rochester; NY. 1956 wurde er zum Priester geweiht. Nach kurzer Zeit als Gymnasiallehrer wurde ihm von 1964 bis 1975 die Leitung des niederländischen Jesuitennoviziats  und von 1975 bis 1978 das gemeinsame Noviziat der niederländischen und flämischen Provinzen in Brüssel anvertraut. Von 1985 bis 1993 war er in Berlin zuständig für die letzte Phase der Jesuitenausbildung, das sogenannte Terziat. Weltweit hat er Exerzitien geleitet und Seminare über die ignatianischen Geistlichen Übungen und über „Alt werden als geistlicher Weg“ durchgeführt. Er hat acht Bücher veröffentlicht, die in bis zu 20 Sprachen erschienen sind. Seit 2006 wohnt er in Nijmegen in den Niederlanden.

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pvbreemen@telfort.nl